Oslo will im Zusammenhang mit Sperrwall nicht "an ernsthaften Verstößen" mitwirken
Oslo - Die staatliche norwegische Pensionskasse hat ihre
millionenschweren Anteile an einem israelischen Unternehmen aus
"ethischen Gründen" verkauft. Die Firma Elbit Systems habe die
Überwachungssysteme für die umstrittene Sperranlage entwickelt, die
nahezu das ganze Westjordanland vom israelischen Kernland trennt. Die
Beteiligung an der Firma Elbit Systems habe ein inakzeptables Risiko
dargestellt, "an ernsthaften Verstößen gegen fundamentale ethische
Normen mitzuwirken", argumentierte Finanzministerin Kristin Halvorsen
am Donnerstag vor Journalisten in Oslo.
Die Regierung handelte auf Empfehlung eines Ethikausschusses.
Dieser hatte eine höchstrichterliche Entscheidung angeführt, wonach
Teile der Grenzmauer auf palästinensischem Territorium statt auf der
Grenzlinie mit Israel stünden. Die israelische Regierung hatte die
Sperranlage zum Schutz vor palästinensischen Terroristen errichten
lassen. Ihr Verlauf - teils als Mauer, teils als Zaun - wurde vom
Internationalen Gerichtshof und von der UNO-Vollversammlung für
illegal erklärt.
Die norwegische Pensionskasse hat weltweit Anteile an rund 7.700
Unternehmen. In den vergangenen Jahren waren - ebenfalls wegen
"moralischer Bedenken" - bereits Anteile an anderen Firmen in anderen
Ländern veräußert worden. Dabei ging es um die Herstellung von
Streumunition sowie umweltgefährdende Aktivitäten. (APA/dpa)