Isolierte Pro-Europäer im Kosovo

7. September 2009, 21:54

Vertreter der Zivilgesellschaft sehen Verweigerung der Visafreiheit als Schlag gegen ihre Bemühungen

Alpbach/Prishtina - Das Vertrauen zwischen den beiden Volksgruppen im Kosovo ist gering, auch zehn Jahre nach dem Ende des Konflikts. Trotz internationaler und lokaler Bemühungen zur Vermittlung zeigt das eine aktuelle Umfrage des UN-Entwicklungsprogrammes (UNDP) unter 1290 Bewohnern des Kosovo.

Laut den Zahlen vom Juni 2009 hat sich der Anteil der Kosovo-Albaner, die bereit sind, beruflich mit ethnischen Serben zusammenzuarbeiten, seit April von 48 auf 29 Prozent reduziert. Als Grund nennen Albaner am häufigsten Einflussnahme der Regierung in Belgrad und mangelnde Bereitschaft der Serben, sich in die kosovarische Gesellschaft einzufügen. Für die Serben des Kosovo tragen die geringen Bemühungen der Albaner und der albanischen Führung Schuld an den schwierigen Beziehungen zwischen den Ethnien. Versuche, die beiden Volksgruppen zu versöhnen, waren bisher nicht erfolgreich.

Die einzig verbliebene Hoffnung sind eine engere Anbindung an die Europäische Union und eine Visa-Liberalisierung. Der Kosovo, Albanien und Bosnien-Herzegowina stehen nicht auf der weißen Liste der Schengenzone, die visafreie Einreise erlaubt, weil sie die Kriterien der EU nicht erfüllen konnten. Dagegen werden Bürger von Mazedonien, Serbien und Montenegro ab Jänner 2010 ohne Visa in die Schengenzone einreisen können.

"Es gibt keine Gesellschaft auf dem Balkan, die pro-europäischer ist" , sagt Enver Hoxhaj, Bildungsminister in Prishtina. Den Kosovo nicht auf die weiße Liste zu setzen sei eine schlechte Nachricht für das Land und bedeute einen Vertrauensverlust zwischen dem Kosovo und der EU. "Es wird weder Stabilität noch Sicherheit für den Kosovo geben ohne Perspektive eines Beitritts zur EU" , kommentiert Hoxhaj. Auch der frühere UN-Sonderbeauftragte für den Kosovo und Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari forderte vergangene Woche im Forum Alpbach, dass alle Balkanländer der Union beitreten müssten.

Derzeit appellieren Repräsentanten der Zivilgesellschaft im Kosovo an europäische Politiker aller Mitgliedsländer, einen Vorschlag der EU-Kommission zu ändern, um Bürgern des Kosovo die visafreie Einreise zu ermöglichen. Dem Kosovo diesen Status zu verwehren wäre ein Schritt weg von der europäischen Integration, sagt Veton Surroi, Vorsitzender des Vereins für Außenpolitik, einer NGO von Intellektuellen, Politikern und prominenten Aktivisten. "Den Kosovo als ‚Sicherheitsrisiko‘ von Europa zu isolieren ist eine bodenlose Beleidigung. Die EU-Kommission unterschätzt unsere Bemühungen für einen offenen und multiethnischen Kosovo", monieren Angehörige der Zivilgesellschaft. (Lavdim Hamidi/DER STANDARD, Printausgabe, 8.9.2009)

 

Veni Vidi Luris
10
10.9.2009, 13:17
Es wird weder Stabilität noch Sicherheit für den Kosovo geben ohne Perspektive eines Beitritts zur EU

Sobald wieder mal was nicht passt, ist die Stabilität in Gefahr. immer diese Argumetation

MMAAMMUU
23
Es gibt keine Gesellschaft auf dem Balkan die proeuropäischer ist

Der war echt gut.
Ich ratte allen ins Kosovo zu fahren um zu sehen wie "europäisch" es dort sei.

Bari
 
33
Kriegsverbrecher Ja, Moslems nein.

So sieht die realität aus, alles andere ist geschwaffel, in Serbien laufen tausende Kriegsverbrecher frei umher, diese können bald visumsfrei ganz EU bereisen.

Die Moslems,(Bosnien, Kosova, Albanien) dürfen zusehen wie sie ausgeschlossen werden, weil? Weil Die EU in Bosnien nach 15 Jahren "Rechtshilfe" es nicht geschafft hat biometrische Pässe auszustellen oder die Grenzen zu sichern, da fragt man sich was die EU eigentlich in Bosnien macht, wie es scheint alles andere als Aufbau, das beweist die Visumsliberalisierung, der gleiche Fall im Kosovo.

Die Eu darf die Flagge dieser beiden muslimischen Länder ändern, und die Verfassung per Diktat, aber sie dürfen nicht in die EU.Vielleicht wenn alle Moslem Christen geworden sind.

chilly76
 
11
nö nö nö.... in dem punkt macht die eu alles nach dem motto verbrecher nein in die eu. (die moslems aus serbien dürfen ja schliesslich auch bald mit den christen in die eu visafrei einreisen)

scheint das es immer weniger in der eu sind die die albanische narrenfreiheit noch wollen.

und das versuche ich ja ihnen schon seit 2007 zu sagen.

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