"Sisi", Ski, Society

Der ORF kramt im Programm-Arsenal

8. September 2009, 17:01
  • Artikelbild
    foto: apa/orf/prader

    Noch eine Quotenhoffnung: Dominic Heinzl soll mit "Society" den ORF-1-Vorabend bereichern.

  • Artikelbild
    foto: orf

    Ingrid Thurnher, bis 2007 "ZiB 2"-Anchor, ist als Karenzvertretung von Armin Wolf im Gespräch.

  • Artikelbild
    foto: orf

    Xaver Schwarzenbergers "Sisi" dräut zum Jahreswechsel. Da will jedenfalls das ZDF senden.

  • Artikelbild
    foto: orf/sazel

    Pistenzauber: Winzer Leo Hillinger ist einer der Kandidaten für "Das Rennen".

  • Artikelbild
    foto: orf/leitner

    Der Herr in der Mitte ist Manuel Horeth aus Salzburg. Er bekommt die "Mentalist"-Show im ORF.

  • Artikelbild
    foto: orf/domenigg

    "Meine Tochter nicht": Wolfgang Murnbergers Drogendrama für den ORF.

  • Artikelbild
    foto: orf

    "FC Rückpass" (Bild), "Wilder Gärtner", "Der Aufschneider", "Vitásek": Kabarettisten-TV.

  • Artikelbild
    foto: orf

    "Lipstick Jungle" mit Brooke Shields, "Dirty Sexy Money": neue Kaufserien.

  • Programmpräsentation.

Der ORF präsentiert seine Pläne für die neue TV-Saison - Keine große Herbstshow, aber Zaubertricks und Pistenzauber - Präsentation als Download

Wien - "Bis Dienstagabend bin ich für gar nichts im Gespräch", winkt Ingrid Thurnher ab, einzig und allein im "Sommergespräch" mit Kanzler Werner Faymann. Ingrid Thurnher als Karenzvertretung von Armin Wolf ab Oktober für sechs Monate in die "ZiB 2"? Dafür hat sie jetzt keinen Kopf, sagt Thurnher auf Anfrage des Standard aber auch nicht Nein.

Definitiv verpassen wird Thurnher, mit dem Kanzler in Bregenz, die Programmpräsentation des ORF mit Armin Assinger, Dienstagabend im Wiener Arsenal.

Programmplatz kostet Quote

Assinger ist offenbar nicht nachtragend. Die Versetzung seiner "Millionenshow" von Montag, ORF 1, auf Freitag, ORF 2, kostete das Format massiv Zuschauer gegen den ebenfalls älteren Krimi und gegen "Fünf gegen Jauch" auf RTL: 470.400 Zuschauer gegen montags oft 800.000. Assinger präsentiert Dienstagabend dennoch im Wiener Arsenal Werbern und Medienleuten die Programmpläne des ORF. Mit ihm: Carolina Inama.

Inama soll als Newton-Ansagerin für ernstzunehmende Wissenschaft stehen. Ab Freitag präsentiert sie freilich "Der Mentalist". Der Salzburger "Mentalist" Manuel Horeth machte in der Uri-Geller-Show im Privatsender ProSieben auf sich aufmerksam. Der ORF griff zu.

Gebührensender der Skination

Da ist Assinger als Exskiläufer schon prädestinierter als Präsentator von "Das Rennen" und der ORF als Gebührensender der Skination.

Zaubertricks und Pistenzauber, aber kein großer Herbstevent wie "Starmania" oder "Dancing Stars". Kann sich der ORF gerade nicht leisten, heißt es. Und Dominic Heinzl sei günstiger als kolportiert.

  • Shows und Sport reduzieren sich im ORF auf "Wetten, dass...?" und Volkstum nach Musikantenstadl-Art. Promiskilauf von Andreas Goldberger bis Winzer Leo Hillinger stimmt in "Das Rennen" auf die Olympischen Winterspiele in Vancouver ein. Die könnten den Februarmarktanteilen des ORF helfen. Viele Bewerbe laufen im Hauptabend. 
  • Vor der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika im Sommer 2010 widmet sich wieder Hans Krankl in "Das Match" Aushilfsballesterern. Österreich-Spiele in der Europa League zeigt Puls 4, der ORF hat die Champions League, verhandelt über die Bundesliga. Ab 2010 muss der ÖSV die Skiweltcuprechte ausschreiben, Premiere zeigte Interesse. Red-Bull-Sender Servus TV könnte um Sportrechte mitbieten - etwa Kitzbühel.
  • Eigenprodukte kündigt der ORF zuhauf an. Aber weil dank eigenwilliger Abschreibungspolitik der halbe Preis bei der Ausstrahlung fällig wird, bleiben derzeit viele ungesendet liegen. Ob Düringer-Sitcom "Gipflzipfler", "FC Rückpass" (Lukas Resetarits beim Kicken), "Der wilde Gärtner" (Düringer als Hobbygärtner) oder Wolfgang Murnbergers Drogendrama "Meine Tochter" nicht tatsächlich schon 2010 ausgestrahlt werden, bleibt darob fraglich.
  • Reduziert wurde schon "Der Aufschneider": Statt in Serie seziert Josef Hader nur noch als Zweiteiler. Nicht Zaudern werden die Koproduzenten von "Sisi": Italiens RAI und ZDF planen Xaver Schwarzenbergers Kaiserinnenepos zwischen Weihnachten und Neujahr.
  • Kaufserien "Dirty Sexy Money" bringt ab 14. September Familienintrigen mit Donald Sutherland. "Lipstick Jungle" zeigt kesse New Yorkerinnen, etwa Brooke Shields, Kim Raver und Lindsay Price ab 21. September.
  • Britische Zaubererjugend ab 10. Oktober kommt mit Merlin. "Dr. House", "Simpsons" und "Desperate Housewifes" werden im September fortgesetzt, der sympathische Serienkiller "Dexter" im November.
  • Den Vorabend von ORF 1 stellt der ORF mit Dominik Heinzl neu auf. Platz wäre ab 19 Uhr zudem für die Sat.1-Soap Eine wie keine. Deren "Anna und die Liebe" schafft schon jetzt ein treues Stammpublikum. (Doris Priesching Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 8.9.2009)
Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2
J-Besta
 
00
FC Rückpass?

Wie fad. Warum net "SV 1899 Restlkick"?

Das ZENSURIERTE Böse
01

Heute im Radio gehört € 4 Mio. Gage für das neue Zugpferd Dominic Heinzl!

Ich hoffe auf eine Radioente!

Erhard Busek
00

die 4 mio. euro bekommt nicht der heinzl selbst, sondern seine produktionsfirma chilli-tv. redakteure, kameraleute etc. kosten auch ein bisschen was, wird aber wohl noch genug übrig bleiben ;-)

StraussenEi
00
Chili TV IST Heinzl

Und er zahlt nicht besonders gut.
Da gengern sich no a paar Harleys aus.

loriot
00
Und wieder einmal zeigt sich...

...die intelligentesten, differenziertesten, ja anspruchsvollsten Postings gibts zu solchen Geschichten. Da steigt das Bildungsbürgertum auf jene Barrikaden, die auf 92.000 Zuschauern (Faust-Abend) errichtet sind...

Walter Burns1
00
ich hätte eine spitzenidee für eine show:

man sperrt einige maxln in einen container und lässt sie tagsüber geld verdienen, mit taxifahren zB. das ganze filmt man dann ab. wird sicher super-unterhaltsam.

OttotheBusdriver
00
Îch glaub das würde fad

besser wäre, man läßt alles die wollen vorsingen, wählt ein paar davon aus (junge, fesche, die gut bei der werbewirtschaft ankommen) und die müssen dann um die wette singen.
das wird sicher lustig.

Walter Burns1
00
klingt gut.

die sieger werden dann sicher berühmt und karriere machen.

Martin Major
02

Inama soll als Newton-Ansagerin für ernstzunehmende Wissenschaft stehen.

es gibt keine ernstzunehmende wissenschaftssendung im orf.

CrangerMan
41
Privatisieren...

... das kann nicht gut gehen. Das ist der größte Blödsinn, den man machen kann, um diesen Sender zu retten. Nicht nur die USA sind ein gutes Beispiel, eher hätte ich da sogar noch Italien genannt. Wollt ihr jetzt, dass ein Dichand, ein Mateschitz oder die ÖVP-eigene Raiffeisen-Bank den Sender übernimmt? Viel Spaß dabei...

agador spartacus
00
ÖIAG...

...meldet erste gespräch für eine aufnahme des orf in den lufthansakonzern.

die marke soll natürlich bestehen bleiben.

Weinpoltergeist
00
super, ich freu mich schon!...

...hihi

Mr. Bubbles
00

orf = rtlsat1pro7vox fusion

und alles unterm deckmantel des bildungsauftrags und mit zwangsgebühren finanziert...

ich zitier mal otto:
"alter es wird zeit"

Quantensprung
00
Nicht zu vergessen

Columbo in der Endlosschleife!

roland-p
01

Wobei aber die 15. Wiederholung einer Columbo-Folge immer noch interessanter ist als eine neue CSI-Folge ...

Krawutzikapuzi
02
brüno ist winzer ??

siehe foto

khb
00

Eigentlich halte ich mich für einen Durschnitts-Österreicher, aber anscheinend bin ich die große Ausnahme: ich schaue weder "Dr. House", noch "Simpsons" noch "Desperate Housewifes" und den Heinzl werd ich mir genauso konsequent schenken wie die geplanten Familienintrigen.

Krawutzikapuzi
00
Sie werden doch nicht manchmal sogar ein Buch lesen ??

Pfui.

Benzino Napoloni
00
Und sie?

Wissen sie noch wie man das bedient, ein Buch?

Der 7. Zwerg von links
03

wenn ich die Fernbedienung finden würde - dann ja :)

chiwato
11
privatisierung

als allheilmittel?
wer glaubt, dass ein privater orf plötzlich serien wie life, house u.ä. produziert, dürfte enttäuscht werden. die reise würde wohl noch rasanter ins trash-land gehen.

Martin Major
18

es geht nicht darum, dass wir glauben, dass durch eine privatisierung der orf besser würde. es geht schlicht darum, dass das bereits erreichte private-niveau keine gis mehr rechtfertigt. der orf IST bereits auf dem niveau von rtl angekommen, eine gebührenfinanzierung daher nicht mehr angemessen.

wenn wrabetz den lorenz rausschmeißt und jemand nachkommt, der hirn hat, vielleicht, aber sonst ... vergiss es.

Irgendein Jürgen
00
ORF kann sich kein Starmania leisten?

Gott sei dank. Ich war bisher aber immer der Überzeugung, dass Starmania mehr Geld bringt als es kostet. Studio und die schnatternde Arabella sind sicher nicht billig. Dafür gibt's Quote für die Werbung, 0900er-Voting für die ganz doofen Zuseher und einige künftige Stars an denen man kräftig verdienene kann.

Zum Programm an sich: Der Spagat zwischen 3Sat & Arte bzw. Pro7 & Sat1 wird nie zu schaffen sein, aber genau das versucht der ORF. Die Gebühren kassiert der ORF für ersteres, also sollte man sich langsam entscheiden wo man stehen will.

Ston3at
00

Hört sich an wie ein Randsportarten & Schrott recycle Sender...

elle(s)
55
ad privatisieren:

wenn ich mir überlege, was die privatisierte medienlandschaft in den usa in richtung meinungsmache in den letzten jahren angestellt hat - nämlich die wenig informierten leute noch weiter zu verhetzen - dann bin ich mir nicht so sicher, ob privatisierung der weisheit letzter schluss ist.
aber wir in europa/österreich ahmen ja gerne die fehler der usa nach, um ein paar jahr verzögert.
ich bange aber um "echte" information, die durch information+meinung in einem brei ersetzt werden könnte.
*zu bedenken gebe*

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.