Acht Jahre nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York sind erst 1624 von insgesamt 2751 Opfern identifiziert
Über den Wiederaufbau am Ground Zero streiten Behörden und Pächter immer noch.
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New York - Genau acht Jahre nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York ist der Wiederaufbau am Ground Zero noch immer nicht geklärt. Derzeit streitet die New Yorker Verkehrsbehörde Port Authority, der das Land in Manhattans Süden gehört, mit dem Pächter Larry Silverstein über zwei geplante Büro- und Geschäftstürme.
Bei dem Tauziehen geht es darum, ob die beiden Wolkenkratzer angesichts der drastisch geschrumpften Nachfrage nach Büroraum in Manhattan noch benötigt werden, wer die Finanzierung trägt und wann, wenn überhaupt, gebaut wird. Laut New York Times verlangt Silverstein von der Port Authority 3,2 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro), da er selbst das Geld nicht aufbringen könne.
Die Behörde hält dagegen, dass sie für den Freiheitsturm, den geplanten Mittelpunkt des neuen World Trade Center, sowie die Gedenkstätte und den großen Bahnhof selbst schon weit mehr Milliarden zahlen müsse als einst kalkuliert. Die beiden Parteien verhandelten wochenlang mit Vertretern des Staates und der Stadt New York.
Durch den Streit dürfte sich die Neubebauung von Ground Zero, die ursprünglich schon Ende 2009 abgeschlossen sein sollte, noch weiter verzögern. Lediglich die geplante Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge soll bis zum zehnten Jahrestag 2011 zumindest so weit fertig sein, dass sie genutzt werden kann. Nach offiziellen Angaben kamen am 11. September 2001 bei den Flugzeuganschlägen auf die Zwillingstürme des World Trade Center 2751 Menschen ums Leben. Erst 1624 davon konnten bisher identifiziert werden. Mehr als 1100 Opfer konnten entweder noch gar nicht gefunden oder Vermissten zugeordnet werden.
Erst vor kurzem gelang es Gerichtsmedizinern, menschliche Überreste aus den Schuttbergen einem 54-jährigen Mann zuzuordnen. Er hatte als Fensterputzer im Restaurant im obersten Stock des Nordturms gearbeitet. Seine DNA-Spuren waren bei einer Suchaktion vor drei Jahren sichergestellt worden.
Besucherzentrum gesperrt
Am heutigen Jahrestag der Anschläge - ein drittes Flugzeug raste ins Pentagon in Washington, eine vierte Maschine stürzte nach Kämpfen zwischen Entführern und Passagieren bei Shanksville im US-Bundesstaat Pennsylvania ab - bleibt das Besucherzentrum bei Ground Zero für die Öffentlichkeit geschlossen. Nur Angehörige von Opfern haben Zutritt zur Gedenkveranstaltung.
Genau um 8.46 Uhr Ortszeit, als damals das erste Flugzeug ins World Trade Center einschlug, wird landesweit eine Trauerminute abgehalten. Wie schon in den vergangenen Jahren werden auch heuer wieder zwei blaue Lichtstrahlen die beiden eingestürzten Türme symbolisieren. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 11.9.2009)