EU-Vertrag

Zustimmung der Iren sinkt

4. September 2009, 16:53

Nur noch 46 Prozent wollen für den Lissabon-Vertrag stimmen - Acht Prozentpunkte weniger als noch im Mai - EU-Vorsitz hat keinen "Plan B"

Dublin - Vier Wochen vor dem Referendum der Iren zum EU-Reformvertrag ist die Zustimmung einer Umfrage zufolge deutlich gesunken. Für den Lissabon-Vertrag seien nun noch 46 Prozent, acht Prozentpunkte weniger als im Mai, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erhebung der "Irish Times" und TNS mrbi. Gegen die Reform wollen demnach 29 Prozent stimmen, ein Prozentpunkt mehr. Die Zahl der Unentschlossen habe um sieben Prozentpunkte auf 25 Prozent zugelegt.

Die Abstimmung findet am 2. Oktober statt. Bei einem ersten Referendum im Juni 2008 hatten die Iren die Reform mit deutlicher Mehrheit abgelehnt und damit die Union in eine Krise gestürzt. Der Lissabon-Vertrag muss von den Mitgliedsstaaten einstimmig angenommen werden. Neben Irland haben auch Deutschland, Tschechien und Polen den Ratifizierungsprozess des EU-Vertrags noch nicht abgeschlossen. In Deutschland ist nach einem entsprechenden Höchstgerichtsurteil die Annahme eines Begleitgesetzes ausständig, in den beiden anderen Staaten zögern die euroskeptischen Staatspräsidenten mit der Beurkundung der Ratifizierung.

Kein "Plan B"

Die EU sieht keinen Grund, sich vor dem zweiten Referendum in Irland zum Lissaboner Reformvertrag Gedanken über ein mögliches neues Nein der Iren zu machen. Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt sagte am Freitag nach einem Gespräch mit EU- Parlamentspräsident Jerzy Buzek in Stockholm zu der irischen Abstimmung am 2. Oktober: "Wenn es ein Nein wird, machen wir weiter wie bisher mit dem Nizza-Vertrag als Grundlage." Er sehe keinen Grund für einen "Plan B".

Mit dem Lissaboner Reformvertrag will die Union ihre Institutionen an die Erweiterung auf 27 Mitgliedsländer anpassen und den Vertrag von Nizza aus dem Jahr 2001 ersetzen. Irlands Außenminister Micheál Martin meinte beim informellen Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in der schwedischen Hauptstadt, auch er sehe keine Notwendigkeit für einen "Plan B". Martin sagte: "Ich denke, man muss dem demokratischen Prozess jetzt seinen Lauf lassen." Man stehe vor einer "außerordentlichen Herausforderung". Für die Menschen in Irland sei die Schlüsselfrage, wie man ein "konstruktives europäisches Engagement" durch ein Ja sichern könne.

Im Juni 2008 hatte die Bevölkerung den Reformvertrag bei einer Volksabstimmung abgelehnt und blockiert damit bis jetzt dessen Inkrafttreten. Umfragen vor dem zweiten Anlauf haben eine zeitweise deutliche Mehrheit für die Ja-Seite gebracht, die zuletzt aber wieder geschrumpft ist. Die EU hat der Regierung in Dublin im Sommer Garantien für die nationale Souveränität in der Sicherheits- und Steuerpolitik zugesichert.  (APA/Reuters)

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webinformationat
11
11.9.2009, 14:08
Die Zusagen der EU an Irland sind ein "Nichts", so Prof. Schachtschneider in Wien

Audio auf: http://www.webinformation.at/htm/eu.htm

http://manu.theoffside.com/files/2009/01/2mci0y.jpg
12
natürlich habens einen plan b ....

ein drittes mal am zeiger gehen ....

mein tipp: hartnäckig bleiben wie die dänen ...

den dänen geht brüssel nimmer so schnell auf den zeiger ...

mfg

khaleb
00
16.9.2009, 02:19
es gibt keine Plan B

ein NEIN ist die Katastrophe, da ist alles aus,
dafür haben wir keinen Plan, undenkbar.

Stirnrunzel .
 
00
16.9.2009, 09:46

wir?

arbeiten sie in der kommission, als lobbyist, oder bei den medien?

Elysio
13
Mit großer Freude veröffentlicht der Standard dies:
02

sollten die iren wirklich mit "nein" stimmen, dann wären die zukünftigen beitritte wohl in sehr weite ferne gerückt..

ob´s wohl soo schlecht wär, wage ich zu bezweifeln..

khaleb
00
16.9.2009, 01:37
die sind dann wohl nur deswegen in weite Ferne

bei einem neurlichen nein der Iren hätten auch zwischenzeitlich aufgenommene neue Länder die Möglichkeit, bei einer Verfassung mitzureden. Da man dass nicht will, sollen keine neuen Länder aufgenommen werden.
So schauts aus.

JA zum EU-Austritt
12
Österreich hätte von der EU-Mitgliedschaft profitiert wird gern behauptet - die Realität sieht aber gänzlich anders aus!

Ein konkretes Beispiel:

Neue EU-Richtlinie fördert europaweiten Mülltourismus für Müllverbrennungsanlagen!

Offensichtlich soll Heiligenkreuz (Anm. im Südburgenland) zum Müllkübel für Abfälle aus der ganzen EU werden. Denn eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2007 öffnet die Türen für den EU-weiten Mülltourismus weit auf. In der EU wird zwischen Müllbeseitigung und Müllverwertung unterschieden. Für Müllbeseitigung gilt aus ökologischen Gründen das Prinzip der Nähe und Entsorgungsautarkie, sodass dem grenzenlosen Mülltourismus ein gewisser Riegel vorgeschoben ist. Für Müllverwertung dagegen gilt das Prinzip des freien Warenverkehrs. Mit der neuen Abfall-Richtlinie gilt die Verbrennung des Mülls als Verwertung, wenn daraus mit.....

kontonummer
00
11.9.2009, 21:09

ich bin sicher, wenn sie in österreichischen rechtsnormen suchen finden sie eine vielzahl von materien, die ihre zustimmung nicht finden

http://ris.bka.gv.at/Bundesrecht/

JA zum EU-Austritt
12

.....mit einem gewissen Effizienzgrad Energie gewonnen wird. Für solche Müllverbrennungsanlagen kann damit der Müll EU-weit lukriert werden. Mit der Schaffung von Überkapazitäten bei MVAs wird daher das Ziel der Abfallvermeidung unterlaufen. Immer mehr Müll muss von immer weiter herangeschafft werden, um die Verbrennungsschlote profitabel rauchen zu lassen. Müllverbrennung wird damit zur Müllverursachung. Schon jetzt ist das Müllverbrennungsgeschäft bei einigen wenigen Großkonzernen konzentriert, die es durch intensive Lobbyarbeit in Brüssel schaffen, die Abfallwirtschaft immer stärker dem Binnenmarktregime zu unterwerfen.

Quelle: www.friwe.at

diamant
22
Wow, jetzt faellts mir wie Schuppen von den Augen.....

Wirklich ein EXISTENTIELLES Problem!!

Das unterminiert unsere liberale Gesellschaft wenn Muell aus dem 20 km enfernten Ungarn oder Slovenien in Heiligenkreuz verbrannt wird.....

romeo3
31
es ist die Frage was man will

will man nur eine einfache Wirtschaftsgemeinschaft oder will man mehr. Zurück zu einer Art EG oder EWR - geht nicht mehr; gott sei Dank. Eine Wirtschaftsunion ohne polit. Zusammenarbeit ist auf Dauer nicht möglich. Wenn Europa ein "Global Player" sein will, und das muß sein, um Herausforderungen wie Globalisierung, Klimawandel und Terrosismus zu "packen", dann brauchts eine polit. Union.
Politik hat immer mit Kompromissen zu tun, wie in einer Ehe.
Daß Ö massiv bisher davon profitiert hat, ist unbestritten.

kontonummer
01
11.9.2009, 21:16

der hauptteil der jetzigen eu ist die erste säule, die eg, (bis zum inkrafttreten des reformvertrages).
die gleichung eu ist poltisch, eg
ist eine wirtschaftsgemeinschaft
zeigt nur, dass sie von der materie keine ahnung haben

sleepyhead
00

Die Idee eines gemeinschaftlichen Europas ist ja ganz nett, aber sowas macht meiner Meinung nach nur Sinn, wenn alle Laender miteinbezogen werden. Europa, als Europa, und nicht als Auswahl in Form der EU.

JA zum EU-Austritt
14
Wozu sollte die EU ein "Global player"??? - Doch nur zum KRIEGFÜHREN !

Ihren letzten Satz mit dem angeblich "massiven Profitieren" haben Sie nun bereits so oft aufgetischt, aber noch nie Konkretes dazu genannt.

Wirtschaftliche Aspekte (wie gestigene Exporte bzw. Binnenmarkt) können es jedenfalls nicht sein, weil dies wäre ohne EU-Mitgliedschaft genau so der Fall, schließlich ist Österreich vor der EU ja bereits dem EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) beigetreten.

Daß in Österreich nur eine Minderheit (= die oberen Zehntausend) von der EU-Mitgliedschaft enorm profitiert, ist wirklich unbestritten.


Sie bringen es auf den Punkt!
Will man eine einfache Wirtschaftsgemeinschaft oder mehr?
Aber darüber dürfen die Bürger partout nicht abstimmen/entscheiden!


systema radl
10
eines finde ich schon bemerkenswert:

überall wird die kritik gegen die eu lauter, von glühbirnen bis zur gurkenkrümmung. meine frage: hatten wir keine volksabstimmung vor dem beitritt? hab ich da was verpasst? ALLE wurden gefragt, leider hat die mehrheit geifernd ja gesagt. leben in österreich NUR deppen? hat keiner gewußt was auf uns zukommt? warum habs ich gewußt?

Kid "Kongo" Powers
12

nein, niemand hats gewusst, den Österreichern wurden die Augen mit dem Ederer Tausender verklebt. Und mit ein paar anderen Goodies die es nie gab.

Mit großer Freude veröffentlicht der Standard dies:
00

gegenfrage: wenn sie zu einer nationalratswahl gehen, und machen ihr kreuzerl, dann müßten sie einer der wenigen menschen sein, die NIE über die regierung dann später schimpfen, oder schimpfen sie doch das eine oder andre mal??

JA zum EU-Austritt
12

Herr und Frau Österreicher haben halt mittlerweile dazugelernt - reichlich spät, aber immerhin!

OttotheBusdriver
12
Stellen sie sich einmal vor.......

Lissabon wäre in Kraft.

Ein paar verrückte Staatschefs aus der EU wollen unbedingt in einem fremden Land militärisch einfallen. natürlich wegen "dem Terrorrrrismus".

Österreich muß natürlich gleich gschaftig daran mitmachen, sendet ein paar rostige LKW oder einen alten Hubschrauber.

Und plötzlich explodiert die U-Bahn, aber nicht in London oder Madrid - sondern in WIEN.


Toll dieses Lissabon
(polemisch können nicht nur blinde EUphoriker sein)

.Made in Germany
29
Hoffentlich hauen uns die Iren

auch diesmal wieder raus!

db73
00

Tja, wie wäre es denn mit einer Verfassung für die Europäer, ud nicht für Parteien.
Die EU demokratischer machen, gut weg mit allen Wahllisten, nur noch Direktwahlen für Parlament und Kommission . Auflösung des Ministerrates, oder Kompetenzbeschränkung zum rein beratenden Gremium.
Keiner von denen übernimmt doch die Verantwortung für das was getan wird, es gibt keine Möglichkeit der Abwahl, über diese entscheiden alleine die Parteien .
Reduzierung von Posten, wenn man sich das Glühbirnenverbot , das kommende Duschkopfverbot und die Erweiterungsindustrie ansieht könnte man jede Menge Stellen einstreichen.
Das Gesammtgehalt für ein Legis. des Eu Parlament sollte von 3 auf 1Mrd. Euro gesenkt werden.

Geraldines_Tante
01
@ 1116er

beim wievielten Mal setzen die Konzerne den Kaufpreis für die Iren hoch genug an? Dass sie einfach nicht mehr nein sagen können?

1116er
152
beim wievielten mal machen die iren endlich eine faire und ehrliche abstimmung

auf dem wahlzettel 2 fragen mit der alternative:

* "ich will bei dem mitmachen, was der rest der eu vorhat."
oder
* "ich will aus der eu austreten."

diese pflanzerei, wo es (bisher jedenfalls) hauptsächlich um inner-irische befindlichkeiten geht, dem rest der union anzutun, ist nicht auszuhalten und eine frechheit sondergleichen!

und wenn die iren dazu nicht willens sind, muss eben der rest der eu reagieren:
wie eltern, die den 'ewigen studenten' auch mal vor die alternative stellen müssen: entweder du trägst was bei zum haushalt oder du verlässt das 'hotel mama'

systema radl
12
kann ich bitte auch diese unsägliche "union" (bruha)

endlich verlassen? ach nein? denn nicht mal die USA nehmen mich, obwohl ich als einzelperson den bildungsschnitt der gesamten usa um 10 % heben würde... nochmal: es gibt keine union. keiner will sie. und hoffentlich zerbricht sie bald.

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