OECD-Studie

Die Österreich-Ergebnisse 2009 im Detail

8. September 2009, 11:14

Von Kosten pro Schüler bis zur Drop Out-Rate an den Unis

Detailergebnisse aus der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2009" ("Education at A Glance") in Kurzform:

AUSGABEN PRO SCHÜLER/STUDENT: Diese betrugen 2006 von der Volksschule bis zur Hochschule kaufkraftbereinigt in Österreich pro Kopf und Jahr durchschnittlich 10.895 Dollar, im OECD-Schnitt 7.840 Dollar.

BILDUNGSAUSGABEN: 1995 wurden in Österreich noch 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Bildung ausgegeben (OECD: 5,4), 2006 waren es nur mehr 5,5 Prozent (OECD: 5,7). Der Anteil der Bildungsausgaben an den öffentlichen Gesamtausgaben ist in diesem Zeitraum in Österreich nur minimal angestiegen auf 11,0 Prozent (1995: 10,8), im OECD-Schnitt stieg er dagegen von 12,9 auf 13,3 Prozent. Von den gesamten Bildungsausgaben wurden 2006 in Österreich 89,2 Prozent von der öffentlichen Hand finanziert, die privaten Investitionen beliefen sich auf 10,8 Prozent.

AUFWENDUNGEN FÜR HOCHSCHULABSOLVENTEN: Mit Aufwendungen in Höhe von 80.283 Dollar pro Hochschul-Absolvent im Jahr 2006 lag Österreich im internationalen Spitzenfeld. Das OECD-Mittel liegt bei 50.547 Dollar.

STUDIENANFÄNGERQUOTE: In Österreich begannen 42 Prozent eines Altersjahrgangs im Jahr 2007 ein Hochschulstudium, in der OECD 56 Prozent. Seit 1995 ist dieser Anteil in Österreich um 15 Prozentpunkte gestiegen, im OECD-Raum um 19 Prozentpunkte.

STUDIENABBRECHERQUOTE: In Österreich haben im Jahr 2005 24 Prozent ihr Studium abgebrochen, im OECD-Schnitt waren es 31 Prozent.

HOCHSCHULABSOLVENTEN EINES JAHRGANGS: In Österreich schließen 22 Prozent eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium ab (Erstabschluss), im OECD-Schnitt 39 Prozent. Von 1995 bis 2007 ist der Anteil der Hochschulabsolventen in Österreich um zwölf Prozentpunkte gewachsen, im OECD-Schnitt um 19 Prozent.

AKADEMIKERQUOTE: Der Anteil der Akademiker an der 25- bis 64-jährigen Bevölkerung liegt in Österreich konstant bei 18 Prozent (2007). Das ist deutlich unter dem OECD-Schnitt von 27 Prozent.

AUSLÄNDISCHE STUDENTEN: Österreich ist mit einem Anteil von 16,7 Prozent ausländischer Studenten im Jahr 2007 - einem der höchsten in den OECD-Ländern - ein beliebter Studienstandort.

BILDUNGSBETEILIGUNG: 21 Prozent der 15- bis 19-Jährigen Österreicher besuchen bereits keine Bildungseinrichtung mehr, damit liegt Österreich im hinteren Drittel der OECD-Länder. Die Beteiligung der 15- bis 19-Jährigen stieg in den OECD-Ländern zwischen 1995 und 2007 im Schnitt von 74 auf 81 Prozent, in Österreich wuchs die Bildungsbeteiligung dieser Altersgruppe in diesem Zeitraum von 75 auf 79 Prozent.

BILDUNGSERTRAG: Ein Hochschulstudium bringt Österreichern im Laufe ihrer Erwerbstätigkeit einen Einkommensbonus von durchschnittlich 178.000 Euro (202.000 Dollar in Kaufkraftparitäten) brutto nach heutigem Wert (2005) gerechnet, Österreicherinnen aufgrund der niedrigeren Löhne ein Plus von 153.000 Euro (174.000 Dollar in Kaufkraftparitäten). Der OECD-Mittelwert liegt bei 186.000 Dollar für Männer und 134.000 Dollar für Frauen.

BETREUUNGSVERHÄLTNIS AN SCHULEN: An Volksschulen kamen in Österreich 2007 statistisch 13,6 Schüler auf einen Lehrer (OECD-Schnitt 16,0), in der Sekundarstufe (Zehn- bis 19-Jährige) 10,6 Schüler (OECD: 13,0).

KLASSENGRÖSSE: Die durchschnittliche Klassengröße lag 2007 in Österreich in der Volksschule bei 19,9 Kindern (OECD: 21,4) und im Sekundarbereich I (Hauptschule, AHS-Unterstufe) bei 24,1 Kindern (OECD: 23,9).

UNTERRICHTSZEIT: Sieben- bis Acht-Jährige haben in Österreich 2007 weniger Unterricht als in den anderen Industriestaaten (735 Stunden pro Jahr gegenüber OECD-Schnitt 790), Neun- bis Elf-Jährige ebenfalls etwas weniger (Ö: 812 Stunden, OECD: 835) und Zwölf- bis 14-Jährige etwas mehr (Ö: 958 Stunden, OECD: 926).

LEHRERGEHÄLTER: Die Lehrergehälter in Österreich liegen laut Daten aus 2007 in der Volksschule mit jährlich 28.172 Dollar (kaufkraftbereinigt) am Anfang der Karriere im OECD-Schnitt (28.687 Dollar), das Höchstgehalt ist mit 55.852 Dollar deutlich höher als in den Industriestaaten (47.747). Im Sekundarbereich I (Hauptschule, AHS-Unterstufe) sind die Anfangsgehälter mit 29.446 Dollar leicht unterdurchschnittlich (OECD: 31.000), das Höchstgehalt mit 58.046 Dollar liegt dagegen deutlich über dem OECD-Schnitt von 51.470 Dollar. Ähnlich die Daten für den Sekundarbereich II (AHS-Oberstufe, BHS): die Anfangsgehälter in diesem Bereich liegen in Österreich bei 29.863 Dollar pro Jahr (OECD: 32.183), am Ende der Karriere gibt es in Österreich maximal 61.170 Dollar, im OECD-Schnitt 54.440 Dollar. (APA)

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15 Postings
derEismann
00
16.9.2009, 22:15
Kosten pro Student (2)

Ok, habe jetzt dazu etwas gefunden.

Bei der Studie werden die gesamten Kosten der Uni (also Forschung etc.) durch die Anzahl der Studenten dividiert. Daher würde eine höhere Anzahl an Studenten bei gleicher Qualität die Kosten senken. Also eine eher sinnlose Studie, da sie nicht wirklich die Bildungsausgaben angibt. Eine Uni betreibt nämlich Forschung etc. und ist nicht nur eine reine Bildungseinrichtung. Anders schaut es natürlich bei der Primär- und Sekundarstufe aus, dort macht es natürlich Sinn durch die Zahl der Schüler zu dividieren.

derEismann
00
16.9.2009, 22:09
Kosten pro Student

<<80.283 Dollar pro Hochschul-Absolvent>>

Mich würde interessieren, was da bitte alles reingerechnet wird. Ich kann mich bei meinem Studium daran erinnern in einem überfüllten Hörsaal gesessen zu haben. Außerdem mußte ich mir Skripten etc. alles selbst kaufen (und das Papier für die Prüfungen auch selbst mitnehmen).

Also wenn ich dafür, was ich da bekommen habe, 80.000 Euro gekostet habe, hat da das Bildungsministerium aber verdammt schlecht verhandelt. Aber ich glaube eher, dass da die gesamten Kosten der Uni (also auch Forschung und Entwicklung etc.) auf die Studenten umgelegt werden, damit wir so hohe Ausgaben zusammenbringen. Oder sind die Mieten für den Hörsaal so verdammt teuer?

Anders kann ichs mir nicht erklären.

sam duke
00
wer

dokumentiert die dokumentierer.

posaunist
00
29.11.2010, 20:28
wer fragt fragende?

sackl picker
00
toll

dass man in dollar rechnet. die währung hat gegenüber allen ländern hohe schwankungen.

susi.j.
00

Sollten die geringen Schüler im Betreuungsverhältnis mit der verminderten Klassenschülerhöchstzahl zusammen?

susi.j.
00

Also ich, VS Lehrer, 30 Dienstjahre, verdiene knapp 28 000 € im Jahr bei voller Lehrverpflichtung.
Die errechneten 47 000$ ergeben sich bei höchster Dienstklasse und Sonderverwendung. Die Beamten- und Lehrergehälter können jederzeit von jedem interessierten Leser bei der Gewerkschaft abgefragt werden.

Ich B. Sisyphos
 
00

netto?

MrBen
00

na hoffentlich, bruttogehälter kaufkraftbereinigt zu vergleichen macht ja nicht wirklich sinn

Ich B. Sisyphos
 
00

28.000 netto im Jahr als Einstiegsgehalt? Die Gehälter im Artikel sind sicher brutto. Jahresgehälter werden meistens brutto angegeben.

Susi's Gehalt wird netto sein.

susi.j.
00
15.9.2009, 17:46

Hey Sisyphos!
Natürlich netto.
Kein Einstiegsgehalt! Gehalt nach dreißig Arbeitsjahren! Mein Einstiegsgehalt war monatlich 5477S! Die Chefsekretärin im Nachbarhaus verdiente damals über 7000S. Schau die Gehaltsaufstellung der Lehrer auf der Gewerkschaftsseite einmal an.

MrBen
00
10.9.2009, 14:21

wir reden aber über ca. 28.000 USD als Einstiegsgehalt. --> 20.000 EUR, denke doch eher netto,

Richtig: jahresgehälter werden üblicherweise brutto angegeben

ABER: in einer studie in der ich mit kaufkraftbereinigten zahlen arbeite, mach es keinen sinn wenn bruttozahlen verglichen werden, denn bruttogehälter spiegeln keine kaufkraft wieder

Susi's gehalt ist sicher auch netto, da bin ich selbiger meinung

Zeit Geist1
00

Da hatte wohl einer keine Lust die Daten in übersichtliche Balkendiagramme umzuwandeln.

gideon
01
Österreich - von Versagern regiert: hier sind die Ergebnisse

posaunist
00
29.11.2010, 20:30
wo?

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