Sozialminister Hundstorfer über die "hasserfüllte" FPÖ als politischen Gegner und warum er sich über Staus im Sommer freut
Die SPÖ-Klausur in Linz geht heute, Freitag, hinter verschlossenen Türen weiter. Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit sind eines der beherrschenden Themen, ebenso wie der Umgang mit den Freiheitlichen. Rosa Winkler-Hermaden sprach am Rande der Klausur mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer.
***
derStandard.at: Sie haben bei einer Pressekonferenz gesagt, Sie stehen jetzt im Sommer gerne im Stau. Wieso das?
Hundstorfer: Staus bedeuten Baustellen und das wiederum bringt Jobs. Natürlich ärgert man sich, wenn man im Stau steht, aber ich sehe das positiv.
derStandard.at: Wie ist die derzeitige Situation am Arbeitsmarkt?
Hundstorfer: Die Maßnahmen greifen. Nicht alle so toll, wie wir uns das immer vorstellen. Aber für 97.000 Menschen haben wir Arbeit absichern können. Und 55.000 sind durch Qualifikationsmaßnahmen zu Arbeit gekommen. Qualifikationsmaßnahmen erhöhen die Chancen. Und wir lassen nicht nach, das noch stärker auszubauen.
Auch wenn jemand in Kurzarbeit ist, versuchen wir das mit Qualifikation zu verbinden. Im August hatten wir weniger Lehrstellensuchende als im August des Vorjahres. Man kann noch nicht von Entspannung am Arbeitsmarkt sprechen, aber von einer Dämpfung der Zugewinne von Arbeitslosen.
derStandard.at: Beschäftigung ist ja auch eines der Themen bei der heute noch tagenden SPÖ-Spitze hier in Oberösterreich.
Hundstorfer: Wir sind mitten in der Diskussion, es gibt viele Politikfelder, über die geprochen wird. Der Arbeitsmarkt ist ein Thema. In Oberösterreich wird im Bereich Arbeitsmarktpolitik schon wahnsinnig viel getan. Die schlafen nicht. Bei manchen Maßnahmen sind die Oberösterreicher der Motor, zum Beispiel bei der Bildungskarenz Plus, das ist eine Erfindung des AMS Oberösterreich.
derStandard.at: Sind Sie sich beim Umgang mit der FPÖ einig geworden?
Hundstorfer: Wir sind keine diktatorische Partei wie die FPÖ, sondern eine demokratische, wo es viele unterschiedliche Meinungen gibt. Aber in dieser Sache sind wir uns sehr einig. Unser politischer Gegner ist die FPÖ. Sie ist von Hass efüllt und kann nicht unser Freund sein. Nicht ansatzweise. (derStandard.at, 4.9.2009)