bwin will italienischen Internet-Wettanbieter Gioco Digitale kaufen

7. September 2009, 10:23
  • Artikelbild

Geschätzter Kaufpreis 100 Mio. Euro - 25 Prozent Marktanteil am italienischen Poker-Markt - bwin-Aktie Aktie um 5 Prozent gestiegen

Der österreichische Sportwettenanbieter bwin Interactive Entertainment könnte mit der italienischen Gioco Digitale künftig ein Viertel des Online-Pokermarktes in Italien dominieren. Bwin steht nach eigenen Angaben vom Montag knapp vor der Einigung mit den Eigentümern, 100 Prozent des dortigen Marktführers im Online-Poker zu erwerben. Gioco steht für rund ein Fünftel des italienischen Pokermarktes, bwin kommt auf sechs bis sieben Prozent.

Keine Angaben zum Kaufpreis

Zum Kaufpreis machte bwin keine Angaben. Analyst James Hollins von Daniel Stewart schätzt ihn auf rund 100 Millionen Euro. UniCredit-Analystin Katharina Kastenberger hält dies für etwas zu hoch gegriffen.

"Es wäre ein sehr guter Zukauf", sagte Hollins. Auch ohne Synergieeffekte bei Kosten und Wetteinnahmen dürfte bwin dadurch seiner Ansicht nach profitabler werden. "Das passt gut in die Strategie von bwin und positioniert sie gut für die Marktöffnung in Italien", sagte Kastenberger. Die Analysten erwarten, dass es künftig eine gemeinsame Plattform geben wird. Bwin werde dort Schritt für Schritt auch seine anderen Angebote wie Sportwetten platzieren.

Börse

An der Wiener Börse wurde die bevorstehende Übernahme von Gioco positiv aufgenommen. In einem festeren Umfeld verteuerten sich bwin-Aktien bis 13.15 Uhr um rund 5 Prozent auf 28,65 Euro.

Der Einstieg von bwin bei Gioco könnte Hollins zufolge der Anfang einer Welle von Übernahmen sein. bwin ist Marktführer für Sportwetten auf dem europäischen Kontinent und wird von Experten auch als treibende Kraft bei der Konsolidierung des Online-Glücksspielmarkts in Europa angesehen. Die Wiener haben sich in den vergangenen Jahren auch als großer Anbieter von Poker, Casino- und anderen Spielen etabliert. Vorstand Norbert Teufelberger hatte die Expansionspläne erst vor kurzem bekräftigt. Bwin verfügt über Barreserven von 80 Millionen Euro.

888

Ende August hat die britische PartyGaming WPT Enterprises und deren Pokerplattform World Poker gekauft. 888 steht nach eigenen Angaben vor einem Zukauf, machte aber dazu keine näheren Angaben.  (APA/Reuters)

 

Link

bwin

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.