Britische Studie

Sexueller Missbrauch unter Jugendlichen häufig

7. September 2009, 14:32
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    foto: apa/barbara gindl

    Viele junge Menschen haben unfreiwillige sexuelle Kontakte hinter sich

Wissenschafter führten eine Studie zu Gewalt und Missbrauch in jungendlichen Beziehungen durch: Die Ergebnisse schockierten selbst die Studienautoren

London/Potsdam - Liebesbeziehungen unter Jugendlichen laufen nicht immer romantisch ab, sondern beinhalten oft erzwungene sexuelle Handlungen oder Aggressionen gegen den Partner. Das haben Wissenschaftler der Universität Bristol und der britischen Gesellschaft für die Prävention von Gewalt gegen Kinder (NSPCC) erhoben. Sie untersuchten Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, von denen 90 Prozent bereits sexuelle Erfahrungen hatten. Die Ergebnisse schockierten selbst die Studienautoren: Jedes sechste Mädchen gab an, bereits ein- oder mehrmals zum Sex gezwungen worden zu sein, eines von 16 Mädchen berichtete über eine Vergewaltigung vom Freund oder Ex-Freund. Jedes vierte ist körperlicher Gewalt ausgeliefert und wurde bereits vom Freund geohrfeigt, geschlagen oder regelrecht verprügelt. Jedes dritte Mädchen leidet an sexuellen Handlungen in der Beziehung.

Duldung von Gewalt aus Angst

Besonders betroffen waren junge Mädchen mit einem deutlich älteren Freund, sowie wenn sie bereits zuvor durch Eltern oder ältere Brüder Gewalt erlitten hatten. Bei den Burschen war der Anteil derer, die durch Druck oder Zwang zu sexuellen Handlungen gedrängt wurden, deutlich geringer. Nur jeder Fünfte berichtete von körperlicher Gewaltanwendung in der Beziehung. Mädchen gaben häufig an, aus Schuldgefühl oder Angst um den Verlust des Freundes wenig Alternativen zur Duldung der Gewalt zu haben. "Schockierend ist, dass so viele Jugendliche Gewalt oder Missbrauch in der Beziehung normal finden. Viele berichten ihren Eltern gar nicht, was wirklich passiert", berichtet NSPCC-Sprecherin Diana Sutton. Die Studienautoren sehen die Ergebnisse als alarmierendes Signal, dass die Prävention von Gewalt in Beziehungen stärker im Schulunterricht einfließen soll.

Lanfristige Folgen

Das Problem ist nicht auf Großbritannien beschränkt. "Auch unsere Erhebungen zeigen, dass sexuelle Aggressionen häufig vorkommen. Fast zwei Drittel der von uns untersuchten Frauen zwischen 18 und 20 Jahren hatte bereits unfreiwillige sexuelle Kontakte hinter sich", berichtet Barbara Krahé, Sozialpsychologin an der Universität Potsdam. Langfristige Folgen habe Missbrauch in der Partnerschaft für Mädchen wie auch für Burschen. "Wer einmal zum Opfer wird, hat erhöhtes Risiko, dass sich diese Erfahrung auch später wiederholt."

Sexuelles Verhaltensdrehbuch

Als wichtigsten Grund für diese Gewalt sieht Krahé ein sexuelles Verhaltensdrehbuch, das in den Köpfen vieler junger Menschen eingeschrieben sei. "Männer sollen fordern und Initiative zeigen, während Frauen Kontrolle suchen. Diese Normen werden unter anderem aus pornografischen Darstellungen erlernt, die häufig Gewalt beinhalten. Pornografie ist heute für Jugendliche leichter zugänglich denn je und Burschen wie auch Mädchen übernehmen die hier gezeigten Rollen." Durch den Gruppenzwang unter Peers werden die "sexuellen Drehbücher" schließlich weitergegeben und gefestigt. "Burschen wollen bei Freunden dadurch punkten, dass sie möglichst viele Mädchen an Land ziehen", so die Sozialpsychologin.

Selbstbestimmung als Norm erlernen

Als Ausweg aus sexueller Gewalt rät die Expertin den Opfern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die wichtigste Maßnahme der Prävention sei es, die Verhaltensdrehbücher in Frage zu stellen und das Recht auf Selbstbestimmung als Norm zu erlernen. "Viele glauben, dass sexuelle Interessen mit Nachdruck durchgesetzt werden dürfen, besonders wenn man sich für den Partner finanziell verausgabt hat oder wenn es schon früher zu Annäherungen kam. Die Freiwilligkeit des Körperkontaktes hat jedoch für das Funktionieren einer Beziehung hohe Bedeutung." Das solle auch im schulischen Sexualunterricht stärker betont werden, schlägt die Potsdamer Psychologin vor. (pte/red)

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Posting 1 bis 25 von 92
1 2 3
mstislav raskachlovitsch
27
ich habe meinen Töchtern ganz klar erläutert....

....dass sie im Falle erlebter Nötigung/Vergewaltigung meinen Segen (und auch die eventuell hiezu erforderliche Hilfestellung) bei der Liquidation des Aggressors bekommen.....

andreas lamers
 
00
21.9.2010, 19:45
tipp

lernen sie ihren toechtern nein zu sagen, fuer sich selbst einzustehen.
und nicht zuletzt wie man sich zur wehr setzt. dann braucht man erst gar keine vergeltung ueben.

und etwas guten menschenverstand um andere menschen beurteilen zu koennen wuerde auch helfen.

(nicht alles was als cool daherkommt ist auch wirklich gut)

belgarion666
 
00
ich

würde nicht anders handeln.

Sunflare
33
17.9.2009, 15:23

Die starken Gefühle in Anbetracht einer derart verabscheuungswürdigen Tat sind absolut verständlich.

Der Drang, einen Vergewaltiger töten zu wollen, unterscheidet sich jedoch in keinster Weise vom Drang (oder der Affekthandlung) eines Vergewaltigers.
Der Großteil sämtlicher Gewalt- und Schandtaten resultiert aus der Unfähigkeit, Hormone unter Kontrolle halten zu können.

Und das letzte, was wir hier brauchen können, sind Gewaltspiralen.
Auch Ihre Töchter nicht.

Pat77
23

Dann bist du um nix besser als der "Aggressor". Aug´ um Aug´, Zahn um Zahn - die Zeiten sollten eigentlich vorbei sein.

darkwing
01
12.9.2009, 11:06
Also bitte!

Er/sie redet von Töchtern! Ich find das schwer OK, wenn er/sie den Töchtern beibringt sich zu wehren, wenn sie angegrapscht werden.
Was sollen die Mädels denn sonst tun - etwa sich demütig hingeben?

Pat77
12
12.9.2009, 20:07

Zwischen "wehren" (abwehren) und "liquidieren" (töten) ist aber schon ein Unterschied...

Angelika70
01

Dann haben sie ihnen sicher auch die Konsequenzen einer Notwehrüberschreitung erklärt.

Clemens Schwarz
16
Aus der Traumaforschung weiß man, dass Gewaltanwendung verwendet werden kann, um Menschen zu manipulieren.

Man könnte sexuelle Gewalt auch als gelernte "nützliche" Strategie bezeichnen auf andere Macht ausüben zu können.

Durch ein Trauma werden Gefühlsinhalte und Erinnerungsinhalte getrennt. Es kommt zu einer Fragmentierung der Persönlichkeit (im schlimmsten Fall multiple Persönlichkeiten). Das Bemerkenswerte ist, dass die einzelnen Fragmente erschwert Zugang zueinander haben. Das ist auch der Grund, weshalb eine Person manipulierbar wird. Die Einheit zwischen Fühlen, Denken und Handeln wird getrennt. Dies ist sicherlich auch Mitursache, warum es Gewalt in der Form, wie wir sie kennen, überhaupt geben kann, warum wir nicht schon längst aufgestanden sind und die Dinge, die für unser Wohlbefinden nicht förderlich sind, auf den Müll geworfen haben

andreas lamers
 
00
21.9.2010, 19:48
aber es gibt wiederum auch methoden

diese fragmente zusammenzusetzen. ist auch nicht schmerzfrei. aber das angst und gewalt eine der besten moeglichkeiten ist um menschen zu lenken ist bekannt und wird im kleinen und im grossen benutzt.

zhang sanfeng
10

brillanter beitrag. danke!

FSK
11
old story

Ein Institut will beweisen , dass es notwendig ist und macht eine entsprechende Studie.
Wie die Teilnehmer/innen ausgewählt wurden bleibt geheim.

andreas lamers
 
00
21.9.2010, 19:51
nun ja

nachdem es ja auch in england zum problem wurde das minderjahrige zur prostitution abgerichtet werden oder das maechen sexuelle dienste als selbstverstaendlich ansehen um mitglied einer gruppe zu sein, ebenso das freunde ihre freundinen tauschen und anderen "ueberlassen" ist das wohl ein problem das wohl nicht soooo geheim ist.

4simo
01
nicht wirklich

es gibt bericte aus wohngebieten (siehe den link zur sexuellen verwahrlosung weiter untern), in denen klar herausgearbeitet wird, dass immer jüngere kinder mit sexualität konfrontiert werden, in einemm aß, das sie aber nicht verarbeiten können, weil es nicht von ihnen ausgeht.
zudem werden pornos als nachmittagsbetreuung angesetzt, und in einer zeit in der kinder löernen, lernen sie, dass männer gewalt ausüben und frauen diese lustvoll zu ertragen haben.
insofern ist es keine erfundene problematik, sondern etwas mit dem man sich beschäftigen sollten. nicht mit pornographie, jeder erwachsene ist da selbst verantwortlich.
sondern als *normale * unterhaltung für kinder

Balsamessig
30
Die Welt ist schlecht,

am schlechtesten sind die Männer.

Sunflare
00
17.9.2009, 15:26

Und? Sollen wir jetzt Gott wegen eklatanter Herstellungsmängel verklagen?

"Sind"-Aussagen SIND absolut nicht zielführend...

4simo
01
das hat mit männern nichts zu tun.

ich geh auch nicht davon aus, dass *alle - fast alle - die meisten* männer darauf abfahren, frauen zu erniedrigen/ gewalt anzutun.

was sich ein erwachsener reinzieht ist so eine sache, aber die vorbilder für kidner solltenw ohl doch eher biene maya oder alice im wunderland sein als die letzten pronodarsteller und dere größe im gemächt

below the line
07
sexuelle verwahrlosung:

http://tinyurl.com/l9zd46

~schlimm~

Toni Blaher
 
50
"unfreiwillige sexuelle Kontakte"

Was soll das genau sein. Bei 2/3 der 18-20jährigen ist das ja vorgekommen? Zählt da der Klappser auf den Hintern dazu? Wenn ja bin ja schon mehrmals sexuell übellst genötigt worden. Oder halt mal. Mir wars eigentlich egal.

4simo
03
nein, um den klaps

geht es in den artikel nicht....

ob Sie sich von einem solchen bereits unangenehm, berührt fühlen, ist wiederum in Ihrem ermessen.

in dem artikel geht es um die verbindung von sex und gewalt bei jugendlichen.
und die rolle immer leichter und früher konsumierter pornographischer filmchen.

dr. marbuse
05
Respekt!

Ich finde es erstaunlich wie ruhig und sachlich sie auf so ein Schmarrnpost reagieren......

Gewissenhaft
39
Pornografie ist KEINE Sexualität!!!!!!!!!!!


Ich vertrete die Meinung, dass Sex aus Liebe den Optimalfall darstellt. Pornografie als Sexualität zu bezeichnen finde ich im Gegensatz dazu eine totale Verfälschung der Tatsachen. Pornografie verknüpft oftmals Sex mit Unterdrückung eines der beiden Partner und reduziert Menschen auf deren Geschlechtsteile, was ich bedenklich finde, zumal sich nicht jede(r) über seinen Penis oder Busen definiert. Oft werden in den Filmen die Gewaltfantasien der Pornoregisseure und –produzenten „verfilmt“ und dann als das sexuelle Idealmodell kommuniziert. BEDENKLICH!

belgarion666
 
00
nicht DIE pornographie

sondern pornographieN.
für jeden geschmack und jede zielgruppe gibt es ein eigenes genre. auch für romantisch verliebte paare ist etwas dabei.
bei diesen ganzen billigen "amateur" geschichten sind ja auch häufig junge paare vor der kamera.

Sunflare
11
17.9.2009, 15:34
Diese ständig wiederkehrende Behauptung, Pornografie basiere auf "Gewaltfantasien", lässt sich absolut nicht bestätigen.


Sehr wohl bestätigen kann man, das P. sexuelle Fantasien von Männern bedient. Das Hormonsystem des Mannes trennt ganz klar zwischen gefühlsentkoppelter Sexualität zur möglichst breit gefächterten Weitergabe der eigenen Gene (wie von der Natur vorgesehen), und der liebevollen Zuneigung zu einer bestimmten Frau. Dazu gehört nunmal auch der "schnelle" Sex - mehr braucht der Mann dazu nicht, während die Frau evolutionär gesehen die Beziehung braucht, zum Schutz der Nachkommenschaft.

So gesehen ist P. ein sehr realistischer Einblick in die männliche Sexualität. Mit Liebe hat dies natürlich nichts zu tun - aber das eine schließt das andere keineswegs aus.

Das "Realmodell" von Sex setzt sich aus männlicher UND weiblicher Sexualität zusammen.

Pascale Pascale
03
28.1.2010, 19:19

Hier geht es ja nicht um erwachsene Männer, die sich ab und zu mal einen Pono ansehen, sondern um Kinder, die denken, es wäre normal, dass die Frau beim Sex schmerzen haben muss, oder dass man mit 14 schon mal einen Gang-Bang gemacht haben muss...
Das ist bedenklich.

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