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Nehmen Sie sich Zeit fürs Einkaufen und die Zutaten in die Hand. Riechen Sie daran, fühlen Sie. Wozu das gut ist? Gegenfrage: Wollen Sie etwas, das Sie schon ungern anfassen, nachher in den Mund nehmen? Eben." So etwas steht im Vorwort des Marcipane Kochbuchs von Jan Weiler (Text) und Corbinian Kohn (Rezepte). Womit man als Leser eines gleich am Anfang weiß: Das kann kein schlechtes Kochbuch sein.
Die beiden betreiben in Bayern, genauer: in Münsing am Starnberger See, eine gleichnamige Weinhandlung samt angeschlossenem Restaurant, die sich seit der Eröffnung vor zwei Jahren vor Gästen kaum erretten kann. Das liegt an den tollen Weinen, die hier um gutes Geld (zumindest für diese Gegend, die zu den gestopftesten Deutschlands gehört) aufgerissen werden, an der angenehmen, ruppig-freundlichen Atmosphäre, am guten Aussehen aller Beteiligten und an ein paar anderen Dingen mehr.
Die Rezepte gehören natürlich auch dazu: deftiges, südlich inspiriertes Essen, bei dem einem nicht fad wird - weil den Beilagen zumindest so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird wie den angeblichen Edel-Teilen. Das lässt sich auch vom neuen Kochbuch sagen, dass ganz besonders gut und kurzweilig geschrieben ist, jederzeit als Nachtkastllektüre zu empfehlen.Was nicht ganz verwunderlich ist: Herr Weiler ist im Brotberuf Schriftsteller. (corti/Der Standard, Printausgabe 05.09.2009)
Jan Weiler, Corbinian Kohn:
Das Marcipane Kochbuch
Gräfe & Unzer 2009
€ 20,50
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