Streit um US-Militärbasen

14. September 2009, 14:47
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    foto: berthold eder

    Botschafter Uzcátegui Duque war Mitglied der Gruppe von Offizieren, die 2002 nach dem Putsch in Venezuela Präsident Chávez von der Insel Orchila befreiten.

    "Damals lag ein US-Flugzeugträger vor unserer Küste", erinnert er sich, "wir konnten auf dem Radar beobachten, wie von dort  Kampfflugzeuge starteten und erst knapp vor der Grenze abdrehten."

Präsident Uribe will Stationierung von hunderten US-Soldaten im Alleingang durchziehen – USA beharren auf Immunität - Außenministertreffen am Dienstag

Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe, der sich derzeit von der Schweinegrippe erholt, hatte es beim Unasur-Gipfel im argentinischen Bariloche nicht leicht: seine lateinamerikanischen Amtskollegen wollten Details zur geplanten Stationierung von US-Soldaten auf kolumbianischen Militärbasen in Erfahrung bringen. Wieviele Militärs sollen auf den insgesamt sieben Stützpunkten untergebracht werden? Was bedeutet die Anwesenheit ausländischer Truppen für die Stabilität der Region? Werden sich ihre Einsätze auf kolumbianisches Territorium begrenzen?

Doch dem Rechtspolitiker, dessen Parteifreunde soeben ein Referendum eingeleitet haben, das die für seine dritte Amtszeit erforderliche Verfassungsänderung ermöglichen soll, waren kaum Informationen zu entlocken. Die US-Militärpräsenz sei erforderlich, um effektiver gegen Drogentransporte vorgehen zu können, der Rauschgiftkonsum gefährde die kolumbianische Jugend, und die Stationierung verletze weder Kolumbiens Souveränität noch stelle sie eine Bedrohung für andere Länder dar.


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In Kolumbien selbst ist die Einladung an die US-Truppen nicht unumstritten: mehrere Senatoren der oppositionellen Liberalen Partei beklagen, dass die Details des Vertrages weder im Parlament debattiert noch der Öffentlichkeit vorgelegt wurden. Vor allem die von den USA gewünschte Immunität für das militärische und zivile Personal der Stützpunkte sorgt für Unruhe. Im Nachbarland Ecuador, wo die USA zehn Jahre lang die Manta Airbase benutzen durften, sind laut einer im Auftrag der verfassunggebenden Versammlung erstellten Studie in dieser Zeit ca. 300 durch US-Bürger begangene Delikte, die von Raub über Körperverletzung bis zu Mord  angezeigt, aber von den US-Behörden nicht verfolgt worden.

"In ihrem Land können die Kolumbianer stationieren, wen sie wollen", merkt  Alí De Jesús Uzcátegui Duque, Botschafter des Nachbarstaats Venezuela in Wien, im derStandard.at-Gespräch an, "aber falls die US-Truppen von dort aus Einsätze in anderen Ländern fliegen, werden die im Unasur-Bündnis vertretenen Staaten (ganz Südamerika außer Französisch-Guayana) sicher darauf reagieren."

Bei einem Treffen der Verteidigungsminister der Mitgliedsstaaten im ecuadoranischen Quito am 15. September sollen Details besprochen werden. Ob Kolumbien daran teilnimmt, ist noch ungewiss – die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind seit einem kolumbianischen Militärschlag gegen ein FARC-Guerillacamp auf ecuadorianischem Territorium angespannt. Ecuadors Präsident Correa warf den USA damals vor, den kolumbianischen Angriff mit einem von der Manta Airbase gestarteten Spionageflugzeug unterstützt zu haben. (bed/derStandard.at, 14.9.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 48
1 2
pepitant
00
7.10.2009, 09:41
Präsident Uribe will Stationierung von

hunderten US-Soldaten im Alleingang durchziehen

Na, bis er die am Buckel oder mit der Fahrradrikscha nach Kolumbien runtergebracht hat...
Immerhin, da ist er eine Zeit lang beschäftigt was ganz LA nur guttun kann :-))

Student der Magie
00
15.9.2009, 17:26
also in Brasilien

haben die USA im Amazonasgebiet ein Milliarden teures Radar aufgestellt, um gegen den Drogenhandel vorzugehen. Vollen Zugang haben nur die Amerikaner, nicht die Brasilianer, und siehe da:

seit die USA mit ihrem Radar dort sind ist der Drogenhandel in diesem Gebiet explodiert
http://karlweiss.twoday.net/stories/5159665/
( ist ein älterer Bericht, weshalb manches auf die heutige Situation nicht mehr ganz zutrifft, beim Thema Drogenhandel allerdings schon)

E. Wart.
25
15.9.2009, 00:30
Neue alte Ziele des US-Imperiums: Schüren von Konflikten mit Nachbarländern Kolumbiens, Torpedierung des lateinamerikanisch-karibischen Integrationsprozesses

Effektiver gegen die Drogentransporte? Dafür werden diese Militärbasen dienen? Die von den USA bis auf die Zähne bewaffnete kolumbianische Armee und deren Anhängsel (Paramilitärs) sind doch Garanten dafür,dass der Drogentransport möglichst reibungslos abläuft! In Wahrheit sollen doch diese US-Interventionsbasen der neuen (alten) hegemonialen Politik der USA und deren unersättlichen Hunger nach den Rohstoffen in Lateinamerika dienen.Unter Bush wäre dies keine Überraschung,unter Obama ist es ein Beweis für die Unreformierbarkeit dieses unersättlichen gefährlichen Monstrums namens USA.
Obama (oder seine Einsager-die Rüstungslobby) zieht also die Konfrontation mit Lateinamerika vor. Venezuela ist aber schon lang nicht mehr allein,Mr. Obama ...

Mr_Murphy
30
16.9.2009, 02:34

bla bla bla..... :-O Die alte Imperialisten Leier wieder mal.

Jo, Venezuela ist nicht allein. Unter kann Chavez...
-)das bettelarme Nicaragua
-)die Ex-Guerillia aus Ecuador
-)Kirchner aus Argentinien, die vor ihrer Abwahl steht und unbeliebter ist als Bush bei den Arabern
-)und den Typen aus Bolivien, der über 60% seines Landes kaum Kontrole hat

...zu seinen Verbündeten zählen.
Tolle Freunde.

Ansonsten tun die Sozialisten in Peru, Brasilien und El Salvador ihr möglichstes sich von Chavez zu distanzieren, nicht ohne Grund.
Die rechts regierten Länder wie Mexiko, Panama und Kolumbien wollen sowieso nichts von ihm wissen.

Johannes Morla
 
36
14.9.2009, 20:06
Es ist zum Lachen.

Uribe, einst selbst Drogenboss, bekämpft also das Rauschgift. Nebenher genehmigt sich der Busenfreund von G.W.Bush noch eine dritte Amtszeit.
Das ist dann nicht mehr zu lachen. Denn wieviel werden für seine faschistische Diktatur über die Klinge springen müssen.

Mr_Murphy
30
15.9.2009, 12:02
Uh, da riecht es wieder nach Halbwahrheiten und Heuchlerei

1. Uribe war kein Drogenboss, er war Bauer, dessen Vater von den Drogenbossen gesprengt wurde.

2. So? Wenn sich Chavez also eine 3.,4.,5. und 6. Amtszeit leistet ist das also ein Sieg der Demokratie, aber wenn das Uribe macht die Vorboten des Faschismus?

Nowotila
23
15.9.2009, 12:38
Lustig.

Der Vater von Uribe war mit Pablo Escobar engstens befreundet. Vater und Sohn waren regelmäßig bei ihm zu Besuch.
Ermordet wurde Uribe (Vater) von konkurrierenden Drogenhändlern, als Geschäftsbereinigung.

Die Story vom FARC-Opfer erzählt der Sohn, der Papas Gewerbe übernommen hat.

Austro-Spanier0
30
15.9.2009, 16:48
Ihre schwachsinnigen Kommentare sind ganz einfach widerlich.

Warum fahren sie nicht auf einige Monate auf Urlaub nach Venezuela oder Kuba und verschonen uns mit ihrem abgedroschenen Müll?

sauraumpfa
01
20.9.2009, 12:06
und für sie auch die info nachdem sie die "facts" die ihnen nicht passen einfach ignorieren

U.S. INTELLIGENCE LISTED COLOMBIAN PRESIDENT URIBE AMONG
"IMPORTANT COLOMBIAN NARCO-TRAFFICKERS" IN 1991

Then-Senator "Dedicated to Collaboration with the Medellín Cartel at High Government Levels"


Confidential DIA Report Had Uribe Alongside Pablo Escobar, Narco-Assassins

Uribe "Worked for the Medellín Cartel" and was a "Close Personal Friend of Pablo Escobar"

http://www.gwu.edu/~nsarchiv... /index.htm

Mr_Murphy
00
15.9.2009, 14:57

Ja lustig, gell?

Und hat der Herr oder die Dame eine Quelle, die die Behauptungen untermauern? Eine ordentliche Quelle, nicht das linke Käseblatt Amerika21.

sauraumpfa
00
20.9.2009, 02:34
na lieber murphy - da haben sie die lektüre - selber scheinen sie ja nicht viele kapazitäten zu haben

U.S. INTELLIGENCE LISTED COLOMBIAN PRESIDENT URIBE AMONG
"IMPORTANT COLOMBIAN NARCO-TRAFFICKERS" IN 1991

Then-Senator "Dedicated to Collaboration with the Medellín Cartel at High Government Levels"


Confidential DIA Report Had Uribe Alongside Pablo Escobar, Narco-Assassins

Uribe "Worked for the Medellín Cartel" and was a "Close Personal Friend of Pablo Escobar"

http://www.gwu.edu/~nsarchiv... /index.htm

eagle13
 
12
14.9.2009, 20:05
Ich finde die sichere Reaktion sehr unzureichend. Denn ein Protest Venezuelas beim UN-Sicherheitsrat ist lächerlich, weil jeder Feind der USA ein Diktator und Terrorist ist und jeder Unterstützer ein Friedens und Freiheitsbringer. Somit bleibt den

anderen Staaten nur Russland oder China um Truppengestellung zu bitten. Weil ein Angriff auf diese beiden Staaten traue ich derzeit nicht einmal den USA zu.

franz der freie
 
00
14.9.2009, 18:43
uribe festigt mit hilfe der amerikaner seine macht>

länger, als es erlaubt wäre. eine hand wäscht die andere. es wäre nicht zum ersten mal, dass amerika korrupte, ihnen genehme politiker unterstützen. originalzitat : " er ist ein hundesohn, aber er ist unser hundesohn"> gemeint war noriega.

NONE
011
14.9.2009, 18:23

Ein Land - egal welches - das seine Souveränität aufgibt ist kein freies Land mehr.

Gibt es russische Truppen in den USA?
Was ist wenn Hugo Chavez 10.000 gut bewaffnete Soldaten in Mexiko stationiert da von den USA Gefahr ausgeht?

Mr_Murphy
51
15.9.2009, 12:11

In den westeuropäischen Staaten und Japan standen seit Jahren amerikanische Soldaten. Eine Einbüßung der Souvernität war nicht zu erkennen.

Jetzt erklär ich ihnen mal was: Kolumbien ist seit 50 Jahren im Krieg mit sich selbst- die Menschen dort wollen endlich Frieden, und da ist jede Hilfe willkommen, die gegen die FARC unterstützt. Dass ein träumerischer europäischer Linker, der noch nie einen bewaffneten Konflikt erlebt hat, das nicht versteht, ist kein Wunder.

sauraumpfa
00
17.9.2009, 23:51
mr. murphy

also beim träumen scheinen sie auch recht gut zu sein - ist ihnen nicht bekannt warum es den konflikt in kolumbien gibt??

jetzt erkläre ich ihnen mal was: weder die kolumbianische noch die amerikanische armee wird diesen konflikt lösen können.

immerhin hat das mit milliardenaufwand und bester unterstützung der amis ausgerüstetet kol. heer ja schon 10 jahre zeit gehabt ergebnisse zu prosentieren - bisher habe ich hier noch keinerlei pos. veränderung feststellen können -

Mr_Murphy
00
18.9.2009, 13:57

"immerhin hat das mit milliardenaufwand und bester unterstützung der amis ausgerüstetet kol. heer ja schon 10 jahre zeit gehabt ergebnisse zu prosentieren - bisher habe ich hier noch keinerlei pos. veränderung feststellen können -"

Dann haben Sie die letzten 10 Jahre verschlafen. Wir diskutieren weiter, wenn sie besser informiert sind.

sauraumpfa
00
20.9.2009, 02:30
líeber murphy anbei etwas lektüre zum einlesen - ahnung scheinen sie wirklich keine zu haben!!

vielleicht kapieren sie ja dann die zusammenhänge etwas besser.

hier einige infos zu kolumbien von Comisión Interamericana de Derechos Humanos
http://www.cidh.org/countryre... r%EDsticas

hier finden sie interessante news von interessierten kolumbianern
http://www.eltiempo.com/blogs/sop... pables.php

zur nachlese was die uribe regierung mit den indios anstellt
http://www.noticiasaliadas.org/articles.... 1&art=5738

bericht wie die drogengelder gewaschen werden http://www.fas.org/irp/congr... 01exec.htm
- Dem Bericht zufolge wurde der Waffenhandel mit den Medelliner Drogen-Capos über eine Melonenzucht in Antigua abgewickelt

Mr_Murphy
00
20.9.2009, 12:42

Ich bin des Spanischen nicht mächtig tut mir Leid.

So wie ich heraus lesen kann, geht es um Korruption und Menschenrechten. Klar gibt es Korrution und Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien. Das Land is immerhin im Krieg seit 50 Jahren. Da kommt es schon zu diversen Grobheiten, wie in jedem Krieg.

Das war aber nicht unsere Diskussion. Es ging um Ihre Behauptung, dass die Politik Uribes die FARC nicht geschwächt hat, was absolut nicht stimmt. 20.000 Kämpfer in den 90ern, 8000 heute, dazu massiver Gebietsverlust und viele getötete/verhaftete Führungspersonen. Das ist schon eine Leistung.

sauraumpfa
00
20.9.2009, 19:37
so lieber murphy und jetzt wuerde ich endlich gerne ihre gegenargumente hören

vonwegen verbesserter sicherheitslage!!


What's happening, analysts say, is that rather than winding down, the country's 45-year conflict is evolving

http://www.time.com/time/worl... 58,00.html

sauraumpfa
00
20.9.2009, 18:51
lieber murphy - ich hoffe mit englisch gehts - beitrag von justice for colombia

ist eine englische NGO.

The spraying programme has been paid for out of funds provided by the 'Plan Colombia' aid package that the US started supplying in 2000. Since that time a total of $5.5 billion in predominantly military aid has been granted by the US, more recently under a new military plan known as 'Plan Patriota' which is openly aimed at the FARC guerrilla group. The UK has also provided military assistance again citing the issue of narcotics as their motive. However, like the US aid, it has not helped stem the flow of cocaine and has been primarily used by the Colombian military to fight their counterinsurgency war against the FARC - a war which has not weakened the FARC but has led to innumerable violations of human rights.

sauraumpfa
00
20.9.2009, 18:45
aha und was ist mit den inlandsflüchtlingen?? nur im jahr 2008 + 24% - Uribes politik

by garry leech, in colombia journal

Colombia currently has more than four million displaced persons, the second-highest internal refugee population in the world after the Sudan.
But unlike other countries enduring armed conflicts that create significant displaced populations, Colombia has so far refused to address the humanitarian crisis by establishing refugee camps to ensure that the basic needs of the displaced are met.

In fact, the Uribe government continues to deny that an armed conflict exists in Colombia, despite the fact that the number of people forcibly displaced by violence in 2008 increased by 24 percent over the previous year and some 56,000 displaced people arrived in Bogotá.

diamant
71
14.9.2009, 19:53
Seit wann gibt ein Staat 'Souveraenitaet' auf sobald

sich ein paar Hundert Soldaten auf seinem Territorium aufhalten?

Malkaye
14
14.9.2009, 20:56
die werden sich dort nicht einfach aufhalten...

...die werden mit einem mandat zur jagd ausgestattet sein, sie propagandist!

diamant
50
15.9.2009, 10:10
In erster Linie werden sie die Kolumbianische Armee betreuen, und bei der

Ausbildung unterstuetzen!

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