82 Zentimeter lange Ratte in Vulkankrater entdeckt

7. September 2009, 13:16
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Spezies wird den Riesenbaumratten zugerechnet - das gefundene Tier zeigte nicht die geringste Scheu vor Menschen

London - Das Kamerateam einer BBC-Expedition stieg in den Krater des erloschenen Vulkans Mount Bosavi in Papua-Neuguinea hinab und entdeckte dabei eine bislang unbekannte und durchaus spektakuläre Spezies: Eine Ratte, die von der Nase bis zum Schwanz auf eine Länge von 82 Zentimetern kommt und deren Gewicht die Wissenschafter mit etwa 1,5 Kilo angeben. "Das ist eine der größten Ratten der Welt", sagte Kristofer Helgen vom Smithsonian Nationalen Museum für Naturkunde in Washington, der die BBC-Expedition begleitet hatte.

Das Tier hat ein silber-braunes, dickes und langes Fell. Es schützt nach Einschätzung der Forscher gegen Nässe und Kälte in dem Krater auf 1.000 Meter Höhe. Die Forscher gehen davon aus, dass das Nagetier - es gehört wahrscheinlich zu den Riesenbaumratten (Mallomys) - nur in diesem Krater lebt. Auch die bisher bekannten Arten von Riesenbaumratten leben auschließlich auf Neuguinea in begrenzten Verbreitungsgebieten - in ihrer Größe entsprechen sie ungefähr der Mount Bosavi-Ratte, wobei etwa die Hälfte der Körperlänge auf den Schwanz entfällt.

Nur wenige heute noch lebende Nagetiere übertreffen Riesenbaumratten an Größe, darunter das bis zu 50 Kilogramm schwere Capybara oder Wasserschwein aus Südamerika, gefolgt vom Biber - winzig geradezu im Vergleich zu Nagetieren der Vergangenheit wie dem südamerikanischen Josephoartigasia, das auf etwa drei Meter Länge kam. Noch spektakulärer als ihre Dimensionen ist aber ohnehin das Verhalten der neu entdeckten Riesenratte: Sie zeigte nicht die geringste Scheu vor Menschen. Wie das BBC-Video (siehe den untenstehenden Link) zeigt, ließ sich die Ratte sogar streicheln. (red/APA)

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