OECD: Akademiker bringen dem Staat mehr Geld als sie ihn kosten

8. September 2009, 14:54

Nutzen liegt in Österreich fast 40.000 Dollar über staatlichen Ausgaben - Großteil der Gesamtinvestition wird von Studenten selbst getragen

Wien- Dass Akademiker von ihrem höheren Bildungsabschluss finanziell profitieren, ist bekannt. Wie die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2009" ("Education at a Glance") zeigt, ist der Abschluss eines Studiums auch für den Staat ein gutes Geschäft: Österreich nimmt durch einen Akademiker um 37.586 Dollar (kaufkraftbereinigt) mehr ein, als er für dessen Studium ausgegeben hat (55.608). Im OECD-Schnitt liegen die Staatsausgaben für einen Studenten bei 27.936 Dollar, die Einnahmen liegen bei 79.890 Dollar - was die "Regierungen stark zur Ausweitung des Tertiärbereichs motivieren könnte", schreibt die OECD.

Vorteile: Steuern und weniger Ausgaben im Gesundheitswesen

Dabei profitiert der Staat nicht nur durch die einkommensbezogenen Mehreinnahmen wie Steuern. Die OECD verweist auch auf den besseren Gesundheitszustand von Bessergebildeten, was die Ausgaben im öffentlichen Gesundheitswesen und damit die öffentlichen Ausgaben senkt. Dank ihres höheren Einkommens konsumieren Akademiker zudem mehr Waren und Dienstleistungen und liefern auf diesem Weg auch mehr Einkommenssteuer- und Sozialversicherungsabgaben ab.

Insgesamt liegen die Investitionskosten für das Studium eines Mannes in Österreich (persönliche und staatliche Kosten, entgangenes Einkommen für den Studenten und entgangene Steuern für den Staat) bei über 100.000 Dollar (Barwert; OECD-Schnitt: rund 67.000 Dollar). Rund die Hälfte dieser Kosten tragen österreichische Studenten selber, der größte Brocken ist das entgangene Einkommen mit mehr als 35.000 Dollar. "Das macht eine Entscheidung über eine weitere Bildungsteilnahme im Tertiärbereich äußerst schwierig, da vor allem für junge Menschen aus einkommensschwächeren Schichten viel auf dem Spiel steht", heißt es in dem Bericht.

Bei Frauen Vorteil geringer

Diesen Investitionskosten stehen die Einkommensvorteile eines Hochschulabsolventen gegenüber: Bei Männern sind es in Österreich über das gesamte Erwerbsleben 201.993 Dollar brutto, im Länderdurchschnitt 186.434; Bei Frauen fällt der Vorteil geringer aus (Österreich; 173.711 Dollar, Länderschnitt: 134.051 Dollar). Unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Steuer, Sozialversicherung, Erwerbslosigkeit, etc. hat die OECD einen "Kapitalwert" errechnet - also jenen finanziellen Vorteil, der sich unter dem Strich während des Erwerbslebens ergibt: Und dieser liegt bei einem Akademiker in Österreich bei 60.519 Dollar (OECD: 82.007) und bei einer Akademikerin bei 42.915 Dollar (51.986). (APA)

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Papa Breitfuss
 
01
12.10.2009, 11:47
Wir vomn Fanclub haben kein Wort verstanden

am Verteilerkreis regiert das Choatentum
Papa Breitfuss

derEismann
00
17.9.2009, 13:35
Kurzsichtigkeit

Die Politik wird trotzdem nichts unternehmen, da der Gewinn sich erst über die Zeit einstellt. Eine Förderung der Studenten und der Bildung allgemein bringt erst den nächsten Regierungen etwas und belastet das Budget schon heute.

Da wir ja immer nur in fünf Jahresschritten regiert werden, wird sich kein Politiker seine super?? Bilanzen drücken lassen für etwas, wo jemand anderes den Ruhm ernten wird.

Die Demokratie ist eine schlechte Regierungsform, aber die Beste, die wir kennen.

aber geh ;-)
10

finanziell gesehen ist ein studium also absolut für'n hugo. 42.000 ist ein sehr gutes akademiker jahresgehalt. wenn das den unterschied ausmacht, kann man es sich echt schenken.

aber der finanzielle vorteil ist ja nicht der einzige...

samba cat
01
"42.000 ist ein sehr gutes akademiker jahresgehalt"

??!
42000 dollar sind nicht einmal 30000 euro.
und selbst in euro waeren 42000 grad mal ein gutes einstiegsgehalt fuer akademiker.

vielleicht solltest du mal ein woertchen mit deinem chef plaudern...?

value
 
00

Und mit den 60% Studienabbrechern die dann in Call-Centern tätig werden ist die Rechnung wieder fürn Hugo.

tock tock tock
00
16.12.2011, 13:38

Schwachsinn! Viele Studenten kommen aus einer BHS und haben somit eine abgeschlossene Berufsausbildung. Die arbeiten auch als Abbrecher nicht in einem Callcenter.

Abgesehen davon sind viele Studienabbrecher "Jobouts" - d.h. die haben neben dem Studium immer mehr gearbeitet und dann halt irgendwann aufs fertig studieren verzichtet und arbeiten halt nur noch.

Redwraithvienna
01
Dann sollte man sich vielleicht fragen warum

die 60 % das studium abbrechen und wie man das verhindern kann.

aber der österreichische weg scheint zu sein möglichst viele vor dem beginn des studiums abzuschrecken.

weiter lesen
11
Vor dem Studium

inskribiert sich Student für A,B,C und D.
Wei er indifferent ist.

Wenn er nicht alle Studien abschliesst, dann ist er in B,C und D ein Abbrecher..
Dies könnte eine Erklärung sein....

Redwraithvienna
12
Kennen sie wirklich leute die sich für 4 Studien inskribieren ?

Ich nicht.

Ich kenn Leute die zwei machen, und dann zb. die Wahlfächer aus dem einen ins andere übernehmen.

Oder Leute die von A nach B wechseln. (mich eingeschlossen)

Aber auch da kommen keine 60 % zusammen.

Ichkenn aber viele die aufgeben weil sie mit den Rahmenbedingungen nicht zurecht kommen.

Jetzt kann man sagen "Thats life" und pech ... aber na jo ... wenn man nimmt das Absolventen von Unis ihr Geld wieder reinspielen dann sollte man vielleicht dran denken das System zu ändern statt zu sagen "passt eh alles, die schwächsten kommen halt nicht durch"

Anschauungsunterricht Leben
00
11.12.2009, 15:38
Nach Schätzungen sind 30% der Inskribierten an der TU Wien so genannte Microsoft-Studenten

...die nur wegen der Softwarelizenzen dort inskribiert sind.

An der WU Wien hat die ÖH vor Umstellung auf das Bakkelaureat allen Diplomstudierenden dringend geraten, noch schnell alle verfügbaren Studien zusätzlich zu inskribieren, da sonst ein späterer Wechsel nicht mehr möglich gewesen wäre.

Dazu kommen noch alle Studienwechsler und dann eben die große Masse jener, die beispielsweise ein geisteswissenschaftliches Studium einfach aus Interesse nebenbei inskribieren (und jene Kurse die sie tatsächlich abschließen als Wahlfächer anrechnen lassen oder einfach direkt im CV anführen), ohne konkrete Intention, dieses je abzuschließen.

Da kommt schon einiges an Akademikern zusammen, die unterwegs mehrfach als Studienabbrecher geführt werden.

Li-Ion
00
12.10.2009, 13:17
ich war für 3 inskribiert

Hauptstudium und ein weiteres technisches, weil ich mir am Anfang nichtmal sicher war ob ich E-Technik oder Telematik machen will und dann noch mich an der Wirtschaft versucht, was mich aber bald gar nicht interessiert hat. War aber trotzdem interessant zumindest ein paar Grundlagen mitzubekommen.

Mein Hauptstudium hab ich abgeschlossen, die anderen beiden abgebrochen ergo 66% Abbruchsrate ;)

derEismann
00
17.9.2009, 13:30

Also ich habe bis zu meinem Ende des Studiums insgesamt 5 Studien inskribiert. Zwei davon aufgrund der Wahlfächer (die erste Wahl war leider zu Nahe an meinem Hauptstudium und hatte daher die Vorraussetzung, dass ich dort ein bestimmtes Semester für meine notwendigen Wahlfächer hatte). Außerdem waren die dann notwendig für den Umstieg von Bakk. auf Master.

Die anderen beiden aus reinem Interesse auf einer anderen Uni (auch eben für die freien Wahlfächer, Mitbeleger wollte ich nicht machen, da ich dann bei Sprachenkursen benachteiligt worden wäre).

Tjo, so ist das halt gewachsen. Ach ja, und Nummer 5 ist natürlich mein Hauptstudium, dass ich abgeschlossen habe :).

RS69
 
00
10.9.2009, 11:40

Ich kenne einige.

Zu meiner Zeit (vor ca 10 Jahren) war's auch noch so, dass Sie ein anderes Studium zwischen Diplomstudium und Dissertationsstudium inskribieren mussten, falls Sie das Diplom mitten im Semester abgeschlossen haben - sonst waren Sie dann ein paar Monate nicht inskribiert (Und konnten nicht anfangen).

Viele Techniker inskribierten zumindest damals nebenbei Wirtschaft, oder ein zweites technisches studium, um ein paar interessante Vorlesungen / Übungen rein zu holen. Da kommen manchmal schon mehrer inkribierte Studien zusammen.

Stephan Weinberger
00
12.10.2009, 12:01

Eh, aber wie "weiter lesen" schon geschrieben hat ist das allein völlig untauglich um die Zahl der "Studienabbrecher" zu ermitteln. Das sind ja eigentlich nur jene, die kein Studium mehr inskribieren bevor sie (zumindest) eine der vorher inskribierten Studienrichtungen abgeschlossen haben.

weiter lesen
00
ich

wollte nicht über Studienabbrecher urteilen (Rahmenbedingungen etc.), sondern eher die 60% hinterfragen.

Ich hab mich u.a. auch für Philosophie und Politik inskribiert.
Beides war nicht meine Sache, so könnte ich die 60% raufgepuscht haben...

Bei diesen Richtungen bin ich noch eine "Karteileiche"

Papp Kamerad
00
Aha, wann inskripiert?

weiter lesen
00

02,
warum?

Papp Kamerad
00
Wie könnens dann eine Karteileiche sein?

Immer Studiengebühr bezahlt und nix getan?

derEismann
00
17.9.2009, 13:32

Nein, man zahlt nur einmal die Gebühren und kann dann so viele Studien inskribieren, wie man will. Wenn er sich unter anderem für Philosophie interessiert hat, dann hat es ihn nichts gekostet, da er für sein Hauptstudium ohnehin die Gebühren zahlen muss.

lichte werk ing
00

lernen?

weekend friend
00

Sowas dürfen Sie hier aber nicht sagen! Sie Böser, Sie! ;-)

Redwraithvienna
01
fehlendes lernen als einzigen (oder auch nur den Hauptgrund)

azusehen warum man sein studium abbricht greift etwas zu kurz denk ich mal.

Aber ja Faulheit und "Das studentenleben" ist immer eine beliebte ausreden wenn es darum geht warum Menschen ihr studium abbrechen.

quapil2
02

Hat die OECD bei ihrer Studie auch berücksichtigt, dass den akademikern 7 Jahre Pension fehlen (drei für gymnasium und vier für das studium) die ihnen bei der Pensionsabrechnung nicht angerechnet werden ? Das ist ein Skandal, weil jedem Lehrling seine Ausbildung angerechent wird und Akademiker quasi 7 Jahre länger arbeiten müssten oder die jahre nachkaufen (zwischen 40.000,- und ca95.000,- je nachdem wann sie es machen)

chilli p.
00

der preis für 1 monat studienzeit-nachkauf ist heuer € 611,- (wenn ich's recht im kopf habe), bis zu 4 jahre kann man nachkaufen, gibt in summe rund 30.000,- - nur um der wahrheit die ehre zu geben.

Herr Plumm
01

na dann. guter grund den doktoranden und postdocs mehr zu geben --> message an FWF und co.

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