Sparkurs

"ORF-Zerstörungskonzept"

4. September 2009, 18:26

Der ORF droht "nachhaltige, kaum gutzumachende Beschädigungen seiner Substanz" herbeizusparen, warnen seine Journalisten - Resolutionen im Wortlaut

Der ORF droht "nachhaltige, kaum gutzumachende Beschädigungen seiner Substanz" herbeizusparen, warnen seine Journalisten. Quer durch die Anstalt tagen die Redakteure. Das Radio sah schon Freitag "Fundamente des Öffentlich-Rechtlichen untergraben". 

***

Wien - Werner Löw ist weg, auch die "Journal"-Stimmen Udo Bachmair und Susanne Meissner-Sindelar nehmen den Golden Handshake. Ernest Hauser verabschiedet sich in vorverlegte Pension, Helmut Opletal, und so weiter.

Das Sparprogramm erleichtert die vielgelobte ORF-Radioinformation um einige ihrer Stützen. Dass 2010 Ö1 und Regionalradios gemeinsame Nachrichten produzieren und auch in Teletext und Online-Radio zusammengelegt wird, ändert nichts am Grundsatz "unzumutbarer Arbeitsbedingungen".

Resolution

Die beklagte Freitag die erste in einer Reihe von Redakteursversammlungen "quer durchs Haus". Die Radioredakteure schickten ORF-Chef Alexander Wrabetz auch gleich eine Resolution. O-Ton: "Wenn auch künftige Personalabgänge nicht nachbesetzt werden, sehen sich die Redakteure der Radio-Information außerstande, das Angebot in gewohnter Qualität und Quantität aufrechtzuerhalten. Eine Einschränkung der Qualität hieße, die Fundamente des öffentlich-rechtliche Rundfunks zu untergraben."

Programm kürzen 

Montag trifft ORF-Chef Wrabetz - als Vertreter des erkrankten Radiodirektors - die Hörfunkbetriebsräte. Die Radioredakteure sehen nur zwei Alternativen: Abgänge ersetzen. Oder den Umfang des Programms reduzieren. Solche Änderung des Schemas braucht Zustimmung seiner Stiftungsräte. Und die sind Gesandte der Politik, vor allem der Regierungsparteien.

Der Aufstand der Redakteure richtet sich an die Medienpolitiker von SPÖ und ÖVP. Sie sollen dem ORF 60 Millionen Euro abzugelten, die ihm durch Gebührenbefreiungen entgehen. Die Alternative kann die Koalition nicht freuen: weniger Information.

Bewegung ins ORF-Gesetz könnte übrigens nächsten Mittwoch kommen, wenn Medienstaatssekretär Josef Ostermayer EU-Kommissarin Neelie Kroes zum Wettbewerbsverfahren in Sachen ORF trifft.

Brief an Wrabetz

Der Redakteursrat eröffnete die Offensive Freitagfrüh mit einem Brief an Wrabetz: Das Sparkonzept drohe sich zum "ORF-Zerstörkonzept" auszuwachsen. Es beschädige die Substanz nachhaltig, nicht wieder gutzumachen. Selbst öffentlich-rechtliche Kernaufgaben seien nicht mehr zu erfüllen. Der ORF verliere seine Legitimation. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 5./6.9.2009)

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Posting 1 bis 25 von 39
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Ganerc-Callibso
01
ich _weiß_...

daß viele ORF-Angestellte horrende Gehälter kassieren...

einzelne Moderatoren mit 10.000 netto sind kein Thema...
detto viele Firmenpensionen in mehr als beeindruckender Höhe...

dem ORF hängt seine Zeit als Monopolist wie ein Betonschuh am Bein...
...und viel zu viele Angestellte wollen gern wieder in die gute alte Zeit...
(und warum sollte sonst auch Heinzel wieder zurück wollen? einer der wichtigsten Gründe ist ganz sicher hierin zu suchen)

Erwin Wolfram
00

... einfach mehr Angestellte zugleich vor die Kamera stellen...

Deserteur
05
Wofür Quotenjagd? ...aus Größenwahn?

Der ORF sollte sich damit abfinden, einer von vielen deutschsprachigen Regionalsendern zu sein. Nicht mehr und nicht weniger! Anstatt alles bieten zu wollen, sollte er sich voll auf seinen Kultur- und Bildungsauftrag konzentrieren, um die Zwangsgebühren wenigstens einigermaßen zu rechtfertigen. Das wäre ein unerschöpfliches, ergiebiges und für den Austro-Raum wichtiges und auch identitätsstiftendes Aufgabengebiet, das bisher abgesehen von Alibiproduktionen leider arg vernachlässigt wurde. Eine Teilung in ein alpines westliches und ein östliches Sendegebiet könnte sogar die Beibehaltung von zwei Programmen rechtfertigen.

Seria
00

Radio ORF 1 ist ein ausgezeichneter Sender, der viel Wissen und interessante Info vermittelt. Als öffentl.-rechtl. sollte das Fernsehen nicht den Fehler machen sich dem low level TV, das natürlich die grössten Einschaltquoten hat anzupassen. Der ORF gehört natürlich entpolitisiert und mit auslandösterr. Management versehen, welches man aus D zurückholen sollte. Da gibt es genug Leute, die wissen wie man auch mit TV ordentlich Geld machen kann

Odoakker Hurgga
00
Drei Widersprüche in einem Posting

..." ORF soll nicht den fehler machen, sich den größten Einschaltquoten anzupassen." Und zwei Sätze später "...genug gute Leute, die wissen, wie man mit TV Geld machen kann". SIC! Mit genau den im ersten Satz verteufelten Quoten! Gerhard Zeiler als Qualitätsgarant, vielleicht noch Hansl Mahr als Programdirektor - echte Bollwerke von ARTE-mäßigem Bildungsbürger-TV. Die Logik is a Hund.

Abdul Alhazred
00

"wie man auch mit TV ordentlich Geld machen kann"

Raten Sie mal, was die als erstes dafür einstellen würden: Ö 1...

Tan S. Taafl
00
Wenn man das Alter der Frühpensionisten ...

... und die Gehaltsniveaus kennt, kann man sich ausrechnen, dass die Golden Handshakes gegenüber einem ASVG-Versicherten einen Vermögensvorteil von EURO 500,000 aufwärts entsprechen. Das Ganze finanziert aus Zwangsbeiträgen. Und die schwafeln von "Sparprogramm"

Christiane Amanpour
 
01
Was werden Kroes und Ostermayer besprechen?

Der Journalist heißt Ernest HAUER, nicht Hauser. Er verabschiedet sich in die vorverlegte Pension, Helmut Opletal EBENSO (kein "und so weiter"). DieS (und nicht Die) beklagte die erste Redakteursversammlung. Die Fundamente des öffentlich-rechtlicheN Mediums würden untergraben. Es beschädige die Substanz nachhaltig UND IST nicht wieder gutzumachen.

Wann werden Sie beginnen, Ihre Arbeit sorgfältig zu machen und die Artikel vor dem Ins-Netz-Stellen durchlesen? Ist das zuviel verlangt? Wenn ja, wieso?

Beim ORF kann man nur hoffen, dass nicht das gewohnte Niveau aufrechterhalten wird (wie das die protestierenden Herrschaften fordern), sondern dass es gehoben und Qualität geboten wird. "Weil wir's uns wert sind."

Melchior Kreutzer
34

welcome to the real world - orf redakteure. ja, die fetten jahre sind vorbei. was ihr als unzumutbare arbeitsbedingungen empfindet, ist für den großteil der arbeitenden bevölkerung seit jahren realität.

und wenn journalistische qulaität vor allem von privilegien, traumlöhnen, vergünstigungen und überdurchschnittlich guten arbeitsbedingungen abhängt, dann haben sie ohnehin den falschen beruf. (idealismus gehört nämlichin erster linie dazu).

also, weniger jammern und mehr hackeln., dann wird vieleicht auch das programm wieder besser, dann bekommt der orf wieder mehr hörere/seher unde dann kann man vielleicht wieder mehr leute einstellen. ja so läuft das außerhalb der anstalt.

Herr Störfischer
10
Engagierter Journalismus

Wer wirklich Journalismus betreiben will, tut das doch hoffentlich nicht nur, weil er Geld dafür bekommt. Das es auch ohne sozialistische Subventionen geht beweist die Zeitung Heute

maria reibach
00
heute ist gratis...

aber leider kein journalismus!

Theatre of Tragedy
02

Journalismus bei den Beispiel der Postille "Heute"...ist etwas gewagt. ^^
Letztendlich bestehen gerade einmal höchstens ein Viertel der Zeitung aus Politik, Wirtschaft und co. Der Rest sind Seitenblicke, Sport, Horoskop, Werbung und "Heiße Blondine will dich verwöhnen".

Atrus
02

Davon abgesehen, dass Journalismus viele Seiten hat, braucht man auch als Journalist/Journalistin eine Wohnung und etwas zu essen und die Ideologie allein macht leider nicht satt. Und wenn Sie die Zeitung "Heute" als Musterbeispiel heranziehen, dann empfehle ich Ihnen diese Lektüre: http://www.presserat.info/pressekodex.0.html

Mr. Bubbles
00

angesichts dieses unfassbaren top-spot-käse "wer nicht wirbt - stirbt", soll der orf lieber froh sein keine entschädigung zahlen zu müssen.

schulden noch und nöcher, und dann so einen dreck im programm zu zeigen ist mehr als dreist!

Firefox35
210

ich werde dich nicht vermissen, orf!

lessismore
61

Doch. Aber vielleicht es nicht wissen.

Jim Kirk
02

die ö1 redaktion würde ich schon schmerzlich vermissen, den tv schmarren können sie aber gern verkaufen.

FloW ERlebnis
04
Das macht mich schon ein bisschen traurig, soviele langjährige vertraute Stimmen nicht mehr zu hören.


'Werner Löw ist weg, auch die "Journal"-Stimmen Udo Bachmair und Susanne Meissner-Sindelar nehmen den Golden Handshake. Ernest Hauser verabschiedet sich in vorverlegte Pension, Helmut Opletal...'

Dazu noch Susanne Scholl in Pension, letztes Jahr Annette Scheiner. Schade.

a las barricadas
05
mir kommen die tränen

der_kleine_nick
 
113
Kann mich nicht erinnern, wann der ORF jemals so mies war wie momentan.

Die 750 Zeichen reichen nicht annähernd aus, um all die Grauslichkeiten rund um das Fernsehprogramm aufzuzählen.
Von Ö3 rede ich erst gar nicht.

lessismore
31

Und deswegen kann man ihn gleich ganz hinmachen? -- Das ist, vergeben Sie mir, keine sehr schlaue Überlegung.

der_kleine_nick
 
00
Antworten sie auf mein Posting ??

Oschus Mox
05

lieber ein Ende ohne Schrecken als ein schreckliches Ende!

ORF neugründen, kleiner und ohne GIS!

erwin meier
06

gewisse dinge lassen sich nicht mehr reparieren. da ist ein neuanfang besser und billiger.

haeferl
18
Sparen?

Das geht nicht, wirklich nicht. Der arme Dominic Heinzl bekommt "nur" € 750,--/min.,
sowas von lächerlicher Gage-ein wahrer
Hungerlohn.
Du meine Güte, Andere müssen für so einen
Betrag "nur 1 Woche" arbeiten und mit ihrem Zusehen erhöhen sie noch die Quote des ORFs.
Ich frage mich, in welcher Welt leben die ORF-ler, sowas von abgehoben ist nicht mehr zu ertragen.


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