Mach's gut, Sachsen!

7. September 2009, 12:15

Was bisher geschah: Florian Horwath war in Berlin ins Restaurant "Horváth" eingeladen. Aber auch in Hamburg ging KEINER hungrig nach Hause. Die Kombination aus österreichischer Küche und plattdeutscher Sprache bleibt aber umstritten!

Sonntag, 15.13 Uhr, Potsdam/Templin

Der Templiner See bei Potsdam: verwaist. Die Bootsvermietung: geschlossen. Die Wakeboarder und mit ihnen der Sommer: nicht da. Dabei hatte ich gehofft, hier auf Christian Komorowski zu treffen, den Christian Komorowski, Teufelsgeiger aus Lohr am Main, der hier sommers wie winters jeden Sonntag auf dem Wakeboard zubringt, "weil's ja zum Wörthersee so weit ist", wie er zu sagen pflegt, wieder und wieder und wieder, und niemand wagt ihm zu widersprechen, nicht einmal hier, bei Potsdam, der Hauptstadt des Landes Brandenburg, dem Herz des Preußischen Kernlandes, der Finsternis quasi, wo früher die schwulen Soldatenkönige zwischen zwei Flötenkonzerten Feldzüge gegen die arme Maria Theresia ausheckten und wo ich ihn aufsuchen wollte, um ihn um Rat zu fragen, das deutsch-österreichische Verhältnis betreffend, denn Christian Komorowski ist einer von denen, die da waren und wiederkamen und berichten können, er hat das Wakeboarden und das Wasserskilaufen (auch Monoski!), also quasi das Überwassergehen auf dem Wörthersee gelernt, und außerdem spielt er auf der neuen Platte von ELEMENT OF CRIME (Titel: "Immer da wo du bist bin ich nie", erscheint am 18. September) Geige auf den Tracks Nr. 3, 4, 6, 8 und 11, kein anderer Gastmusiker hat so viel Platz auf dieser Platte eingeräumt bekommen, und - aber Moment, da klingelt auch schon das Telefon und Hamburg-Heiner ist dran. Das wurde auch Zeit.

Hamburg-Heiner: Hör mit der Werbung auf. Das ist peinlich.
Sven: Das ist nicht peinlich. Wenn ein Deutscher versucht, wie ein Wiener zu reden, das ist peinlich.
HH: Das ist keine Einbahnstraße. Wenn ein Salzburger Schriftsteller Hamburgtümelei betreibt, ist das auch peinlich.
Sven: Wen meinst du denn damit?
HH: Ich nenne keine Namen, ich bin doch nicht verrückt!
Sven: Ich habe übrigens beschlossen, daß die fusion-Küche, auch in ihrer modernen Form, nicht der Weg ist, der weiterführt.
HH: Sicher nicht?
Sven: Nein, weil die Sache zu einseitig ist. Wohl kommen die Deutschen auf die Idee, "deutsch-österreichische Küche" anzubieten, aber die Österreicher würden das niemals tun.
HH: Zu recht nicht, das dürfte sich kaum lohnen für die!
Sven: Das hat auch irgendwie was aggressives, "deutsch-österreichische Küche", sowas einfach zusammenzuspannen! Auch in dieser Reihenfolge!
HH: Wir müssen da noch sensibler werden. Oder noch was drauflegen. Vielleicht Sachsen, das wäre räumlich naheliegend. Und geschichtlich: Bei Königgrätz waren sie auf österreichischer Seite.
Sven: Ich dachte, das wollten wir nicht mehr erwähnen.
HH: Entschuldigung.
Sven: Wir müssen trotzdem einen anderen Ansatzpunkt finden. Die Liebe der Österreicher kann man nicht kaufen, auch mit Sachsen nicht. Oder jedenfalls nicht mit Sachsen. Wir brauchen positive Vorbilder im deutsch-österreichischen Verhältnis, so im zwischenmenschlichen oder wenigstens beruflichen Bereich. Habe ich mir gerade überlegt. Weil ich hier in Potsdam bin. Mußte an Grissemann und Stermann denken, die sind da mehr als vorbildlich!
HH: Wieso Potsdam, was haben die mit Potsdam zu tun?
Sven: Die haben auch eine Sendung bei Radio 1. Das ist vom Rundfunk Berlin-Brandenburg.
HH: Aber so Paarungen gibt's nicht viele, so deutsch-österreichische. Das ist ja bei Grissemann und Stermann fast schon Alleinstellungsmerkmal!
Sven: Ich glaube, da gibt es mehr, als die meisten glauben.
HH: Fallen mir gerade nicht so viele ein.
Sven: Mir auch nicht, da muß ich erst mal drüber nachdenken.
HH: Und sonst?
Sven: Morgen flieg ich nach Wien. Wegen Interviews.
HH: Wirst du den Hannes Eder sehen?
Sven: Ich denke schon. Der Pappik ist schon da und assimiliert sich. Das geht schnell bei dem, weil er ja auch Italiener und Pole ist, da ist das für ihn ja quasi eine gemähte Wiese!
HH: Und du? Hast du da keine Angst?
Sven: Angst nicht, aber ein bißchen mulmig ist mir schon. Vor allem jetzt, wo die Austrian an die Lufthansa gegangen ist, da weiß man ja gar nicht, wie sich das auf den Luftverkehr auswirkt. Gottseidank flieg ich mit Air Berlin, da wird das immer von der Niki durchgeführt, dann klappt's auch mit dem Fluglotsen!
HH: Also keine Angst?
Sven: Nur so ein bißchen Paranoia, aber das wird schon noch schlimmer, da mach ich mir eigentlich keine Sorgen.
HH: Dann ist ja gut.

Und damit legte er auf. Nur um gleich wieder anzurufen.

HH: Mediengruppe Telekommander. DÖF. Udo Jürgens und Hans Beierlein. Thomas Bernhard und Claus Peymann. Und der Brahms soll heimlich bei der Beerdigung vom Bruckner gewesen sein und sogar geweint haben.
Sven: Aber die wichtigste Paarung hast du vergessen: Elisabeth von Bayern und Franz Joseph I.
HH: Die Sißi und der Franz!!
Sven: Wir sollten es vielleicht mit dem ß nicht übertreiben, Hamburg. Don't push your luck und so weiter. Die beiden jedenfalls.
HH: Das güldet aber nicht. Das war vor 1866, daß die geheiratet haben.
Sven: Ja, aber dies ist das Internet, und da hängt alles miteinander zusammen, und jetzt kommt's: An dem Tag an dem die Sisi ermordet wurde, war sie ja in Genf und wohnte im Hotel Beau Rivage, in dem 89 Jahre später der schleswig-holsteinische Minsterpräsident Uwe Barschel Selbstmord verübte.
HH: Da haben wir's wieder!
Sven: Tut mir ein bißchen leid wegen Sylt. Um Sylt wär's schade.
HH: Kann man nichts machen. Aber denk auch mal über Sachsen nach!

Und dann war er wieder weg. Ich weiß gar nicht, wie ich in Wien ohne ihn klarkommen soll... - nur gut, daß der Pappik da seit zwei Tagen für gute Stimmung sorgt!

In Sachsen ist schon alles vorbereitet!

(Sven Regener, derStandard.at, 07.09.2009)

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  • www.element-of-crime.de

  • www.svenregener.de

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Also ich fand es ganz gut.

Was soll das?

Habe mich sehr bemüht, im Text irgendwas Witziges oder irgendwas Neues zu finden, es ist mir nicht gelungen. Wieder hat man einer Figur eine Plattform gegeben, die einfach nur schlecht gemachten Unsinn ausdampft, damit irgendetwas Schickes oder Modernes bewiesen wird. Zum Thema des Verhältnisses zwischen Deutschland und Österreich sollte man Berufenere und Bessere ranlassen, Werner Schneyder z.B. Der hat hüben wie drüben gelebt und verwendet Sprache souverän. Dieser Stammler nicht.

das ist der neue contentgenerator

da werden einfach maschinell sätze gebildet. der tritt immer dann in aktion wenn der r*d*kt*ur am wochenende keine lust gehabt hat.

Ich stimme Ihnen zu, Frau Amanpour.

Was Herr Regener von sich gibt ist schwach zum Quadrat!

Aber bittebitte, was wollen sie mit Werner Schneyder?!

Das ist doch den Teufel mit dem Beelzebub austreiben!

Preger, Teilzeitkuenstler/In

Der redet immer so viel vom Essen

Lang machts der nimmer da in der Rubrik, weil dann gehen ihm die Themen aus. Wenn jetzt noch der Stermann anfängt zu schreiben, dann lösche ich das Standardbookmark im Browser.
























es stellt sich natürlich die frage,

was hr. regener schreiben will, wenn ihm einmal das gras ausgegangen ist.

Na bum!

Jetzt ist der Sch*** auch noch im Kulturteil des Standard gelandet.

Geht's noch?

Preger, Teilzeitkuenstler/In

sind sie der komische kärnter,

der immer bei "von tag zu tag" auf ö1 anruft?

Flegel!

Beschimpfen Sie von mir aus Ihre Schwiegermutter, die Bundesregierung oder den Wettergott, aber lassen mich mit Ihrem Kaertnerwitz in Ruhe!

Preger, Teilzeitkuenstler/In

ich hab es ja gewusst,

sie sind mir gleich so bekannt vorgekommen.

teilzeitkünstler?

vollzeitsuderant!

und: ja, da geht sicher noch was...

DÖF!DÖF!DÖF!DÖF!

ganz wichtig und legendaer.

Fini Blahovec und Herr Hauke

Der Mann heißt Regener nicht Regner

!!!

Das ist auch schon Wurscht

!!!

Ist ja mittlerweile auch schon ausgebessert, und ist nicht auf der Startseite verlinkt.

find ich gut

den blog, wobei für meinen geschmack zu lang

Bei "deutsch-österreichische Küche" muss ich an Deutschösterreich denken. Ob die damals gutes Essen hatten wage ich zu bezweifeln.

schaut mal zu ikea wie schrecklich die öst. sprache vergewaltitgt wird

dort kauft man gardinen, stühle oder kissen!

Die "österreichische Sprache" gibt es nicht.Westösterreich hat, grob gesprochen, sprachlichg mehr mit den angrenzenden Regionen Deutschlands gemeinsam als mit Ostösterreich. Für den Osten gilt entsprechendes.

Das oberösterreichische Innviertel geht sprachlich nahtlos in Niederbayern über, unterscheidet sich aber sehr stark von Tirol oder gar Vorarlberg. Dort wiederum partizipert man am alemannischen Sprachraum, sodass ein Wiener einen Dolmetscher bräuchte, um einen Bregenzerwälder auch nur ansatzweise zu verstehen. Der Allgäuer hingegen kann sich mit diesem in seinem Heimatdialekt unterhalten.

Diese Unterschiede betreffen nicht nur den Dialekt, sondern auch Umgangssprache und Schriftsprache. Angebliche "Austriazismen" wie "Paradeiser" oder "Fisolen" sind dort Fremdwörter.

Die angebliche "österreichische Sprache" ist nichts weiter als ein Sammelsurium von Vindobonismen, das den falschen Anspruch erhebt, staatlich repräsentativ zu sein.

Wo grenzt ostösterreich

an deutschland?

das ist kein "falscher" anspruch, sondern der einzig gültige. was man in den acht kolonien lallt, ist völlig belanglos.

Kolonie ist eigentlich Wien. Die Habsburger haben den wilden Osten vom Westen her unterworfen.

Schaut mal zu Ikea ...

Was soll man da sonst kaufen????

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