Mehr Beratung in NÖ

76.000 Euro Schulden - im Schnitt

9. September 2009, 17:17
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    Falsches Konsumverhalten - Stichwort: Handy-Rechnung - führt schon bei jungen Leuten in die Schulden-Bredouille.

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    Karin Scheele, niederösterreichische Sozial-Landesrätin, lässt die Beratung an den Schulen nun ausbauen.

Die Schuldnerberatung NÖ erweitert ihre Dienste und geht auch verstärkt in die Schulen, um mit "Finanz Scouts" präventiv zu arbeiten

Immer mehr Menschen drohen ihre Schulden über den Kopf zu wachsen - und sie werden immer jünger: Wie aus Zahlen der Schuldnerberatung NÖ hervorgeht, haben im Jahr 2008 insgesamt 442 jugendliche Personen (18 bis 25 Jahre) mit den Beratungsstellen der Schuldnerberatung Kontakt aufgenommen. Dies entspricht einem Anteil von 14 Prozent bei den Erstkontakten, während der Anteil dieser Altersgruppe an den Beratungen insgesamt nur acht Prozent ausmachte.

Auffallend dabei ist, dass der Anteil der Frauen dabei mit 57 Prozent sehr hoch ist. Die Durchschnittsverschuldung dieser Altersgruppe betrug knapp 30.000 Euro, als Hauptursachen dafür wurden von den Mitarbeitern der Schuldnerberatung "Konsumverhalten" (32 Prozent) und "Einkommensverschlechterung" (24 Prozent) registriert.

Die weiteren Gründe sind dagegen bereits als marginal zu bezeichnen: "Haus-/Wohnungskauf/-ausstattung" und "Strafbare Handlungen/Sucht" (jeweils 9 Prozent), "Autokauf/-leasing" (6 Prozent), "Bürgschaft/Haftungen", "Scheidung/Trennung" und "Selbstständigkeit" (jeweils 4 Prozent), "hohe Lebenshaltungs-/Wohnkosten" sowie "Unfall/Krankheit/Todesfall" (3 Prozent).

"Gleichaltrige sind glaubwürdiger"

Damit die Zahlen in den nächsten Monaten und Jahren nicht ausufern, will die Politik nun tätig werden: Soziallandesrätin Karin Scheele (SPÖ) setzt auf verstärkte Präventionsarbeit in den Schulen. Gemeinsam mit der Konsumentenschutzabteilung der Arbeiterkammer NÖ wird die Beratungstätigkeit in den Höhere Schulen und Polytechnischen Lehrgängen ausgebaut - und es wird auch ein neuer Zugang gewählt: "Gleichaltrige sind glaubwürdiger, es sollen deshalb Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren zu Multiplikatoren - so genannten "Finanz Scouts" - ausgebildet werden, die dann ihrerseits wieder Präventionsarbeit machen können", erklärt Scheele.

Um die Präventionsarbeit von 20 auf 40 Wochenstunden verdoppeln zu können, werden die Förderungen für die Schuldnerberatung NÖ für 2010 um 110.000 Euro auf insgesamt 1,75 Millionen Euro aufgestockt. Drei Viertel davon übernimmt das Land, den Rest zahlt das AMS. Außerdem wird es ab kommendem Jahr nicht nur - wie bisher - in 14, sondern in allen 21 niederösterreichischen Bezirken möglich sein, die Dienste der Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen.

"Jungen Leuten wird das Schuldenmachen versüßt"

Die Initiative zur Ausbildung der "Finanz Scouts" muss von der jeweiligen Schule ausgehen. "Es ist ein Pilotprojekt, um zu sehen, ob das angenommen wird", so Scheele, der es bei der Prävention auch darum geht, dass die (jungen) Schuldner "aus der Stigmatisierung herauskommen. Es ist nicht nur individuelles falsches Verhalten, das in die Schuldenfalle führt, sondern es hat auch sehr viel mit Marktmechanismen zu tun. Manche Wirtschaftszweige verdienen sich eine goldene Nase dadurch, dass andere Leute auf Kreide kaufen. Den jungen Leuten wird das Schuldenmachen versüßt, später kommen sie da nicht mehr heraus."

Telefon-Beratungen stiegen um ein Drittel

Im ersten Halbjahr 2009 hat die Schuldnerberatung NÖ - über alle Altersgruppen gesehen - 4.246 Personen beraten, die Zahl der Neuanmeldungen stieg dabei gegenüber dem Vorjahr leicht um 36 Personen an. Rund 60 Prozent der Hilfesuchenden sind Männer.

Auffällig ist die Steigerung bei den Telefon-Beratungen um rund ein Drittel. Dies sei darauf zurückzuführen, dass mehr Menschen im ersten Halbjahr entweder ihren Job bereits verloren haben oder dass die Angst gestiegen ist, den Job zu verlieren und in der Folge finanziell nicht mehr das Auslangen finden zu können, so Scheele.

Hohe Durchschnitts-Verschuldung

Sehr hoch erscheint auch die durchschnittliche Verschuldung, sie beträgt etwas mehr als 76.000 Euro. Kommen viele also auch zu spät zur Schuldnerberatung? Manche schon, sagt Scheele zu den Zahlen. "Aufgrund der derzeitigen Wirtschaftssituation sind aber auch Menschen, die immer sehr seriös kalkuliert haben, plötzlich in der Bredouille, sobald sie den Arbeitsplatz verlieren." Viele Schuldner seien außerdem Häuslbauer mit Fremdwährungskrediten. (Martin Putschögl, derStandard.at, 9.9.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 67
1 2
Johann Hunger1
00
22.12.2009, 14:01
4,8 Mrd EURO Schulden hat das Land!

Gutes Vorbild Herr Pröll! Und wieviel % sind ÖVP Wähler von den Schuldnern? Ich bin SPÖ Wähler und habe keine Schulden.

Vanessa R.
00
10.9.2009, 16:27

Wie kann man sich heutzutage fürs Handy nennenswert verschulden? Es gibt Flat-Rates um 20 Euro pro Monat.

Daniel Harker
01
10.9.2009, 16:54

Haben Sie das Kleingedruckte nicht gelesen?

Daniel Harker
14
10.9.2009, 16:01
Wo sind denn die, die der Meinung sind, dass die Leute bei ihnen Schulden haben?

Haben die nicht gemerkt, dass ihre Leistung nicht bezahlt wurde?
Wer so leichtfertig Geld herborgt, ist wirklich selber schuld. Wenn ich meinem trinkenden Onkel 200,- borge, und er schwört, dass er's mir gaaanz sicher wieder zurück gibt, morgen oder spätestens übermorgen, weiß ich auch, dass ich das abschreiben kann, und geh nicht jammern.

Bei den dummen Banken ist es eine Milchmädchenrechnung: so und so viel Zinsen, Bearbeitungsgebühren,...
Bei den Handybetreibern ebenfalls: Die gehen davon aus, dass die jungen Leute schon irgendwann einmal einen Job haben werden, wo sie dann pfänden können.
Die können sich dann alle mit ihren schnuckeligen Anwälten im Konkursrichter melden.

Kapitalistenpack, elendes...

chiwato
00
10.9.2009, 16:56
warten

sie, bis ihr onkel die flaschen zurückträgt.

schlecken und gewinnen
20
10.9.2009, 12:09
wer schulden macht, ist selber schuld.

minimonkey
00
10.9.2009, 15:54

ich habe eher den gegenteiligen Eindruck: Wer spart, ist selber schuld.

NoComment
01
10.9.2009, 15:37

stimmt, ein haus um 200k spart man sich in der zeit zwischen 0 und 30 jahren locker an (ist ja bekannter maßen auch die zeit wo man am besten verdient und am wenigsten ausgibt), wozu dann einen kredit nehmen?

Stalker Tarkov
00
10.9.2009, 16:25

Was man sich nicht leisten kann, soll man eben auch nicht kaufen. Dann hat man kein Haus mit Garten und Gartenzwerg. Oder keinen urgeilen BMW, oida. Oder keinen traaauuumhaften Urlaub in der Karibik. Aber auch keine Schulden und kann besser schlafen. Manche Anschaffungen auf Kredit mögen ja wirklich nötig sein, aber das meiste scheint nur der Wunsch nach was Tollem, das man im TV oder beim Nachbarn gesehen hat, zu sein.

NoComment
00
10.9.2009, 16:28

leisten können es sich die meisten ja eh auf 20-25 jahre, wo liegt das problem beim hauskauf über die bank? viele lassen es sich halt einreden, dass es eine wahnsinnshüte sein soll mit 200m2 und mehr etc.

minimonkey
10
10.9.2009, 15:55

um 200 möpse bekommens bei mir grad a hundehütte.

schlecken und gewinnen
00
10.9.2009, 15:54

konsumschulden hab ich gemeint.

NoComment
00
10.9.2009, 16:27

ja dann stimme ich ihnen vollinhaltlich zu.

DocSnyder
 
11
10.9.2009, 15:05
ich hätt noch ein paar....

...angeobt und nachfrage bestimmen den preis
und
gehts der wirtschaft gut gehts uns allen gut ;)

DD1981
04
10.9.2009, 11:08

Ich finde man sollte Unterscheiden in "Konsumschulden" und z.B. Schulden machen zur Wohnraumbeschaffung (Hauskauf).

Der BMW, der Plasmabildschirm oder auch das Iphone sind Konsumschulden wo das Geld quasi rausgeschmissen wird.

Ein Haus hat durchaus einen Sinn und der Wert eines Hauses oder einer Wohnung steigt eher als er fällt.

Man sollte also unterscheiden ob ein Jugendlicher 100.000 Euro für einen BMW ausgibt den er in 10 Jahren gerade noch verschrotten kann oder ob er sich für 100.000 Euro eine Eigentumswohnung kauft die er in 10 Jahren auch darum wieder verkaufen kann wenn er möchte.

Der Österreicher
01
10.9.2009, 13:17

Ja und Nein. Wenn man ohne Eigentmittel sich einen Mords Kredit nimmt und dann nach 5 Jahren draufkommt, das das alles nicht leistbar ist, habe ich wenig Verständnis für diese Häuslbauer.

Dann wird gross gejammert, sie nehmen uns das Haus weg. Aber das Haus gehört der Bank.

Allerdings ist beim Haus ja noch was zu holen, es ist die Sicherheit. Bei Konsumausgaben ist das nicht der Fall. Und das ist doppelt unverschämt.

Daniel Harker
00
10.9.2009, 16:04

Ein Kredit ist ja nicht etwas, was man aus einem Automaten nimmt, sondern da ist jemand, der die Entscheidung dazu trifft. Und den Heini kann man auch fragen, was er sich dabei gedacht hat.

Zum Schuldenmachen gehören nämlich immer zwei.

Wr. Bezirksrätin 83
 
02
10.9.2009, 14:33
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/09/d... ar-in.html

naja, das mit der `Sicherheit`der Immobilie..
ist auch relativ..

Sprich; Angebot/Nachfrage abhängig.

Und wenn lebende Menschen wg. zuwenig Geld/Einkommen nicht (mehr) als KäuferInnen auftreten (können)...
tja.

(Distanziere mich hier natürlich von allen infos & links dieser hier verlinkten HP, *g*)

Daniel Harker
00
10.9.2009, 16:33
Interessant.

Statt die leer stehenden Häuser Obdachlosen zu überlassen, werden auch noch Unternehmen bezahlt, ganze Wohngebiete zu planieren. Wahrscheinlich mit dem Argument, die Obdachlosen lassen die Häuser vergammeln.
Aber irgendwann werden die Banken die Planierraupen-Unternehmen nicht mehr bezahlen können, und dann werden die Häuser stehen bleiben. Und dann wird es ganz natürliche Entwicklungen geben.

chelene chirsch
10
21.12.2009, 13:49

was wäre dann das argument, nicht obdachlos zu sein ? wozu sollte ich dann miete zahlen ?

verteilungsgerechtigkeit - na, vielleicht. enteignung - nein danke.

rage1864
00
10.9.2009, 12:15

Wird bereits unterteilt, wer von der Buchhaltung kommt und das kommen die Statistik-Ersteller zu hoher Wahrscheinlichkeit, unterscheidet das.

Trotzdem bleibt Schuld Schuld, ob es für die Firma, für's Haus, für das Auto oder für die Frauen ausgegeben wird bleibt "g'hupft wie g'hatscht".

Das einzige was ich als Verschwendung sehen würde, wäre ein Kredit für einen Urlaub.

anders and
 
00
10.9.2009, 16:31
entscheidend ist, welcher Wert der Schuld gegenübersteht

der ist bei einer Eigentumswohnung meist fast gleich hoch wie das dafür ausgegebenen Geld,
bei einem Auto oder einem selbst errichteten Haus aber deutlich geringer.

will-alles.at
11
10.9.2009, 10:39


Jeder ist seines Glückes Schmied.... Bei den Jungen ist's halt besonders tragisch, da sie dieses Fehlverhalten (zumeist) vorgelebt bekommen.

In unserer Wertewelt ist halt das Materielle am ersten Platz. Das fordert natürlich seinen Tribut unter jenen, die auf die Vorfinanzierung setzen.

Ohne Sinneswandel - Anzeichen dafür erkenne ich keine - wird sich der status quo leider nur verschlechtern.

Wer Alternativen sucht, dem helfe ich gerne:
http://will-alles.at/

ruoli
00
18.10.2009, 17:20
Kredit

oder anders ausgedrückt, mit welchem Preis sich das für die Schulden gekaufte bewerten lässt. Ist der Wert nachhaltig (Gold, Grundstück etc.) oder ist der Wert nicht nachhaltig, da er durch Benützung einen Werverfall erleidet (KFZ, Fernseher, PC). Einen Kredit aufzunehmen, um eine nachhaltiges Objekt zu erwerben, ist sicher besser, aber meist kommen ja noch die Kaufpreisnebenkosten dazu und die Zinszahlungen (zb: Haus9, also sollte man auch hier 20 bis 30 % Eigenmittel aufbringen können...

anders and
 
00
10.9.2009, 16:32

wieder jemand, der den Jugendlichen unterstellt, sie seien zu eigenständigen Entscheidungen nicht in der Lage.

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