Brigitte Zypries gegen Vorgehen bei Digitalisierung und gegen drohende Monopolstellung
Im Streit um die weltweite
Digitalisierung von Büchern wirft deutsche Justizministerin Brigitte
Zypries (SPD) dem Internetgiganten Google "schlicht rechtswidriges"
Verhalten vor. "Google sagt: Wir scannen erstmal, schaffen Fakten,
und wenn es einen Urheber stört, dann kann er sich ja melden", sagte
die Ministerin den "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstag-Ausgabe).
Monopolstellung
Zypries warnte zugleich vor einer Monopolstellung von Google beim
digitalen Angebot von Buchinhalten. Im Moment sei die Nutzung
kostenfrei, aber das könne sich schnell ändern, wenn Google zum
Beispiel verkauft werde, sagte sie der Zeitung. "Der Buchbestand
dieser Welt darf nicht in die Hände eines Monopolisten fallen, der
die Preise diktiert und entscheidet, wer Zugang zu den Büchern hat."
Harte Verhandlungen
In diesem Zusammenhang forderte Zypries die Bibliotheken auf, hart
zu verhandeln, wenn Google wegen einer Digitalisierung von Büchern
anfragt, deren urheberrechtlicher Schutz schon abgelaufen ist. Die
Bibliotheken müssten zumindest darauf bestehen, von jedem Buch, das
sie zur Verfügung stellen, eine digitalisierte Kopie zu bekommen,
forderte die Ministerin. (APA)