Der ungewöhnlichste Film über die Mondlandung: Al Reinerts Dokumentarfilm "For All Mankind" auf DVD
Diesen Sommer hat die Mondlandung ihr 40-Jahr-Jubiläum gefeiert. Entgehen konnte das kaum jemandem, war das mediale Getöse doch dem Anlass entsprechend groß. Mit Artikeln und gängigen TV-Bildern kommt man diesem Einschnitt in der Menschheitsgeschichte allerdings nur bedingt nahe. Wer die epochale Reise zum Mond, die unseren Wahrnehmungshorizont mit ganz neuen Dimensionen konfrontierte - und von der das Kino schon lange davor träumte -, tatsächlich nachempfinden möchte, der kommt an Al Reinerts Dokumentarfilm For All Mankind aus dem Jahr 1989 nicht vorbei.
Reinert, ein Journalist aus Texas, hatte die großartige Idee, für seinen Film ausschließlich auf Originalaufnahmen der Nasa zurückzugreifen. Er ordnet das umfangreiche Material aller Apollo-Mond-Missionen (1968-1972) allerdings nicht chronologisch, sondern verwebt sie zu einer einzigen Odyssee. Auf der Tonebene sind die Astronauten selbst zu hören, die retrospektiv von Alltag im All (darunter der schwierige Vorgang eines Klobesuchs bei Schwerelosigkeit) erzählen - oder im damaligen O-Ton die Ausblicke auf die Erde bewundern. Wer gerade spricht, wird nicht ausgewiesen (auf der DVD kann man diese Namenstitel jedoch dazuschalten), was gleichsam einen universellen Helden entstehen lässt, der für uns alle das ultimative Abenteuer besteht.
Schlussendlich aber sind es die Aufnahmen selbst, die Blicke zurück auf die von endlosem Schwarz umgebene, murmelgroße Erde, die kindlichen Hüpfbewegungen entlang den Kratern des Mondes oder einfach dessen fantastische Oberfläche bei gleißendem Sonnenlicht, die For all Mankind zu einem einmaligen Dokument werden lassen. Die bei Criterion erschienene DVD bietet darüber hinaus auch eine Making-of-Doku, die all jene Zweifel vertreibt, dass es sich bei der Mondlandung um eine Inszenierung gehandelt hat. (Dominik Kamalzadeh / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.9.2009)