Katalanische Gemeinde stimmte über Unabhängigkeit ab

13. September 2009 14:46

Idee stammte von einer Bürgerinitiative - Madrid hatte Abstimmung verboten

Barcelona - Allen Protesten aus Madrid zum Trotz hat eine kleine katalanische Gemeinde unter seinen 8023 Einwohnern ein Referendum über die Loslösung von Spanien abgehalten. Die Bürger von Arenys de Munt nördlich von Barcelona waren am Sonntag aufgerufen darüber abzustimmen, ob die Region Katalonien ein unabhängiger Staat innerhalb der Europäischen Union werden soll. Die Idee zu der Abstimmung war von einer Bürgerinitiative ausgegangen. Sie wird von dem separatistischen Bürgermeister des Ortes, Carles Móra, unterstützt.

Die Zentralregierung in Madrid hatte die Abstimmung per Gerichtsentscheid verbieten lassen. Sie befürchtet, die Aktion könne angesichts der separatistischen Tendenzen in Katalonien oder dem Baskenland zu einem Präzedenzfall werden. Zudem dürfen Volksabstimmungen laut Verfassung nur vom spanischen Staat ausgerufen werden. Die Stadtverwaltung von Arenys umging das Verbot jedoch dadurch, dass sie sich selbst aus der Organisation des Referendums heraushielt. (APA/dpa)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2
Wesley_Clark
13.09.2009 18:47

keiner kann einem volk das recht auf selbstbestimmung nehmen. ob es den spaniern gefällt oder nicht, die katalanen werden genau wie die basken, sehr bald einen eigenen staat haben.

Federico Garcia Lorca
15.09.2009 11:57


Kein Staat ist "unabhängig". Dazu ist die EU zu fest verwachsen. Was soll also eine "Unabhängigkeit" bringen ? Neue Grenzen ? Eine neue Währung ?? Und wenn nicht, gibt es dann Krieg ???

In einem Europa dass zusammenwächst kann es doch nicht sein, dass ein Dorf oder ein Ganzes Volk in sinnlosem Nationalstolz um hundet Jahre zurückrudert !

Es gibt Grenzen der Vernunft ! Wo soll das Ganze noch enden ? In einem unabhängigen Staat Ottakring ?

Guigui
15.09.2009 12:00
Nur zur Information

Die Frage auf den Wahlzetteln der Abstimmung in Arenys de Munt lautete: "Soll Katalonien ein unabhängiger, sozialer, demokratischer Staat innerhalb der EU werden?"

Austro-Spanier0
15.09.2009 16:21
"Soll Katalonien ein unabhängiger, sozialer, demokratischer Staat innerhalb der EU werden?"

Es sollte sich mittlerweile bis zu den letzten Provinzlern durchgesprochen haben, dass dies alles nur wishfull thinking bedeuten kann, da die EU schon des öfteren darauf verwiesen hat, dass Sezessionen im Rahmen der EU ausgeschlossen sind, in anderen Worten, bei unilateraler Unabhängigkeitserklärung hiesse es sich hinter der Türkei als Bewerber für ein zukünftiges neues Mitglied der EU anzustellen. Und ehrlich gesagt, für so blöd halte ich nicht einmal die dümmsten dieser bedauerlichen Regionalpolitiker.

Federico Garcia Lorca
15.09.2009 12:09

Und was soll Ihnen das bringen ???

La Saeta Rubia
14.09.2009 11:30
DAs werden weder sie, ihre Kinder, noch ihre Kindeskinder erleben.

Aufwachen, sie scheinen ja in einer Traumwelt zu leben und haben soeben von heissen Eislutschern geträumt.

Der Anarchosyndikalist
 
14.09.2009 09:25

Eine selbstverwaltete Kommune mit der CNT.
(A).

Es lebe die freie Selbstverwaltung, Basisdemokratie und die Freiheit.

(A).

Anarchie isr Ordnung ohne Herrschaft.
Pierre Joseph Proudhon.

Jürgen Rembremerding
 
14.09.2009 13:09
Und zum Beweis dessen brauchst Du eine Autorität,

nämlich einen gewissen Proudhon.

Recht unanarchisch!

Oder ist das der Oberanarch, der der Anarchie vorsteht?

Der Anarchosyndikalist
 
14.09.2009 13:40

Proudhon war ein anarchistsicher Philosoph und keine Autorität.


(A).

Jürgen Rembremerding
 
14.09.2009 15:15
Für Dich ist er schon eine Autorität, sonst würdest Du Dich nicht

auf ihn berufen!

Pannonia Jack
13.09.2009 23:33

Aber was wird dann mit der Primera Divison? Das ist die entscheidende Frage!

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
14.09.2009 21:15

Monaco darf ja auch in Frankreich mitspielen.

Der Wählerwille
 
13.09.2009 15:25
diese aktion ist völlig richtig und wichtig.

denn es gab niemals so etwas wie eine spanische "nation" genausowenig wie eine deutsche oder eine italienische usw.

es handelt sich hier lediglich in allen genannten und vielen weiteren um politisch und historisch völlig zusammengewürfelte regionen.

und da wir nun die EU haben sind nationalstaaten völlig obsolet. nationen sind gefährliche hirngespinste.

regionen aber etwas sehr reales identitätsstiftendes und automatisch ... antirassistisches und antinationalistisches. per definition.

die EU wird der schirm .. und darunter finden sich die regionen.

historisch-politisch gesehen wesentlich wertvoller und ungefährlicher als die jetzige situation.

Nr.3645
09.10.2009 12:29
dann müssten die entscheidungen

aber auch von den regionen und ihren vertretern ausgehen.

damit könnte ich auch jeden fall besser auskommen als mit der derzeitigen bevormundung durch bevölkerungsreiche staaten.

schneebrunzer
 
15.09.2009 14:25
Zustimmung!!!

Ein gemeinsames Europa der Regionen!!!

La Saeta Rubia
14.09.2009 11:33
es handelt sich hier lediglich in allen genannten und vielen weiteren um politisch und historisch völlig zusammengewürfelte regionen.

Mehr als 500 Jahre, gehn's machen' sich doch nicht lächerlich. Lernen's lieber Geschichte und heben' sich diesen Stuss für die Runde mit ihren Feunden im Stammbeisl auf.

Guigui
14.09.2009 19:00
Mehr als 500 Jahre

Das ist das Mythos des spanischen Nationalismus, demzufolge unter den Katholischen Königen die politische Einheit vollzogen wurde. In Wahrheit bestanden bis zum spanischen Erbfolgekrieg verschiedene Rechts-, Steuer- und Währungssysteme, und so musste z.B. der König (der übrigens nicht König von Spanien, sondern König von Kastilien, König von Aragonien, König von València, Graf von Barcelona usw. war) einen Schwur auf die einzelnen Rechte der verschiedenen Gebiete ablegen. Erst unter Philipp V. wurde alles Recht dem kastilischen gleichgeschaltet, und erst Karl III. nannte sich "König von Spanien".

Federico Garcia Lorca
15.09.2009 11:59

...pobre cateto !

Austro-Spanier0
14.09.2009 19:42
Was kann man sich von einem Separatisten denn anderes erwarten,

als seine verzerrte Version der spanischen Geschichte?

Er Guiri
14.09.2009 22:08
Wo genau täuscht er sich?

Gut, die Grafschaft Barcelona war lange Teil des Königreiches Aragonien, hatte aber als solches immer sehr viele autonome Sonderrechte, grob gesagt.

Guigui
15.09.2009 10:31
Königreich Aragonien

Konkret war es das Geschlecht der Grafen von Barcelona, die durch Heirat den Titel König von Aragonien erlangten. De facto war das "Königreich Aragonien" eine Konföderation, mit den Königreichen Aragonien, València, Mallorca, Sizilien und Neapel und den Grafschaften Barcelona, Urgell, Cerdanya, Pallars, Ribagorça, Besalú u.a., die durch Heirat und Erbschaft schließlich an den Grafen von Barcelona fielen. Politisches Zentrum dieses Staatsgebildes war übrigens Barcelona.

Federico Garcia Lorca
15.09.2009 12:13

Und wenn Sie noch ein Stück weiter zurückgehen, dann sind Sie bei den Höhlenmenschen...

Aufwachen, wir sind im XXI Jh. !

Der Wählerwille
 
14.09.2009 16:18
italien und deutschland sind zb keinen deut älter als ungefähre 150 jahre

nationalstaatlicher zentrismus ist auch in spanien relativ neu .. also empfehle ich vielmehr ihnen die vorurteilsfreie betrachtung der geschichte.

"nation" ist nichts unteilbares oder natürliches, sondern etwas erfundenes.

Unzeit-gemäß
15.09.2009 16:35
Auch Regionen sind so gesehen "erfunden".

Regionen sind ja nichts anderes an kleine Nationen. Auch sie ließen sich wiederum in noch kleinere, ältere Einheiten (Stammesgebiete o.ä.) zerlegen.

Unzeit-gemäß
08.09.2009 11:35
Mal eine Frage an die Spanien-Kenner

Ich habe vor, Spanisch zu lernen, und man hört ja, dass die in Katalonien immer mehr versuchen, das (kastillische) Spanisch zurückzudrängen. 'Darf' man in Barcelona eigentlich noch was auf Spanisch bestellen, auf Spanisch nach dem Weg fragen ect. oder wird man dann gleich ganz böse angeguckt?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.