Länder drängen auf mehr Mindestsicherung

10. September 2009, 17:46

Für Niessl geht es um die jährliche Summe, nicht um die 14-malige Auszahlung

Wien - Die Debatte um die Mindestsicherung wird zunehmend zu einem Kräftemessen zwischen Bund und Ländern. „Unter den jetzigen Bedingungen sind wir nicht dabei", erteilt Kurt Flecker (SPÖ), Noch-Soziallandesrat der Steiermark, den Mindestsicherungs-Plänen der Regierung eine Absage. Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass die Mindestsicherung von 733 Euro zwölfmal ausbezahlt werden soll - und nicht, wie im ursprünglichen Gesetzesentwurf von 2008 unter Sozialminister Erwin Buchinger (SPÖ), 14-mal.
Ein Treffen zwischen Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und den Landes-Sozialreferenten am Montag war ergebnislos geblieben. Einzige Festlegung: Die bedarfsorientierte Mindestsicherung soll mit 1. September 2010 Sozialhilfe und Notstandshilfe ablösen.

Hundstorfer steht weiterhin zu dem Ministerratsbeschluss, ist aber für Gespräche bereit. Diese möchte Hans Niessl (SPÖ), Landeshauptmann des Burgenlands und Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, führen. Er relativiert: "Es geht nicht um zwölf- oder 14- mal, sondern darum, wie viel die Bezieher der Mindestsicherung pro Jahr bekommen."

Keine Verschlechterung

Nicht alle Länder ziehen an einem Strang. In Niederösterreich ist man mit dem Regierungsentwurf zufrieden. „Faktum ist, dass in früheren Verhandlungen unter Minister Buchinger immer wieder von 14-mal gesprochen wurde, dass das aber keine fixe Vereinbarung war", sagt die niederösterreichische Sozialrätin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP): "Es ist ein Humbug, dass die zwölfmalige Auszahlung eine Schlechterstellung bringt. Es ist fix ausgemacht, dass sich alle Länder an das Verschlechterungsverbot halten." Dieses legt fest, dass niemand weniger Mindestsicherung erhält als vorher Sozialhilfe.

Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk bezweifelt das: „Nach der jetzigen Regelung käme es nach meinen Berechnungen in mindestens fünf Bundesländern zu Verschlechterungen, die müssten dann von den Ländern übernommen werden. Ob sie das tun, ist fraglich." Die Verkürzung von 14 auf zwölf Auszahlungen bringe ohnehin maximal 10 bis 20 Millionen Euro Einsparung.
Ganz eigene Wege will Kärnten gehen.

Soziallandesrat Christian Ragger (BZÖ) würde am liebsten das alte System mit Sozial- und Notstandshilfe beibehalten. "Wir sind aber bereit, der Mindestsicherung zuzustimmen, wenn die Erhöhung der Notstandshilfe beziffert wird." Die Notstandshilfe wird nämlich vom Bund bezahlt, die Differenz zur Mindestsicherung begleicht das Land. Wird die Notstandshilfe erhöht, sinken also die Ausgaben des Landes.

Auch mit einer anderen Forderung lässt Ragger aufhorchen: "Wir wollen für alle Nicht-EU-Bürger klare Vorgaben, sodass sie erst nach zwölf Monaten Anspruch auf Mindestsicherung haben. In Kärnten nehmen 30 Prozent der Nicht-EU-Bürger Sozialhilfe in Anspruch, das werden wir rigide einschränken." (Simone Wiesauer, DER STANDARD, Printausgabe, 11.9.2009)

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20 Postings
Karl Bauer4
01
13.9.2009, 13:00

Was eine Zusammenlegung von Sozial mit Nostandshilfe heißt sollte man sich vorstellen

Jeder brave Hackler der ein Häuschen gebaut oder sich eine Eigentumswohung mühsam vom Mund abgespart hat ist dann alles los mit einem Schlag. Schon nach 6 Monaten läuft das Arbeitslosengeld aus und eine neue Arbeits nicht zu bekommen für über 50 jährige.

Sich etwas aufbauen zahlt sich in dem Land dann nicht mehr aus.

also dann ...
01
18.9.2009, 11:22
tja ... da haben die S O Z I S... von hartz IV abgeschaut. diese politik

ist eine 1 : 1 kopie ...

die chuzpe und das "sahnehäubchen an frotzelei"
ist ja die bemerkung HUNDSTORFERS :
... er ist stolz auf diese regelung (12 statt 14 x !)...

die SD...
ist längst nur mehr ein willfähriger handlanger des neo-liberalismus ...geworden ! leider.

social unrest
01
14.9.2009, 06:35
es ist bedenklich, die leute scheinen es nicht zu kapieren

ich kritisiere schon lange die in der mindestsicherung versteckte "vermögensverwertung", die nichts anderes bedeutet als: enteignung und sippenhaft (verwandte müssen auch erst blechen). soetwas hatten wir vor siebzig jahren schonmal. das neue daran ist daß die grünen hier nicht aufschreien, was bände spricht.

Cloon
 
01
12.9.2009, 18:31
Danke an SPler wie Kurt Flecker !!

die anderen Pseudo(Spler) sollten sich vielleicht bei der VP "bewerben" ?!

lg CLoon

Jan Nesbeda, MPr
01
11.9.2009, 11:08
Nochmals für lese-/verständnisunwillige Landespolitiker:

Es bleibt lt Gesetzestext den Ländern unbenommen, mehr und/oder öfter auszuzahlen, ja es ist ihnen geradezu geboten worden, nicht weniger als bisher herzugeben.
Ist das so schwer zu verstehen?

Peter Raming
 
00
11.9.2009, 10:32
Mein Vorschlag:

entweder € 733,00 x 14/Jahr oder € 855,17 x 12 / Jahr => finaziert durch E i n s p a r u n g e n in der Parteienfinanzierung (ca € 300.000.000,00 / Jahr!!!!!).

boldness
00
11.9.2009, 09:08
hauptsache ist doch,

unseren politikern und deren einflüsterern aus der finanzwirtschaft gehts gut.

karotterI
 
14
10.9.2009, 22:09
ha wenn man das weiter denkt:

grundeinkommen für alle

keine billigen hackler mehr, die mcjobs machen müssen

ordentliche gehälter für notwendige job(weil man ja sonst zhaus bleiben kann)

hochmotivierte mitarbeiter, weil anständig entlohnt

dafür keine absurden boni für verdroddeltes leutrausschmeissen

eigentlich sollten sich alle freuen, wenn man von der sog mindestsicherung mal überleben kann..

oder hab ich da einen gedanken fehler?

masterjo
00
24.9.2009, 20:13

he den beitrag hab ich gar nicht gelesen: kein gedankenfehler, alles richtig - grundeinkommen, jetzt!
bin auf ihrer/deiner seite!

melli91
01
18.9.2009, 10:50
Wer arbeiten will, ist selber schuld!

Die Frau an der Supermarktkassa, die Arzthelferin und alle, die bisher um 800€ arbeiten gingen, bekommen in Zukunft 1500€, sonst zahlt sich Arbeitengehen nicht aus.
Und wer wird das bezahlen?
Ich schlage vor: Diakonie und Caritas. Ihnen bleibt ja viel Spendengeld übrig, weil sie keine Rechtsanwälte mehr zahlen müssen für nachgereichte fingierte Asylanträge.

her wig
20
10.9.2009, 22:15

Die Übergangszeit könnte teuer werden, das fehlt im Gedankengang. Wenn Sie schon fragen.

social unrest
24
10.9.2009, 22:19
es gibt keine staatsschulden ist meine antwort darauf

es gibt nur fettgefressene prölls und superreiche bauern. jeder bauer kriegt um ein vielfaches mehr förderung als die mindestsicherung ausmacht.

Bjargi Bjargison
22
11.9.2009, 08:35

Jeder Bauer leistet auch ein Vielfaches mehr, als ein Mindestgesicherter. Sowohl an Arbeit, als auch an Steuern.

briang
11
10.9.2009, 20:52
der spö sind die vollzeithackler mit 900,-- euro einfach egal.

arbeit steuerlich entlasten und einen gerechten mindestlohn einführen, anstelle bestimmte klientel zu fördern.

perau1
 
01
11.9.2009, 00:16

sie dürften sich mit der partei geirrt haben. sie haben sicher die övp gemeint, die nur für ihre klientel vorteile herausholt, wofür der övp-fm immer geld hat. dafür spart der övp-fm bei den armen und armutsgefährdeten ein was nur geht. den mittelstand schröpft er dafür wie er nur kann und sorgt damit für immer mehr armutsgefährdete.
zu allem überdruss hetzt er die menschen mit mindeslohn von € 1.000,-/mo (viel zu wenig) 14x (steuerbefreit) gg d.ärmsten, d.d. mindestsicherung bekommen, indem er eine neiddebatte anfacht, weil er sagt, dass er für diese menschen keine soziale hängematte schaffen will und sie daher die € 733,- nur 12x (steuerbefreit) bekommen.
der unterschied zw. mindestlohn und mindessicherung macht € 5.204,-/jahr aus.

also dann ...
52
10.9.2009, 19:44
welch ein b e s c h ä m e n d e s ... schauspiel - für die S P Ö !

diese partie...
hat mit den menschen in diesem lande nichts mehr am hut - sie gehört auf 23,33 % reduziert !

social unrest
00
14.9.2009, 06:16
das stimmt so nicht, die spö hat ein anderes problem:

nämlich die grünen, die sich nach rechts (övp) anstatt links orientieren - um es zu kaschieren machen sie halt einen auf antirassismus und übertreiben es auf unglaubwürdige art, während sie einen graf nicht anzurühren wagen.
würden die grünen der spö den rücken stärken sähe es ganz anders aus. die wirklichen verräter sind nicht die spö sondern die grünen.

ich hoffe ihr zensiert das nicht, die kritik an den grünen solltet ihr euch gefallen lassen (der glaubwürdigkeit halber).

perau1
 
11
10.9.2009, 23:49

und warum ist es sooooo beschämend für die spö? gefällt ihnen der justament-standpunkt prölls besser?
dass die spö mit der övp keine soziale politik machen kann ist leider tatsache.
was wäre allerdings z.zt. die alternative? övp/fpö/bzö-koalition? haben wir schon gehabt, das war die zeit des größten sozialabbaus. wollen sie diese koalition wieder?
spö/fpö/bzö-koalition kann es nicht geben, sonst würde es die spö zerreißen.

also dann ...
01
11.9.2009, 09:27
ganz einfach : beim bankenpaket ...das doofste in der eu (!)...

unterschrieb die spö o h n e nachzudenken die gesetzesvorlager der giebelkreuzerln...
und von der mindestsicherung bis hin zr NICHT-erhöhung der arb.losen auf eu-niveau - lässt sie sich auch von der övp - tagein tagaus - vorführen...
anstatt mal ordentlich flagge zu zeigen und für ihr klientel etwas zu tun !

LCD
01
10.9.2009, 22:30

So gesehen gehört aber gleichzeitig die ÖVP auf 3,99% reduziert (Mit "Volks" dürfen sie sich nicht mehr schmücken), und BZÖ gar auf 0,0004% denn sie haben mehr mit Vergangenheit vor 70 Jahren als mit der Zukunft zu tun.

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