Lunge 2009

Alltag eines Patienten mit COPD

08. September 2009 12:37
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    Foto: dpa/oliver berg

    Die chronische Bronchitis und das Lungenemphysem kennzeichnen das Bild einer COPD (Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung).

Symposium informiert über vernachlässigte Volkskrankheit

Hattingen - Ein Leben mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) gelingt am besten, wenn sich Betroffene und Angehörige über die Krankheit ausreichend informieren und Maßnahmen der Selbsthilfe ausschöpfen. Das betont Jens Lingemann, Leiter der Koordinationsstelle Lungenemphysem-COPD Deutschland und Organisator des Symposiums Lunge 2009, das am 3. Oktober in Hattingen veranstaltet wird.

Die im Volksmund oftmals als "Raucherlunge" bezeichnete Krankheiten der COPD und Lungenemphysem kennzeichnen sich besonders in häufigem Schleimauswurf, Husten und Atemnot. Betroffen sind laut WHO-Schätzungen fünf Mio. Menschen in Deutschland, eine Mio. in Österreich und 350.000 in der Schweiz. „Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, da viele Fälle zu spät erkannt werden und Hausärzte oft erst dann an den Lungenfacharzt überweisen, wenn der Patient ins Endstadium gelangt ist. In diesem Stadium befindet sich etwa ein Viertel der Erkrankten", so Lingemann. Die Krankheit, deren Hauptursache das Rauchen ist, gilt als unheilbar, wobei die Verschlechterung bei optimaler Behandlung und günstigstem Verlauf stagnieren kann.

Atemphysio und Sauerstofftherapie

Der Alltag eines Patienten mit schwerem COPD-Lungenemphysem ist in hohem Ausmaß von der Krankheit bestimmt. „Schon das Aufwachen ist von Atemnot begleitet, worauf man Medikamente einnimmt und erstmals zu Luft kommt. Alle Vorgänge wie etwa die Morgentoilette können nur langsam durchgeführt werden", berichtet Lingemann, der selbst von der Krankheit betroffen ist. Medikamente, Hinsetzen und Atemholen begleiten auch die meisten restlichen Aktivitäten des Tages, wobei ein Gehwagen jeden Schritt begleitet. Einmal pro Woche steht Atemphysiotherapie am Programm, einmal im Jahr der Klinikaufenthalt zur Rehabilitation.

Unverzichtbar ist für viele Betroffenen auch eine Langzeit-Sauerstofftherapie, bei der über eine Nasenbrille permanent Sauerstoff aus einem Tank in die Lunge befördert wird. Von hier aus gelangt er über die Lungenbläschen ins Blut. „Da der Körper Sauerstoff nicht speichern kann, ist das Sauerstoffniveau im Blut schon wenige Minuten nach Ende einer zusätzlichen Zufuhr so niedrig, als hätte die zusätzliche Zufuhr nie stattgefunden. Das Herz pumpt infolge schneller, was für COPD-Patienten ein besonderes Risiko darstellt, da bereits ihre Medikamente zur Bronchial-Erweiterung für einen erhöhten Puls sorgen. „Die Dauer des Trainings am Ergometer, das zur besseren Belüftung der Lunge und Aufrechterhaltung der Muskulatur wichtig ist, richtet sich nach dem Grad der Erkrankung. „Im schweren Stadium können fünf Minuten schon die Obergrenze sein", so Lingemann.

Soziale Isolation

„Der Besuch von Theater, Konzert, Fußballspiel oder vieler sonstiger Veranstaltungen sind für viele COPD-Patienten undenkbar." COPD und Lungenemphysem beeinträchtigen zudem oft auch psychisch. „Viele Betroffene meiden Menschenansammlungen, da sie glauben, hier keine Luft zu bekommen. Gefährlich sind jedoch besonders die unnötigen Fragen wie ‚warum ich?' oder ‚wie kam es dazu?', die bei vielen immer wieder im Kopf kreisen. Sie machen die Betroffenen traurig oder verbittert, was sich auch auf ihr familiäres Umfeld negativ auswirkt." Im schlimmsten Fall entwickeln sich daraus Depressionen, die den Patienten selbst mitunter den Eindruck eines viel schlechteren Allgemeinzustands vermitteln als dies tatsächlich der Fall ist.

Als wichtigsten Schritt im Umgang mit der Krankheit sieht Lingemann, mit ihr anstatt gegen sie zu leben. „Das Leben endet nicht mit der Diagnose COPD-Lungenemphysem, sondern beginnt neu, nur auf eine andere Art und Weise als bisher. Das gelingt allerdings nur, wenn Patienten die medikamentösen und physikalischen Therapien auch tatsächlich durchführen und nicht selbst verändern oder gar absetzen." Die ständigen Verbesserungen der Hilfsmittel stellten eine wesentliche Erleichterung dar, wozu Lingemann etwa mobile Sauerstoffgeräte zählt, die heute durch längere Bevorhaltungsdauer bei gleichzeitig kleinerem Volumen und Gewicht die Mobilität der Patienten erhöhen. Betroffenen und Angehörigen empfiehlt Lingemann besonders, Informationen über die Krankheit einzuholen. "Mailinglisten und Selbsthilfegruppen geben wichtigen sozialen Rückhalt und halten über neue alle Therapieformen am Laufenden", so der COPD-Experte. (pte)

Mehr Informationen:

Symposium Lunge 2009

 

 

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1 2
homer simpson9
 
16.11.2009 21:29

rauchen tötet

denken sie dran, bevor sie wieder anfangen


Tuesday and Friday
24.09.2009 07:48
selber schuld

Liebe Raucher und RaucherInnen!
Belastet weiter unser Gesundheitssystem! Am besten sollen ins Gras beissen.... Therapien, Sauerstoffmaske.... LUNGENTRANSPLANTATION.... kostet dem Steuerzahler viel Geld! Und wer die Krankheit verschuldet hat (und hier KANN man von einer Schuldfrage ausgehn) - soll dafür bezahlen! Ob mit Geld oder Leben!!!

Sunflare
11.09.2009 17:36
Auf die Frage nach dem Suchtpotenzial von Nikotin und speziell Zigaretten, gestellt von Elvira 12, etwas weiter unten:


Nikotin an sich gilt als einer der Wirkstoffe mit dem höchsten Suchtpotenzial, ist von allen stofflichen Drogen zwischen Crack (Nr.1) und Heroin (Nr.3) einzureihen.

Zigaretten sind Designerdrogen, in denen das Suchtpotenzial des Nikotins optimiert wurde - etwa indem der Rauch künstlich (durch Ammoniak) und durch Einsatz speziell gezüchteter Tabaksorten basischer gemacht wird, was dazu führt, dass das Nikotin noch schneller ins Gehirn gelangt (unter sieben Sekunden) und der Raucher daher noch "besser" konditioniert werden kann. Sprich, die Wirkung (Dopaminausschüttung) wird einfacher mit der Tätigkeit (an der Z. ziehen) verknüpft.

Beigemengter Zucker erhöht das Potenzial ebenfalls. Menthol erleichtert das Einatmen des Rauchs.
Usw., usf...

Elvira 12
09.09.2009 16:21
Behandlung von COPD

Ich bin und war immer Nichtraucherin, habe aber trotzdem einen chronischen Husten, der in seiner Problematik aber weit unter den unten genannten Behinderungen liegt.
Ich fühle mich nur als Wettkampfsportlerin behindert, da ich dieses Hobby nun nicht mehr betreiben kann.
Da sich jene Mitmenschen, die ständig um mich herum sind, aber von meiner Husterei belästigt fühlen, bin ich doch zum Arzt gegangen.
Und jetzt kommt's:
Er hat mir ein cortisonähnliches Präparat verschrieben, dessen Namen ich vergessen habe, weil ich davon erst so richtig Atemnnot bekommen, und es abgesetzt habe.
Gibt es denn nichts Wirksames, von dem man nicht abhängig wird, und das einen wirklich heilt?

Matthias Schindler
10.09.2009 12:19

Die Schulmedizin kann und will auch gar nichts heilen. Das ist nicht vorgesehen. Tut mir leid.

prusiner
09.09.2009 17:07
allergischer Husten?

Antihistaminika schon probiert?

Elvira 12
10.09.2009 13:25
Antihistaminika

...habe ich noch nicht probiert, da ich die voraussichtlichen Nebenwirkungen (Müdigkeit) als schlimmer beurteile als mein eigentliches Leiden.
Wenn ich die Wahl habe zwischen einem Husten, der ungefähr so stört wie ein Tick, und einer ständigen Müdigkeit, so ziehe ich den Husten vor, zumal Antihistaminika ja auch nicht dazu gedacht sind, das Leiden zu heilen. Oder kennen Sie jemanden, der in Zh. mit einem Husten solche je genommen und als Geheilte/r wieder abgesetzt hat? (man beachte bitte die Reihenfolge: erst geheilt, dann abgesetzt!)

prusiner
09.09.2009 15:40
vor kurzem gesehen

.. mit ziemlicher Sicherheit COPD-Patient; Sauerstoffbrille auf und Sauerstoffflasche auf einem Wagerl im Schlepptau;

reisst sich die Sauerstoffbrille runter; heizt schnell einen Tschick durcht, Sauerstoffbrille auf und ein paar Schritte zur anderen Seite der Platzen gemacht; dort wieder das selbe Spiel .. traurig und ärgerlich ..

alexanderletten
 
10.09.2009 08:59

So schaut eben Genuß aus.

prusiner
09.09.2009 15:42
..

.. heizt schnell einen Tschick durch ..

und zur anderen Seite des Platzes gemacht ..

man soll halt nicht so schnell tippseln ..

www.rauchersheriff.at
Link zum Rauchersheriff
09.09.2009 14:24
Rauchfreie Gaststätten bzw. Rauchfreie Arbeitsplätze


Bei unserer vorletzten Pressekonferenz in Linz mit Vizebürgermeisterin, Verwaltungsdirektorin, Abteilungsvorständen des AKH-Linz, war auch der
stv. Leiter der Selbsthilfegruppe COPD!

Erschütternd wie er berichtete, dass er nie aktiv rauchte, also durch "betrieblich verordnetes" Passivrauchen zu seiner schweren Erkrankung
kam, siehe www.sisi.info

Noch schlimmer, dass während der Pressekonferenz die Verwaltungsdirektorin von über 90 % der Linzer Lokale eine Anzeige wegen Nichteinhaltung des Tabakgesetzes überreicht bekam. Oder dass 10 verpachtete "stadteigene" Lokale sich nicht an den Nichtraucherschutz halten, siehe www.sis,info

cyber ferkel
09.09.2009 12:39

Die Frage "warum gerade ich" ist einfach zu beantworten: Weil du geraucht hast.

Wenn man sich die Frage stellt, ist es leider zu spät.

Chief Cohiba
 
09.09.2009 10:25
COPD verschlechtert...

...auch den Allgemeinzustand eines Patienten, so das eine Therapie, etwa bei Lungenkrebs, schwierig ist, bzw. ein Patient im Extremfall nicht therapiert werden kann.

slickibk
09.09.2009 08:57

Warum ich?

Meine Mutter hatte COPD, Lungentransplantation und ist im März gestorben.

Sie fragte nie warum ich - sie fragte nur warum war ich so dumm zu rauchen.

Mein Stiefvater stellt sich inzwischen dieselbe Frage (COPD).

Andreas Schmidt
09.09.2009 07:41
Keine Zeit für schöne Stunden mit nina

Und ganz wichtig: nicht rauchen!

censorship sucks
08.09.2009 14:29
Das gelingt allerdings nur, wenn Patienten die medikamentösen und physikalischen Therapien auch tatsächlich durchführen...

...wenn einen der pulmologe nach 5 minuten mit einem asthmaspray hinauskomplimentiert

Clemens Schwarz
08.09.2009 13:47
Wie so immer wird auf die Krankheiten erst spät hingewiesen.

Ich war früher auch Raucher, habe dieses Thema entweder ausgeblendet, oder es war zu wenig Thema. Bei AIDS wird richtig viel Werbung gemacht, aber dass da Hunderttausende leiden, hört man eigentlich wenig.

Die Prävention im Gesundheitsbereich wird unseren Ländern klein geschrieben und obliegt eher jedem selbst. Die Glühbirne wird reglementiert, aber den Nichtraucherschutz kriegen sie nicht durch. Wegen ein paar Kraftwerken machen die so ein TamTam aber millionen kranker Menschen reichen nicht aus um gemeinsame Regelungen zu finden für ein gesünderes und Zusammenleben.

Wann bringen die Menschen endlich Herz und Hirn zusammen und handeln für sich und den anderen?
Wann übernehmen wir die Verantwortung für uns und unseren Nächsten?

Sunflare
11.09.2009 09:57

Raucher sind nunmal die "Geldgeber" einer Milliardenindustrie...

hurdy gurdy
08.09.2009 22:19
teilweise Zustimmung

Also an mangelnder Werbung liegt es nicht.
Auf jeder Tschikpackung steht dass pofeln impotent macht, tötet, die Lunge ausrottet etc.
Seit den 60ern weiss jeder was ihm blüht wenn er qualmt.
COPD, Emphysem und Lungenkarzinome wären nicht existent wenn es keine Kippen gäb, weiss auch jeder.
Der Marlboro Mann ist an Lungenkrebs verreckt.

Was zum Teufel braucht es noch an Werbung bzw was soll man tun?

Zugegeben: den Rauchern ist das egal, mir auch, da ich Lokalitäten in denen die Qualmer konspirative Treffen veranstalten, meide.

Colette
09.09.2009 12:45

richtig: die "Warnhinweise" helfen nichts: den Jugendlichen nicht, weil es sooo weit weg ist, und den bereits süchtigen Rauchern nicht (die machen sie nur fertig - viele kaufen sich eine kleine Abdeckschachtel, um es nicht ständig lesen zu müssen...).
Was soll man tun?
- Anti-Rauch-Therapie durch die Krankenkasse finanzieren, und zwar nicht nur die medikamentöse (mit Rückfällen bis zu 90%) sondern auch eine psychotherapeutische und ganzheitliche (viele Ex-Raucher werden übergewichtig)
- Inhaltsstoffe von Zigaretten kontrollieren.

Sunflare
11.09.2009 09:56

Weniger Aufklärung über die gesundheitlichen Folgen, mehr Aufklärung über das Suchtpotenzial der Zigaretten.

Elvira 12
11.09.2009 17:08
Das Suchtpotential von Zigaretten

...sollten Sie mal genauer erklären.
Meinen Sie damit "nur" das Nikotin, oder werden da, Ihrer Meinung nach, auch noch andere Suchtmittel hinein getan?

Sunflare
11.09.2009 17:36

Hab die Frage in einem eigenen Posting beantwortet...

Independent Living
11.09.2009 15:36
Suchtpotenzial

eignet sich geradezu ideal für 13 bis 16 Jährige!

Vielleicht erklären Sie ein andermal was Suchtpotenzial überhaupt ist.

Colette
11.09.2009 09:59

ja, halte ich auch für gut.

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