Der ORF präsentiert seine Pläne für die neue TV-Saison - Keine große Herbstshow, aber Zaubertricks und Pistenzauber - Präsentation als Download
Wien - "Bis Dienstagabend bin ich für gar nichts im Gespräch", winkt Ingrid Thurnher ab, einzig und allein im "Sommergespräch" mit Kanzler Werner Faymann. Ingrid Thurnher als Karenzvertretung von Armin Wolf ab Oktober für sechs Monate in die "ZiB 2"? Dafür hat sie jetzt keinen Kopf, sagt Thurnher auf Anfrage des Standard aber auch nicht Nein.
Definitiv verpassen wird Thurnher, mit dem Kanzler in Bregenz, die Programmpräsentation des ORF mit Armin Assinger, Dienstagabend im Wiener Arsenal.
Programmplatz kostet Quote
Assinger ist offenbar nicht nachtragend. Die Versetzung seiner "Millionenshow" von Montag, ORF 1, auf Freitag, ORF 2, kostete das Format massiv Zuschauer gegen den ebenfalls älteren Krimi und gegen "Fünf gegen Jauch" auf RTL: 470.400 Zuschauer gegen montags oft 800.000. Assinger präsentiert Dienstagabend dennoch im Wiener Arsenal Werbern und Medienleuten die Programmpläne des ORF. Mit ihm: Carolina Inama.
Inama soll als Newton-Ansagerin für ernstzunehmende Wissenschaft stehen. Ab Freitag präsentiert sie freilich "Der Mentalist". Der Salzburger "Mentalist" Manuel Horeth machte in der Uri-Geller-Show im Privatsender ProSieben auf sich aufmerksam. Der ORF griff zu.
Gebührensender der Skination
Da ist Assinger als Exskiläufer schon prädestinierter als Präsentator von "Das Rennen" und der ORF als Gebührensender der Skination.
Zaubertricks und Pistenzauber, aber kein großer Herbstevent wie "Starmania" oder "Dancing Stars". Kann sich der ORF gerade nicht leisten, heißt es. Und Dominic Heinzl sei günstiger als kolportiert.
- Shows und Sport reduzieren sich im ORF auf "Wetten, dass...?" und Volkstum nach Musikantenstadl-Art. Promiskilauf von Andreas Goldberger bis Winzer Leo Hillinger stimmt in "Das Rennen" auf die Olympischen Winterspiele in Vancouver ein. Die könnten den Februarmarktanteilen des ORF helfen. Viele Bewerbe laufen im Hauptabend.
- Vor der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika im Sommer 2010 widmet sich wieder Hans Krankl in "Das Match" Aushilfsballesterern. Österreich-Spiele in der Europa League zeigt Puls 4, der ORF hat die Champions League, verhandelt über die Bundesliga. Ab 2010 muss der ÖSV die Skiweltcuprechte ausschreiben, Premiere zeigte Interesse. Red-Bull-Sender Servus TV könnte um Sportrechte mitbieten - etwa Kitzbühel.
- Eigenprodukte kündigt der ORF zuhauf an. Aber weil dank eigenwilliger Abschreibungspolitik der halbe Preis bei der Ausstrahlung fällig wird, bleiben derzeit viele ungesendet liegen. Ob Düringer-Sitcom "Gipflzipfler", "FC Rückpass" (Lukas Resetarits beim Kicken), "Der wilde Gärtner" (Düringer als Hobbygärtner) oder Wolfgang Murnbergers Drogendrama "Meine Tochter" nicht tatsächlich schon 2010 ausgestrahlt werden, bleibt darob fraglich.
- Reduziert wurde schon "Der Aufschneider": Statt in Serie seziert Josef Hader nur noch als Zweiteiler. Nicht Zaudern werden die Koproduzenten von "Sisi": Italiens RAI und ZDF planen Xaver Schwarzenbergers Kaiserinnenepos zwischen Weihnachten und Neujahr.
- Kaufserien "Dirty Sexy Money" bringt ab 14. September Familienintrigen mit Donald Sutherland. "Lipstick Jungle" zeigt kesse New Yorkerinnen, etwa Brooke Shields, Kim Raver und Lindsay Price ab 21. September.
- Britische Zaubererjugend ab 10. Oktober kommt mit Merlin. "Dr. House", "Simpsons" und "Desperate Housewifes" werden im September fortgesetzt, der sympathische Serienkiller "Dexter" im November.
- Den Vorabend von ORF 1 stellt der ORF mit Dominik Heinzl neu auf. Platz wäre ab 19 Uhr zudem für die Sat.1-Soap Eine wie keine. Deren "Anna und die Liebe" schafft schon jetzt ein treues Stammpublikum. (Doris Priesching Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 8.9.2009)