Wegen Regelverstößen stehen insgesamt 240 Sender vor dem Aus
Caracas - Die linksgerichtete Regierung des
venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez will weiteren Sendern die
Lizenzen entziehen. Bauminister Diosdado Cabello sagte am Samstag,
die Telekommunikationsbehörde Conatel wolle in kürze 29 Sender den
Betrieb untersagen, da sie sich nicht an die Regeln zur Erneuerung
der Lizenzen gehalten hätten. Vor einem Monat waren bereits 32 Radio-
und 2 Fernsehsender geschlossen worden. Nach den Worten von Cabello
stehen 240 Sender vor dem Aus, da sie gegen Regularien verstießen.
Cabello kündigte zudem ein neues Verfahren gegen den Sender
Globovision an. Cabello sagte, Globovision habe zum Staatsstreich
aufgerufen, indem der Sender eine angeblich von einem Zuschauer
stammende Textbotschaft veröffentlicht hatte. Gegen Globovision
laufen schon mindestens vier Verfahren bei Conatel.
In der venezolanischen Hauptstadt Caracas demonstrierten am
Samstag Zehntausende Anhänger und Gegner von Chavez. An der Spitze
des Protestzugs der Gegner marschierten nach Augenzeugenberichten
Oppositionsführer und Anwälte. Sie verlangen, dass die Justiz die
Demonstration von Dissidenten nicht als destabilisierende Aktionen
verfolgt. Sie verlangten das Recht auf Protest gegen die Regierung
und die Freilassung von elf wegen der Teilnahme an einer
Demonstration Inhaftierten. Sie demonstrierten auch gegen eine
Bildungsreform, die ihrer Meinung zur einer sozialistischen
Indoktrination in den Schulen frühen könnte.
In einem anderen Teil der Hauptstadt gingen die Anhänger des
Präsident auf die Straßen. Die Teilnehmer waren erkennbar an ihren
roten Hemden. Auch schwenkten sie Fahnen von Chavez' Sozialistischer
Einheitspartei (PSUV). (APA/dpa)