Ein amerikanischer Fahrradhersteller hat das Tool, mit dem Sie Ihr Mobiltelefon quasi aus den Beinen aufladen können
Etwas freier übersetzt, kann man sagen, dass Joshua Hon, Vizepräsident von Dahon - dem kalifornischen Hersteller von Klapprädern -, den LEDs die Schuld für alles gibt, weil die Birndln so wenig Strom brauchen: "Es gibt Millionen von Fahrrädern mit Radnabendynamo am Markt, die während der Fahrt Strom erzeugen, der dann verschwendet wird", eben wegen der LEDs, und weil es am Tag sowieso hell ist.
Dazu kommt, dass der gute Joshua, wie einige seiner Kollegen, gerne mit dem iPhone spielt. Mit der GPS-Funktion und einigen Radlapplikationen leert er aber das Quietscherl oft schneller aus, als der Radlausflug dauert. "Also sie war schon ein bisserl egoistisch", erklärt Joshua die Entwicklung des BioLogic FreeCharge.
Dahon hat ein Trumm entwickelt, das die Energie aus dem Radnabendynamo in einen Akku speist, der dann einen geregelten und stabilen Strom abgeben kann. Das ist notwendig, weil die Akkus vieler Geräte, würde man sie direkt an den unregelmäßigen Strom hängen, der beim Fahren entsteht, schnell defekt werden würden.
Abgegeben wird der Ladestrom über einen USB-Anschluss. Adapter für Sony-Ericsson, Motorola, Nokia, LG und Mini USB sind schon mit dabei. Und in drei Stunden ist so ein iPhone auch komplett geladen. Aber nicht, dass man jetzt radeln muss, bis das Telefon voll ist - den FreeCharge kann man nach der Radlrunde auch an die Steckdose hängen und irgendein anderes Kraftwerk die Arbeit machen lassen.
Der FreeCharge ist natürlich wetterfest eingepackt und sogar die Anschlüsse halten eine Radlrunde im Regen aus. Da braucht man dann nur noch einen durchsichtigen, wetterfesten Kasten für sein Mobiltelefon mit der eingebauten Vom-Verkehr-Ablenkung. Mit dem Strom aus dem Ladekastl könnte man natürlich auch sinnvolle Geräte betreiben wie etwa einen Blinker, wenn nur jemand einen mit USB-Anschluss entwerfen würde.
Knackig wäre auch eine ordentliche USB-Hupe, die laut genug ist, selbst innerhalb akustisch hermetisch abgeschlossener Vierradbüchsen gehört zu werden, auch wenn drinnen gerade die Amigos konzertant zugegen sind.
Oder wie wäre es mit einem Getränkekühler? Je schneller man fährt, je heftiger man tritt, desto kühler wird der Isosaft. Supersportler müssten dann halt aufpassen, dass sie nicht nur was zu lutschen haben, wenn sie eine Pause machen. Grad jetzt, wo es draußen eh schon wieder kühler wird.
Vielleicht wäre dann doch ein Tauchsieder besser? Da kann man sich am Weg in die Arbeit noch schnell einen Kaffee wärmen oder sich einen Fencheltee brühen. Zum Würstelgaaren wird der am Weg ins Büro erzeugte Strom wohl nicht ausreichen und für eine USB-Espressomaschine ist ein Lenker nicht stabil genug.
Eine Griffheizung wäre natürlich auch eine Option. Oder ein portables Internetradio. Aber letzteres gibt es sicher schon fahrradaffin designet als iPhone-Gadget. Und der Rest der Wunschliste wird wohl auch bald folgen.
Den FreeCharge gibt es auf dem neuen Dahon Ios XL, einem 24"-Klapprad, das zusammengelegt nicht größer sein soll als ein 20"-Klapprad, und ab März 2010 auch zum Nachrüsten ab voraussichtlich 79 Euro im Handel. (Guido Gluschitsch)