Aufgeschoben heißt nur vorerst nicht aufgehoben - Auswirkungen auf die heimische Werbe- und Medienwirtschaft

2. April 2003, 13:05
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Nicht über einen Kamm scheren möge man mögliche Auswirkungen des Irakkrieges auf die heimische Werbewirtschaft, bittet Elisabeth Ochsner von den Werbeplanern Panmedia. "Wir merken es kaum", freut sie sich gegenüber dem STANDARD über die gleich bleibende Auftragslage. "Das liegt wohl daran, dass wir primär österreichische Kunden haben", merkt sie freilich an.

Drastische Kürzungen

Je internationaler die Kundschaft, desto vorsichtiger wird geschaltet: Großkonzerne wie Hewlett Packard oder IBM kürzen ihre Werbebudgets drastisch, berichten Insider. Besonders die Tourismusbranche fährt in Sachen Werbung auf Sparflamme. Kunden wie Austrian Airlines, TUI, Thomas Cook/Neckermann haben ihre Budgets bis zu 80 Prozent eingefroren. Das spüren Reisemagazine.

Eine Erfahrung, die "Extradienst"-Chef Christian W. Mucha bestätigt. Nur einen Tag nach Kriegsbeginn musste er für seine Reiseblätter "FM" und "FaktuM" 14 Anzeigenseiten mit einem Werbewert von knapp 80.000 Euro verabschieden. Nur weil die anderen Medien im Hause "hervorragend" dastünden und "der Tatsache, dass Österreich als besonders sicheres Land im Incoming von Weltkrisen profitiert, verdanken wir es, dass wir diesen Einschnitt ohne gröbere Folgen überstehen", meint Mucha.

SevenOneMedia gelassen

Keine größeren Stornos verzeichnet bisher, wie berichtet, der ORF. Gelassen sehen vorerst auch deutsche TV-Sender einem vielleicht länger andauernden Irakkrieg entgegen: "Etliche Verschiebungen, aber keine Stornierungen", stellt man etwa bei ProSieben/Sat.1-Vermarkter SevenOneMedia fest. Umgebuchte Werbeblöcke meldet auch IP Deutschland, Vermarkter des Kölner Privatsenders RTL. (Doris Priesching/DER STANDARD, Printausgabe, 26.3.2003)

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