Pilotstudie

Musiktherapie hilft bei "Tinnitus-Rauschen"

7. September 2009, 10:29
  • Artikelbild
    foto: photodisc

    Patienten mit chronischem Tinnitus hören Geräusche die "tonal" - wie Pfeifen oder Klingeln - oder "nicht-tonal" - etwa Rauschen oder Surren - sein können.

Bei mehr als 90 Prozent der Probanden wurde eine Reduktion der Symptome erreicht - Auch kardiovaskuläre Einflüsse sollen "Tinnitus-Rauschen" beeinflussen

Heidelberg - Ergebnisse einer vom Deutschen Zentrum für Musiktherapie durchgeführten Pilotstudie belegen die Wirkung von Musiktherapie bei rauschendem Tinnitus. In Zusammenarbeit mit der Fakultät für Musiktherapie der SRH Hochschule Heidelberg wurde eine bereits wirksame Behandlungsmethode, die bei tonalem Tinnitus eingesetzt wird, auf das "Tinnitus-Rauschen" ausgeweitet. Bei mehr als 90 Prozent der Probanden wurde auf diese Weise eine zuverlässige Reduktion der Symptome erreicht, so das Deutsche Zentrum für Musiktherapie in einer Aussendung.

Chronischer Tinnitus ist eine sehr häufige Erkrankung. Bei der Beschreibung der Symptome werden grob die Kategorien "tonal" (Pfeifen, Klingeln, Summen, Zirpen) und "nicht-tonal" (Rauschen, Brummen, Surren, Knacken, Knistern, Rumpeln) unterschieden. Beide Formen können aber auch gemeinsam auftreten. Trotz Erfassung der Klangqualität wird in den gängigen Behandlungsmodellen des subjektiven, chronischen Tinnitus keine Unterscheidung nach der Klangqualität gemacht.

Symptomreduktion bei 90 Prozent der Probanden

Für Patienten mit tonalem Tinnitus wurde mit dem "Heidelberger Modell zur musiktherapeutischen Behandlung von chronisch-tonalem Tinnitus" bereits ein wirksames und neurowissenschaftlich überprüftes Therapiemanual entwickelt. Dieser musiktherapeutische Ansatz wurde nun auf den Bereich des "Tinnitus-Rauschen" ausgeweitet. In einer ersten Pilotstudie erreichten 21 der 23 untersuchten Probanden eine zuverlässige Reduktion der Symptome. Die Behandlungsdauer beträgt dabei nur 5 Tage. Der Behandlungserfolg bleibt auch über einen Zeitraum von 6 Monaten stabil, weitere Langzeiterhebungen erfolgen noch.

Kardiovaskuläre Einflüsse auf Tinnitus-Rauschen

Die Resultate der bildgebenden Verlaufsuntersuchungen zeigen neuroplastische Veränderungen der Gehirnstrukturen. Die aktive Auseinandersetzung mit dem missliebigen Ohrgeräusch bringt eine neuroplastische Veränderung in diesen Strukturen mit sich. Psychophysiologische Messungen geben Anhaltspunkte für kardiovaskuläre Einflüsse auf das "Tinnitus-Rauschen". So hatten 43 Prozent der untersuchten Patienten erhöhte Blutdruckwerte. Die effektive Kontrolle von Puls- und Blutdruckschwankungen scheint eine wichtige Vorhersagekraft für die weitere Entwicklung der Tinnitussymptomatik zu haben: je besser die Patienten ihren Kreislauf in der Abschlussmessung beeinflussen konnten, desto geringer war die Belastung der Probanden nach sechs Monaten.

Somit sei die Musiktherapie auch bei rauschendem Tinnitus eine schnell wirksame und lang andauernde Behandlungsalternative. Der Einfluss von kardiovaskulären Einflussfaktoren scheint eine wichtige Rolle zu spielen und sollte in weiterführenden Untersuchungen noch genauer evaluiert werden, so das Deutsche Zentrum für Musiktherapie abschließend. (red, derStandard.at)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 26
1 2
tarantoga
00
wichtig ist es die ursachen zu vermeiden.

hatte auch einen tinnitus. (a. durch lauten knall, b. nach extrem lauten konzert mit hohen tönen) zum glück ist er weg gegangen!

bin seitdem EXTREM vorsichtig!

ich rate wirklich:
a.) für "laute" situationen. zb. rockkonzerte, bandproben etc. einen professionellen schallschutz anfertigen lassen. wird dann ans gehör angepasst. hierdurch: der klang bleibt recht gut erhalten (lineare klangkurven). man nutzt sie einfach öfter als schlecht klingende grausige ohropax

b.) immer vorsichtig sein. zb. laute musik (im auto, im ipod etc.) bewusst geniessen. höchstens ein paar minuten laut anmachen und spass haben. DANN aber an tinnitusgefahr denken und runterregeln. oder zb. die lautstärkesperre im ipod aktivieren.

c.) disco = oropax!

FUNKTIONIER

presonic
00
10.9.2009, 16:47
vollkommen richtig!!!

der tinnitus, der durch lärm verursacht wird, ist aber eher die ausnahme. meist kommt der tinnitus völlig ohne äußere einflüsse.

Liebe ist wunderwunderschön
24
Ich will hier keine Tipps von mir geben - es sind meine Erfahrungen. Seit meiner Kindheit habe ich Tinnitus.


Meine Eltern hatten alles versucht,was so von der Medizin zur Verfügung stand und zwar bis zu dem Tag als ich STOPP sagte - ich will nicht mehr! Denn ich hatte genug von den sinnlosen versuchen mich von Tinnitus zu befreien.

Als junger Mensch hab ich angefangen ihn und mich zu LIEBEN vollkommen,aus vollsten u tiefsten Herzen.

Ich hab Tinnitus vollkommen angenommen so wie er ist - so wie er sich bemerkbar macht – es mag für einige nicht normal sein – weiss ich bis außergewöhnlich – meine Liebesfähigkeit brachte mich Tinnitus zu lieben.

Ich habe mich selbst TOTAL angenommen, so wie ich bin, ich bin mir meiner selbst bewusst - ich liebe mich – ich liebe Tinnitus.

Ich liebe ALLES was diese Welt - dieses Leben - bietet, zu bieten hat.

und
10
15.9.2009, 08:50
Liebe ist wunderwunderschön


und im Einklang mit der inneren Musik sein, die wohl der Sphärenmusik und damit göttlicher Musik entspricht, dem brennenden Bedürfnis nach innerer Ruhe in entsprechenden Exerzitien nachkommen.

und fortschreiten auf den Weg der Individuation

http://de.wikipedia.org/wiki/Individuation



presonic
00
10.9.2009, 16:48
das ist eine interessante geschichte.

hast du ihn noch immer, den tinnitus?
ich muss dazu erzählen, ich hab auch irgendwann gelernt, genau hinzuhören, was er mir zu sagen hat. und er hat viel zu erzählen, der tinnitus.... ;-)

tarantoga
01
lieben sie dann auch ihre schwiegermutter?

presonic
00
für alle mit tinnitus, die den tinnitus nicht INTEGRIEREN oder sich professionell an ihn gewöhnen wollen, ein tipp:

osteopathie und akupunktur probieren.
das ziel der osteopathie ist nämlich, den tinnitus tatsächlich leiser zu machen und nicht nur besser damit umgehen zu können. (die akupunktur hat BEIDES zum ziel)

und: ich wünsche jedem mit tinnitus, der das liest, dass er seinen weg findet!!

lg
presonic

Krisalle
01
Presonic ihre anteilnahme ist unglaublich und wie es scheint - fast ehrlich zu sein.

presonic
00
10.9.2009, 16:04
die ist ehrlich. :-D

ich war selber lange genug tinnitus-patientin (und hör in auch heute noch ab und zu ganz leise) und würde gerne so vielen leuten wie möglich meinen eigenen ledensweg ersparen.

jedi31
00
tatsächlich besser?

Tatsächlich besser ist für mich konkret, wenn ich einmal nicht übermüdet einschlafen kann. Mir ist ziemlich egal, weshalb das geschieht.

presonic
01

wenn der tinnitus leiser ist, ist das wohl sicher möglich. bei mir wars jedenfalls so.
btw. in wien bekommt man akupunktur in diesem falle sogar auf krankenschein.

bei mir hat diese kombination wahre wunder gewirkt. ich kann ihn nur noch minimal hören und manchmal isser sogar ganz weg. (ich weiß, ich bräucht mal wieder eine osteopathie-sitzung, dann wär´s wieder so gut wie ganz weg. 5 sitzungen haben bei mir gereicht. der osteopath meinte, wenn´s nach 2 sitzungen nicht wesentlich besser ist, nützt die osteopathie in diesem falle nicht. bei mir war´s schon nach einer sitzung (es dauert ein paar tage bis wochen danach, bis die wirkung voll einsetzt) ca. um die hälfte reduziert. nicht schlafen können ist der absolute horror. ich kenn das.

Krisalle
23
Presonic, unsagbar, was sie schon alles an Krankheiten haben, hatten. kanns nicht wiedergeben, hätte buch führen sollen, so an die 100 krankheiten werden es schon sein.

presonic
00
10.9.2009, 23:46

blöd für dich.

www.rauchersheriff.at
00
Tinnitus ist sehr oft psychisch bedingt

Was hilft sonst noch bei Tinnitus,
Erfahrungen, Diagnostik, Therapien:
http://www.krebsforum.at/forum/ind... 405.0.html

Vorteilhaft:
Schutz vor Tabakrauch ... www.sis.info

jedi31
00
23 Probanden?

ein bisschen wenig... persönlich interessieren würde mich da auch, wieviele davon schon längere Zeit Tinnitus hatten (>3 Jahre). Na dann mach ich mich mal auf die Suche nach der Studie...

Kathi1609
 
01

http://www.dzm.fh-heidelberg.de/v2/downlo... Poster.pdf

oder

http://www.dzm.fh-heidelberg.de/v2/dzm/03... nnitus.htm


das ist eine kleine pilotstudie. so beginnt man halt.
da das ergebnis recht deutlich ist, rechtfertigt es weitere forschungen.
jetzt muss halt die dementsprechend größere studie folgen, und dann wird man sehen, ob sich das ergebnis in größerem rahmen wiederholen lässt.

jedi31
00
dankeschön...

das Poster hilft schon in Einigem weiter, den Artikel selbst finde ich leider nicht - mich interessieren vor allem die untersuchten Tinnitustypen.

Ich denke auch, dass weitere Forschung gerechtfertigt ist, leider verkürzen Zeitungsartikel meistens die Aussage, sodass es so wirkt, als wäre die Arbeit schon abgeschlossen...

presonic
00

ziel: INTEGRATION des tinnitus in den hörprozess.

das klingt ähnlich wie die methoden, die es auch hierzulande gibt. das BESSERT den tinnitus aber keineswegs. es hilft dem patienten nur, sich trotz tinnitus besser zu fühlen.

Lukas Chen
10
Musik zu meinen Ohren

Das heisst, ich hoere es gern. Gute Musik ist immer gut fuer die Gesundheit. Aber man soll die Musik nicht zu laut spielen lassen, oder zu lange ununterbrechend hoeren.

Moser
10
Ist ihr posting entbehrlich ...

... oder verstehe ich es einfach nur nicht?

Lukas Chen
00
Musik und Tinnitus-Rauschen

Laut einer Forschung; eine Ursache von Tinnitus-Rauschen ist es, man hat die Musik zu laut oder zu lang gehoert. In Englisch sagt man:" music to my ears", wenn man etwas Gutes gehoert hat, also die Musik soll der Gesundheit eigentlich gut tun, wenn man sie richtig geniessen kann.

zhang sanfeng
10

vielleicht hat herr chen nicht deutsch als muttersprache.

Eine Kreatur
30
damit ist klar ..

sie haben nicht den leisesten schimmer, wie so eine musiktherapie funktioniert und was für "musik" gehört wird bzw. wie die musik zuvor verändert wurde ..

da hilft nur eines - sich schlau machen ..

Lukas Chen
00
Musik, Musiktherapie, und Tinnitus-Rauschen

Fazit: Musik kann Tinnitus-Rauschen verursachen, z.B., mit iPod zu laut und zu lang zuhoeren( etwa laenger als eine Stunde). Musik kann auch Tinnitus heilen, so die Musiktherapie.

Eine Kreatur
41
und das rote stricherl ..

von leuten, die wirklich keine ahnung haben, wie eine musiktherapie bei tinnitus ausschaut ..

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 26
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.