Zwischen Geschichte und Natur

    26. März 2006, 13:30
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    Im nordöstlichsten Zipfel des Weinviertels gibt man sich redlich Mühe, die Gegend als Wandergebiet zu propagieren. Mit Erfolg, wie sich's am Beispiel Bernhardsthal beweist

    Der im Jahre 1171 urkundlich erstmals erwähnte Ort hat eine wechselvolle Geschichte. Die Besiedlung reicht bis in die Hallstattzeit zurück, worauf drei nicht zu übersehende Hügelgräber hinweisen.

    In Bernhardsthal gibt es mit dem 25 Hektar großen Landschaftsteich die größte Wasserfläche des Weinviertels, die kurioserweise in der Bundesamtskarte nicht verzeichnet ist. Den Teich überquert die Nordbahn auf der 1839 gebauten Brücke, dem ältesten erhaltenen Bahnbauwerk Österreichs.

    Die nahen Auen der Thaya, die die Staatsgrenze bildet, sind ein Naturreservat besonderer Art: Dort überwinterten heuer so seltene Vögel wie der Rote Milan oder Silberreiher. Während der Zeit des Vogelzuges kann man die schönsten Beobachtungen machen - Fernglas nicht vergessen!

    In letzter Zeit hat man eine Runde - den Moosangerweg - ausgeschildert, der all das Interessante und Schöne der Gegend erschließt, die es als Wanderer noch zu entdecken gilt. Die Runde ist nicht lang, aber man braucht auch reichlich Zeit für Beobachtungen, zudem lässt sie sich durch einen Abstecher zu den drei markanten Hügelgräbern erweitern. Möglich ist auch eine Streckenwanderung auf dem Hochwasserschutzdamm nach Rabensburg oder sogar bis Hohenau.

    Leider ist das interessante Heimatmuseum von Bernhardsthal nur von März bis Oktober an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 14-16 Uhr geöffnet. Sein Besuch würde die Wanderung wesentlich bereichern.

    Die Route:
    Am nördlichen Ufer des Landschaftsteiches beginnt der Moosangerweg, der die Bahn unterquert und über das Dobeschkreuz und freie Wiesen und Felder führt. Bei einem kleinen Waldstück geht es nach links zum Hochwasserschutzdamm, den man bei den Marswiesen erreicht. Ab Bernhardsthal eine Stunde. Nun wandert man flussabwärts, bei höherem Wasserstand der Thaya auf dem Damm, sonst an dem mit den Hütten der Daubelfischer "bestückten" Ufer des Flusses. Unmittelbar vor der Brücke über den Hamelbach - nahe seiner Mündung in die Thaya - hält man sich rechts und kehrt am Ufer des kleinen Gewässers zum Landschaftsteich und zum Ausgangspunkt zurück. (DER STANDARD, Printausgabe 03/2003)

    Von Bernd Orfer

    Gehzeit ab Marswiesen 1½ bis 1¾ Stunden. Gesamtgehzeit 2½-2¾ Stunden, unerheblicher Höhenunterschied. Kein Stützpunkt auf der Runde, Gaststätten in Bernhardsthal. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 26 (Hohenau)

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      www.tiscover.at
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