Videocast von Robert Misik - Folge 93

Happy Birthday, Finanzkrise!

06. September 2009, 20:59

Ein Jahr nach der Lehman-Pleite: Was haben wir aus dem Desaster gelernt?

Vor einem Jahr kollabierte die Investmentbank Lehman-Brothers - und beinahe wäre der gesamte Kapitalismus mit untergegangen. Ganz so dramatisch kam es glücklicherweise nicht. Und da soll man auch einmal daran erinnern, was uns gerettet hat: Entschlossenes wirtschaftspolitisches Handeln der Regierungen und massive Staatsintervention. Gott sei Dank haben sich nicht einmal die Sonntagsprediger des Neoliberalismus in dieser Situation auf die unsichtbare Hand der Märkte verlassen wollen. Aber die Krise ist nicht vorbei. Die größten Entlassungswellen rollen noch auf uns zu und es drohen tiefe weitere Nachfrageeinbrüche, wenn die Regierungen ihre massiven Konjunkturstützungprogramme zurückfahren sollten. Die gute Nachricht lautet aber immerhin: Auf die unmittelbaren Herausforderungen der Krise hat die Politik rasch und klug reagiert. Freilich, es gibt auch eine schlechte Nachricht: Ob es gelingt, langfristig die Spielregeln des globalen Kapitalismus zu verändern, ist fraglicher. In der Finanzindustrie herrscht schon wieder Business as Usual, es wird weiter gezockt - nicht einmal das fatal falsche Anreizsystem der Banker-Bonuszahlungen für kurzfristige spekulative Gewinne ist verboten worden.

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Gerhard Rohrer 
14.09.2009 15:16
Da passt diese Meldung ja ganz gut

"Die Banken, die zu groß zum Scheitern sind, sind noch größer geworden"

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz sieht im Bankensektor größere Probleme als vor dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers.

Mehr dazu im Wirtschaftsblatt: http://www.wirtschaftsblatt.at/home/inte... l_pos=1.DT

ruedigerhintermberg1
12.09.2009 10:18
Wo sind die Diebe?

„Man verhandelt nicht, wie viel Geld der Dieb zurückgeben muss“


Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari im Interview: die Grenzen der nationalen Souveränität, das Ende der Ausreden in Nahost und der Segen der Weltfinanzkrise.

Jürgen Mayer 
12.09.2009 03:10
Voll cool

xray 
09.09.2009 12:33
Der Staat und überlegt handeln? Unsinn, Herr Misik!

Die Abscheu des Volkes vor raschen Änderungen spiegelt sich in der Wahl seiner Vertreter und deren Handelns. So erklärt sich, daß man dem neoliberalen Kapitalismus nicht einmal die Option zugestanden hat, seine behauptete "Selbstreinigungskraft des Marktes" zu beweisen. Geradezu panikartig hat man irre Summen in die marodesten Ecken des Systems gepumpt, nur damit es nicht fällt und damit das Prinzip, Gewinne zu privatisieren und Lasten der Allgemeinheit aufzubürden, erst offensichtlich gemacht.
Noch bevor der erste sein Weltverbesserungsmodell präsentieren konnte, hatte sich die Politik international darauf geeinigt, das System einfach zu restaurieren statt es gründlich zu renovieren.
Reaktionäre Reflexe darf man nicht mit Handeln verwchsln

ruedigerhintermberg1
08.09.2009 23:59
Pakete

Leider erwähnen Sie nicht die üble Zockerei der Frau Bundesministerin Claudia S mit Credit Default Swaps (CDS).Eine "Spezialität" des Casinokapitalismus und nicht der Realwirtschaft.)Warum eine Kommunalkreditbank mit solchen Produkten handelte und die Frau Ministerin dabei noch kräftig "Boni" kassieren konnte ist noch aufklärungsbedürftig. Das Ergebnis für die Menschen: 1,45 Milliarden Euro
(oder mehr) Verlust und schnell, schon im November eine Verstaatlichung. Es fällt auf, daß sich der Herr Bundeskanzler nicht vor, sondern hinter die Dame stellt. Kein gutes Zeichen, wo Sie doch "Reformen" und wichtige Weichenstellungen im Bildungswesen einleiten sollte. Das Krisenmanagement des Herrn Bundeskanzlers erscheint dringend verbesserungsnotwen

Alexander Neumaier
08.09.2009 19:19
und beinahe wäre der gesamte Kapitalismus mit untergegangen.

Jo ehh, darauf warten die Kommunisten seit Marx.

Und sie warten,

und warten,

und warten,

und warten...

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann versuchen sie es eben als Videoblogger beim Standard.
Dem Zeitungsreservat für hoffnungslose GRM Überreste.

Dr. Lari and Mr. Fari 
08.09.2009 07:23
na, in SOO ein schwarzes Loch zu fallen wie der Kapitalismus derzeit tät mir auch taugen!

Diese ganzen dumme Marxisten begreifen (eh klar, deswegen sind sie ja dumm) nicht, daß die seit gut 100 Jahren immer wieder gesehene "endgültige, tödliche Krise" des Kapitalismus ungefähr so eine Fata Morgana ist wie der Nazideutsche Endsieg in 2. WK aus der Perspektive Mitte April 1945.

Nämlich: Geldwirtschaft (samt Urformen des Kapitalismus, der ja auch im Jahr 1750 schon lange etabliert war, aber noch nicht beschrieben und benamst) gibts seit den ersten Anfängen des Abgehens vom Tauschhandel vor rund 5000 Jahren oder so, dazu parallel (weil der Mensch so ist wie er ist) auch Regulative zwecks sozialer Verträglichkeit.

Den Kapitalismus wirds geben, solange es Menschen gibt. Nur Un-Menschen versuchen dran was zu ändern.

noexist
08.09.2009 11:13
Den Kapitalismus wirds geben, solange es Menschen gibt. Nur Un-Menschen versuchen dran was zu ändern.

Erinnert ein bisschen an Honeckers "Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf"

Jedenfalls hat der Kapitalismus den Grundfehler, dass sich die Geldmenge durch Zins und Zinseszins immer weiter aufbläht und dieser Geldmenge immer weniger reale Werte sondern grösstenteils nur mehr "Finanzprodukte" gegenüberstehen, die nichts als heisse Luft sind und nur solange Wert haben, solange die Menschen nicht vom Glauben an den Kapitalismus abfallen.

Dr. Lari and Mr. Fari 
08.09.2009 12:17
Der Kapitalismus entspricht primären und primitiven menschlichen Trieben, die zumindest zu Steinzeiten recht nützlich fürs Überleben des Individuums, aber auch der Gruppe, waren.

Abgemildert durch soziale Regulative fürs Zusammensein.
Besitzakkumulierung (samt Verteidigung desselben, oft buchstäblich "mit allen Tricks") findet man schon bei Viechern bis "hinunter" zu den Vögeln, es sei an die Rabenartigen erinnert, die das zur Perfektion treiben. Schimpasne bzw. Bonobos führen schon ganze Eroberungs- oder Kolonialkriege gegen Nachbargruppen zwecks Erweiterung ihres Territoriums (und zwar OHNE Not an Nahrung).
Auch hier geht es um Vorformen inflationären Wirtschaftens.

Warum wohl haben alle alten Weltreligtionen Mäßigungs- und Bescheidenheitsgebote in ihren Lehren? Doch wohl nicht ohne menschlich-allzumenschliche Gründe.

noexist
08.09.2009 13:25

Ja eh, und da wir nicht mehr in der Steinzeit leben, sondern in einer Zeit in der wir Menschen in unseren täglichen Bedürfnissen voneinander abhängig sind, wie nie zuvor in der Geschichte, haben sich so primitive Ideologien wie der Kapitalismus, der nur auf gegenseitigen Raub aufbaut, überholt.
Da bin ich ganz ihrer Meinung! Sehen sie, durchs Reden kommen die Leut zsamm ;-)

Dr. Lari and Mr. Fari 
08.09.2009 18:20
Der Kapitalismus schafft erst die Voraussetzungen

für technischen Fortschritt und allgemeine Wohlstand.

SO schauz aus.

noexist
08.09.2009 21:56

Klingt nach einer Verwechslung von Kapitalismus und Marktwirtschaft!?
Das gegenseitige Berauben und Kriegführen, das sie selbst beschreiben ist ja dem Wohlstand nicht sehr förderlich.

adz
09.09.2009 12:49

gegenseitiges Berauben klingt eher nach Sozialdemokratie

Dr. Lari and Mr. Fari 
08.09.2009 22:20
Ohne Kapitalismus keine Marktwirtschaft.

Oder gabs im Kommunismus einen auch nur einigermaßen funktionierenden Markt?!

Eleazar
08.09.2009 12:45

mein Lehrer (Yoda) lehrte mir, das wer alles nach dem Geld nur bemisst er auch auf das größte Kapital, die Freundschaft die Liebe und die Schönheit des Lebens er vergisst.

Dr. Lari and Mr. Fari 
08.09.2009 15:48
ja, eh.

Und?

Eleazar
08.09.2009 12:43
Mein lieber Doktor Larifari



Ich muss nicht unbedingt gläubig sein um zu hoffen und vielelicht auch den Wunsch zu hegen, das wir uns doch aus der Masse des Tieres herausheben und zu etwas Höherem streben.

der Welt und dem Menschen würde es gut tun.

Zumindest wünsche ich mir das für meine Kinder.
Denn wie wird die Welt in 30 Jahren aussehen, wenn meine Kinder erwachsen sind. Werden sie mich anklagen nichts getan zu haben oder werden sie stolz auf uns sein, weil wir endlich einmal unser Gehirn mit beiden Hälften benutzen.

Dr. Lari and Mr. Fari 
08.09.2009 15:50
Das versuchen wir ja eh laufend. Deswegen gibts Religione, Gesetze usw. usf.

Aber eben ein (politisches, konstruiertes) System, das dieser Seite der menschlichen Natur ZUWIDERläuft, KANN, wie die Geschichte hunderte Male bewiesen hat, nur mit Zwang, Gewalt und Brutalität funktionieren und ist deshalb notwendigerweise ein unmenschliches System.

Eleazar
08.09.2009 16:58

Ich hege die Hoffnung das ein gesundes System, ich wiederhole, ein "Gesundes System" auch gesund am Menschen ist, und auch an der Natur.

Das bedeutet, bewusster Leben lernen.

Easy peace

Eleazar
08.09.2009 16:44

Da gebe ich ihnen leider Recht.

Und doch kann man die Gewaltspirale oder muss man diesem starren und sturem Konstrukt, welches wie wir wissen keinerlei statischer Grundlagenkonstruktion aufweist, einen Riegel vorschieben.

Einer Art "wie kann es sein", oder "wie wollen wir es haben". Nicht umsonst sprechen die Religionen von Gerechtigkeit.

Ich denke das man nicht mit-schwimmen sollte, sondern neue geistige Horizonte aufzusuchen hat.
Zumindest erklärt mir mein Gehirn dies folgendermaßen:

Ein Ziel definieren und dieses erarbeiten.
Unter der Berücksichtigung der Menschenwürde und der schöpferischen Qualität welche wir doch auch besitzen.

Dr. Lari and Mr. Fari 
09.09.2009 08:28
Natürlich sind das hehre Ziele, VIsionen, und als moralischer Imperativ

eine gute Sache.
Solange es eben eine Aufforderung, ein Beispiel, ein Leitfaden, eine Anleitung bleibt.
Sobald solche Sachen per Zwang reingedrückt werden, ist es aus mit ihrer positiven Natur.

Eleazar
08.09.2009 10:14

UN Menschen?

Wieso ziehen sie die vereinten Nationen in dieses Spiel mit hinein?


Apropo, aus einer gewissen Geldgeilheit und der Wunsch nach mehr Kapital gab es Kolonien, Sklaverei und etliche Kriege.

Und da sagen sie, der Status Quo ist in Ordnung?

Das halt ich im Kopf nicht aus.

Der Boden auf dem dieser Kapitalismus gründet ist so derartig mit Blut verseucht, das Kain (Kain und Abel) ein Lämmchen ist gegen uns.

Das Gold der Inkas, die Edelsteine der Afrikaner etc etc.......

Dr. Lari and Mr. Fari 
08.09.2009 12:27
Sämtliche staatsdirigistischen, angeblich antikapitalistischen Systeme waren Gewaltherrschaften, die es mit Kolonialmächten aber schon GANZ locker an Grausamkeit und Brutalität aufnehmen konnten. Nicht vergessen auch das Nazisystem,

das in Wirklichkeit ebenfalls eine dirigistische Wirtschaft war, und das einen Gutteil seiner antijüdischen Propagandasprüche aus dem Repertoire der Kommunisten bezog! Nebenbei bemerkt, waren so gut wie alle wesentliche Industriellen spätestens ab 1942/43 in ihren Firmen entmachtet und wurden ihnen Staatskommisäre hiniengesetzt; manchen, wie Junkers und Dornier, schon VIEL früher.

Die Briten haben den Sklavenhandel übrigens schon einige Zeit vor der klassischen kapitalistischen Ära beendet und geächtet. Auch die Bekämpfung des "Manchester-Kapitalismus" wurde im selben Land begonnen, lange vor Marx.

Der Kommunismus ist NICHT auf Blut gegründet? Ha-Haa.

Und der Rest Deiner Einwürfe ist von ähnlich leichter Widerlegbarkeit.

Eleazar
08.09.2009 16:55

sogar das Christentum ist auf das Blut Christi gegründet. Und doch hat uns dieses Opfer im Paradigmen-universum einiges gebracht. Es wurden seitdem das Christentum sich ausbreitete keine Menschenopfer mehr im Sinne von "man müsse den Göttern und Geistern" opfern, gebraucht. Gott sei dank.

Also hatte uns dies auf eine Art und Weise befreit.

Wie die Geschichte weiter geht?
Jedenfalls wehre ich mich mit Händen und Füßen ;-) gegen den Gedanken das der Kapitalismus ein Heilmittel ist. Ganz im Gegenteil, der Stress in dem man sich befindet ist eher Gift für die Seele, den Körper und für Zwischenmenschliches.

Eleazar
08.09.2009 16:47

Ich bin kein Kommunist.

Beide Systeme, der Kapitalismus ist auf das Einzelne Individuum zurecht-geschnitten. Und der Kommunismus auf die Gemeinschaft, und in beiden gab und gibt es die Gier.

Und das man die zweite Gehirnhälfte bei einigen nicht findet können sie mir nicht widerlegen.
Im übrigen glaube ich kaum, das sie meine Gedankengänge auch nur im Ansatz verstehen können, obwohl ich sie ja eh schon auf Unterstufenniveau geschraubt habe.

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