Österreichs Akademikerquote weit unter OECD-Schnitt

8. September 2009, 14:08
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    grafik: apa

OECD: "Zeit in Bildung zu investieren" - Deutlicher Einkommensbonus durch Studium

Wien - Um das große Ziel der Politik zu erreichen, Österreich unter den drei innovationsstärksten Ländern Europas zu positionieren, scheint noch viel Arbeit an der Basis notwendig: Zumindest zeigt die Entwicklung der Akademikerquote eine im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Dynamik. Dem entsprechend liegt der Anteil der Akademiker an der 25- bis 64-jährigen Bevölkerung hierzulande mit derzeit 18 Prozent noch neun Prozentpunkte unter dem Schnitt der OECD-Länder, heißt es in der aktuellen OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2009" ("Education at a Glance").

Zuwachsraten in Polen

Die Zahl der Bildungsabschlüsse im Tertiärbereich stieg in Österreich zwischen 1998 und 2007 jährlich im Schnitt um 3,2 Prozent, für die OECD-Länder ergibt sich hingegen ein Durchschnittswert von 3,4 Prozent. In Finnland liegt der Wert zwar nur bei 1,9 Prozent und in Deutschland bei 0,5 Prozent, allerdings haben diese Länder bereits eine deutlich höhere Akademikerquote von 36 bzw. 24 Prozent. Deutlich höhere Zuwachsraten weisen etwa Polen mit einem jährlichen Plus von 6,4 Prozent auf, das Österreich mit einer Akademikerquote von 19 Prozent damit bereits überflügelt hat, oder Italien (jährlich plus 5,2 Prozent) und Portugal (jährlich plus 6,2 Prozent), beide Länder allerdings von einem niedrigen Ausgangsniveau.

Geringe Studienabbrecherquote

22,1 Prozent eines Altersjahrgangs schließen in Österreich ein Hochschulstudium ab - das ist weit unter dem Durchschnitt der OECD-Länder von 38,7 Prozent. Zwar stieg in Österreich die Abschlussquote seit 1995 bis heute um etwa zwölf Prozentpunkte, doch im Schnitt der OECD-Länder beträgt der Sprung rund 19 Prozentpunkte. Weniger Personen eines Altersjahrgangs schließen nur in Griechenland (18 Prozent) ein Hochschulstudium ab. Auch bei der Studienanfängerquote findet sich Österreich mit 42 Prozent unter dem OECD-Schnitt von 56 Prozent wieder, allerdings stieg sie seit 1995 um 15 Prozentpunkte (OECD: 19 Prozentpunkte). Die Studien-Abbrecherquote lag 2005 hierzulande bei 24 Prozent (OECD-Schnitt: 31 Prozent).

OECD: "Jetzt ist der Zeitpunkt, in Bildung zu investieren"

"Wenn Österreich gestärkt aus dieser Wirtschaftskrise hervorgehen will, dann ist jetzt der Zeitpunkt, in Bildung und höhere Qualifikation zu investieren", betonte die OECD-Direktorin für Bildung, Barbara Ischinger. Das gelte für die Erstqualifikation wie auch für die Weiterbildung. Schon vor der Wirtschaftskrise hat sich laut OECD gezeigt, dass der Bedarf der Wirtschaft an Hochqualifizierten durch das österreichische Bildungssystem nicht ausreichend gedeckt wird. Dafür sprechen etwa eine deutlich niedrigere Arbeitslosigkeit für Erwerbstätige mit Hochschulausbildung und die überdurchschnittlich hohen Gehälter.

Studieren zahlt sich aus

Und ein Hochschul- oder Fachhochschulstudium zahlt sich aus: Männer, die in Österreich nach Schulabschuss direkt ein Studium aufnehmen, können in ihrer Erwerbszeit mit einem Einkommensbonus von durchschnittlich 178.000 Euro (202.000 Dollar in Kaufkraftparitäten) brutto nach heutigem Wert rechnen, Frauen aufgrund der niedrigeren Löhne mit 153.000 Euro (174.000 Dollar in Kaufkraftparitäten). Der OECD-Mittelwert liegt bei 186.000 Dollar für Männer und 134.000 Dollar für Frauen, zeigen die Berechnungen zu Bildungserträgen über die gesamte Erwerbsphase.

Selbst wenn man Ausbildungskosten und Einkommensausfälle während der Ausbildungsphase einberechnet, bleibt unterm Strich ein finanzieller Vorteil ("Kapitalwert") von 82.000 Dollar für Männer und 52.000 Dollar für Frauen im OECD-Schnitt. In Österreich liegt dieser Wert für Männer bei 60.500 und für Frauen bei 43.000 Dollar. Da ein Teil dieser Bildungserträge als zusätzliche Steuern und Sozialbeiträge abgeführt wird, ergeben sich dadurch auch hohe öffentliche Erträge. (APA)

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15 Postings
ich habe den verdacht hier werden äpfel mit birnen verglichen

in anderen ländern gibt es keine bhs, hak und htl, statt dessen kurzstudien, die mit einem bachelor abschliessen und somit schon einen akademischen grad darstellen. ebenso ist in anderen ländern die lehrerausbildung auf allen ebene akademisch.

heute macht die arbeit eines handelsakademikers !!! ein studierter betriebswirt, die eines htlers ein tu-absolvent ... wobei das niveau nicht wirklich höher ist ... hatte vor kurzem das 30-jährige maturajubiläum und unser mathematikprofessor der noch immer unterrichtet meinte, dass er heute schularbeiten wie wir sie bekamen, nicht mehr geben kann, da sie kein schüler positiv absolvieren könnte. also was soll die ganze statistik ... ??? ... nivellierung nach unten ...

cool im kühlen finland, ist wohl jeder hausmeister (managementstudium), mechaniker (bwl+ingenieurstudium), maurer (zumindest statiker, besser architekt), ein gstudierter !!


nicht schlecht !!

wer da wohl zu den 64% ohne studium gehört. (wahrscheinlich die unter 20 jährigen, dann vielleicht die 1/2 der über 70 jährigen, war ja noch nicht so üblich früher), dann wird es aber schon schwierig !

Ja hilfsarbeiter vielleicht, die brauchen noch kein studium in fin.
Aber sonst ??

seh gerade im text wird die grafik erklärt, die 64% nichtak. beziehen sich nicht auf die gesamtbev.

ah geh

Dewei hams eh das neue Hochschulgesetz extra so geschrieben, dass dank Bachelor (nun beispielsweise auch auf der Pedag - da gabs ja früher keinen akademischen Grad) mehr Leute die Chance haben schnell einen akademischen Grad zu erwerben.

Über die Auswirkungen des Bachelor-Master-Systems in sehr vielen Studienrichtungen will ich mich hier lieber nicht auslassen...

...

natürlich PädAk

Alles wird veradministriert...

Österreich wird nicht nur von Versagern regiert, sondern Jobs die Qualifikationen benötigten, sind auch besetzt durch Verwaltungspersonal, dass den Arsch schon seit über 20 Jahren auf diesem Sessel hat - da sitzen Personen, die keinen Dunst haben, und ein Vielfaches an Zeit draufgeht, als wenns, qualifizierte Personen machen würden.
Klar kann ich für ALLES 40 h benötigen und ne Menge kassieren, gebildete/erfahrene Leute schaffens halt in der Hälfte der Zeit, aber Österreich und viele andere Länder sind reine Administrationsvölker: schaut Euch mal die ausgeschriebenen Jobs an...
Alles wird veradministriert, Absolventen werden untengehalten, bis das Erlernte wieder "weg" ist und dann sind sie erst recht untauglich für ihren Bereich...

ohne BHS hätten wir mit Sicherheit eine höhere Akademikerquote!

Das Problem: Abgänger einer BHS sind für die Wirtschaft praktischer, da billiger und schneller ausgebildet!

bitte gebts den Krankenschwestern, Volkschullehrern und Kindergärtnern endlich ihren Bätschelor oder Master. Damit ist dann endlich eine Ruhe mit der niedrigen Akademikerquote.

ist ja eh ernsthaft geplant, soweit ich weiß!?

"dass der Bedarf der Wirtschaft an Hochqualifizierten durch das österreichische Bildungssystem nicht ausreichend gedeckt wird"

und deshalb müssen fertige Absolventen oft jahrelang in der Gratis-Praktikum-Schleife.

Weil sie die Wirtschaft so händeringend sucht.

das kommt davon, wenn österreich von versagern regiert wird!

nie und nimma

solange in Österreich die Mehrheit über Studenten negativ spricht und denkt - und dies sind gerade diejenigen, denen es an Bildung und Intelligenz fehlt - wird der Status des Studiums weder in der Durchführung noch in der folgenden Berufssuche/wahl und Bezahlung einen höheren Platz einnehmen können.
Wenn Putzfrauen und Billa-Verkäufer/innen, während sie in ihrer Fettleibigkeit ein Semmerl reinstopfen und drüber diskutieren, "doss da sohn wieder an fetzn hambroch hot" meinen, "jo den Titel kaun i mir heit a kaufn" und "Studenten soin wos oaweitn" oder "san ois studierte trottln" - und diese Einstellung etwa 80% der Bevölkerung einnehmen, so schadet die Blödheit/Masse immer in ihrem Unwissen der langfristigen positiven Bildungsentwicklung.

Für den ORF

könnt mir da eine sog. Realityshow vorstellen ala "Ich bin ein Student in Österreich ! Holt mich hier raus !" Die Studenten müssen lustige Aufgaben erfüllen die alle gängigen Vorurteile abdecken zur Gaudi des Fernsehfröhnenden Volkes. Dabei machen sie sich komplett zum Affen und dürfen au noch regelmässig rausgewählt werden (Staatsbürgerschaft weg erwägen). Der Gewinner bekommt ein Date mit der Billaputze ! und eine Fahrrad ! lol

rischtisch

völlig richtig - Man muss bei Bildungsfragen einfach schon früh ansetzen.

Kinder weißmachen, dass sie sich einen Titel kaufen können wenn sie nur "Fetzn" nach Hause bringen, ist der falsche Weg.

Jedoch sehe ich auch ein grundsätzliches Problem der Jugendförderung. Die politische Landschaft hat es immer noch nicht zustande gebracht die "No-Future-Generation" gesellschaftsfähig zu machen. Manche Eltern - 80% - sollten keine Kinder bekommen.

Da hat man Studienergebnisse wieder hergebügelt, auf dass diese ins Konzept passen.

Anderswo liest sich das völlig, aber wirklich völlig anders: Die Einkommensunterschiede sind minimal, rechnet man die einkommenslosen Zeiten des Studiums mit ein, noch minimaler und in Schweden etwa zahlt ein Akademiker überhaupt drauf.

Wo liest es sich


denn "völlig anders"...?

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