"Die Blütezeit des Gratis-SMS-Zeitalters ist schon lange vorbei"

25. März 2003, 14:32
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UCP - die "Mutter" vom UBoot und sms.at - im E-Mail-Interview

Im Gespräch mit ucp-Vorstand Christian Lutz.

WebStandard: Sowohl bei sms.at als auch bei uboot.com können (ohne Anmeldung) keine gratis Short Messages mehr verschickt werden. Ist das Zeitalter der Gratis-SMS unwiederbringlich zu Ende oder können sich UserInnen auf "bessere" Zeiten freuen?

Die Blütezeit des Gratis-SMS-Zeitalters ist schon lange vorbei. Gestiegene SMS-Einkaufspreise und Zusammenschaltungsgebühren für das Zustellen von Kurznachrichten haben eine neue, komplexere Preis- und Kalkulationsstruktur in das Web-SMS-Geschäft gebracht. Dies führte zum Verschwinden von Gratis-SMS-Websites in Europa.

WebStandard: Laut eigenen Angaben konzentriert sich die Universal Communication Plattform AG (ucp) "ausschließlich auf massenmarktfähige Produkte und Lösungen, die die Konsumenten begeistern und unseren Kunden vollkommen neue Einnahmenquellen mit mobilen Datendiensten eröffnen". Mit welchen Produkten wollen sie im kommenden Jahr die Kunden begeistern, welche Innovationen dürfen die UserInnen im Jahr 2003 erwarten?

Mehrstimmige Klingeltöne, färbige Java-Spiele, MMS-Content, zielgruppen-spezifische Mailbox-Sprüche, mobile Fotodienste für Handy und Web sowie mobile Flirt- und Chat-Plattformem sind nur einige dieser Innovationen.

Die Kernthemen unserer Produktentwicklungen beschäftigen sich mit Media Messaging, Mobile Entertainment, mobilen Premium-Content, aber vor allem user-generierten Content wie z.B. Mobile Blogging, also das mobile Versenden von Text, Fotos und Sound an sogenannte Web-Logs – das sind interaktive Websites, die entweder themen- oder userspezifische Inhalte haben.

WebStandard: Immer wieder finden sich bei ihren Download-Angeboten (Screensaver, Logos) nationalsozialistische Symbole wie zum Beispiel Hakenkreuze. Wie gedenken Sie in Zukunft dagegen vorzugehen und welche Konsequenzen drohen den UserInnen, die diese Bilder "uploaden"?

Wir verweigern nationalsozialistischen, pornografischen, sexistischen oder ethisch bedenklichen Inhalt. Unsere Sites uboot.com und sms.at leben von user-generieretem Content. 99,9% der User-Inhalte sind auch völlig einwandfrei. Was bleibt ist eine sehr kleine Minderheit, die sowohl durch Hinweise von unseren Website-Nutzern als auch von unserer Online-Redaktion identifiziert wird. Im Standardfall wird bedenklicher Inhalt binnen 24 Stunden gelöscht. In extremen Fällen wie z.B. expliziter nationalsozialistischer Wiederbetätigung wird sogar Anzeige erstattet. Weiters werden User, die derartiges zeichnen und posten augenblicklich gesperrt. Wir möchten uns an dieser Stelle bei unseren Nutzern bedanken, die uns bei der Aufdeckung solcher Inhalte sehr behilflich sind.

WebStandard: In Sachen Liebe: Sms.at bietet in der Community den anonymen SMS Flirt, auch bei Uboot-Chat ist der Flirt-Raum einer der beliebtesten. Über Ihre Plattformen können also Menschen zueinander finden, ist Ihnen schon einen "SMS-Ehe" bekannt, gibt es dazu Feedback von den UserInnen?

In den letzten drei Jahren sind über unsere Portale sms.at und uboot.com bereits mehrere Ehen Zustande gekommen. Wir wissen auch einigen Kindern, die auf unsere Communities zurückzuführen sind. In manchen Fällen erhalten wir sogar Fotos und rege Rückmeldung von diesen Usern. Das freut uns sehr.

Das mobile Internet ist und bleibt der Ort der Kommunikation, des Gedankenaustausches, der Gemeinsamkeiten, des Kennenlernens und ein Spiegelbild der Gesellschaft.

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    montage: redaktion
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