Biennale im Zeichen "zersplitterter" Kunst

25. März 2003, 21:26
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Direktor Bonami: "Den Blick des Kurators, der alles zu einer Einheit machen kann, gibt es nicht mehr"

Rom - "Träume und Konflikte - die Diktatur des Zuschauers" lauten Titel und Motto der 50. Kunst-Biennale, die vom 15. Juni bis 2. November 2003 in Venedig stattfinden wird. Sie stehe diesmal ganz im Zeichen einer Zersplitterung der zeitgenössischen Kunst, hieß es am Montag bei der offiziellen Präsentation des Programms in Rom. "Den Blick des Kurators, der alles zu einer Einheit machen kann, gibt es nicht mehr", sagte Biennale-Direktor Francesco Bonami. "In den Zeiten der Globalisierung hat diese Methode, die in den letzten 30 Jahren für die Biennale entscheidend war, endgültig ausgedient."

Die "Ausstellung der Ausstellungen" ist deshalb in diesem Jahr in verschiedene Themenkomplexe untergliedert - Inseln innerhalb eines großen Kunst-Archipels, so Bonami. Sie tragen Namen wie "Ritardi e Rivoluzioni" (Verspätungen und Revolutionen) oder "La Zona" (Die Zone) und sollen den Besuchern die Möglichkeit bieten, sich einen individuellen Weg vorbei an Werken von Künstlern wie Andy Warhol, Damien Hirst und Jennifer Pastor zu bahnen.

Auf rund 15.000 Quadratmetern Fläche werden die Exponate an verschiedenen Orten der Lagunenstadt gezeigt. Die Schau präsentiert die Werke von über 200 Künstlern aus aller Welt. Österreich ist durch den Bildhauer Bruno Gironcoli vertreten. "Wir möchten, dass die breite Masse der Zuschauer einen persönlichen Zugang zu den Kunstwerken findet", erklärte Biennale-Präsident Franco Bernabe.(APA/dpa)

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