Israelischer Regierungsvertreter sieht Fortschritte in Gesprächen mit US-Gesandtem Mitchell
Tel Aviv - Israel und die USA kommen sich im Streit um
einen Siedlungsstopp immer näher. Ein israelischer
Regierungsvertreter beschrieb am Donnerstag ein Treffen des
US-Nahostgesandten George Mitchell mit israelischen Repräsentanten am
Vorabend in New York als "gut". "Wir machen weiter Fortschritte",
sagte er. Beide Seiten bemühen sich um eine Einigung in dem Streit
noch vor Beginn der UN-Vollversammlung Ende des Monats.
Kommende Woche wird Mitchell erneut zu Gesprächen in der Nahost-
Region erwartet. "Das Ziel bleibt, einen gemeinsamen Nenner zu
finden, der eine Wiederaufnahme aktiver Friedensgespräche
ermöglicht", sagte der israelische Regierungsvertreter.
Beide Seiten hoffen, dass eine Wiederaufnahme von
Friedensgesprächen bei einem Dreiergipfel des US-Präsidenten Barack
Obama mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und
dem Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas (Abu Mazen) in New York am
Rande der Vollversammlung am 23. oder 24. September verkündet werden
kann.
Obama gegen Netanyahu
Obama hat einen vollständigen Stopp israelischer
Siedlungsaktivitäten im Westjordanland und im besetzten Ostteil
Jerusalems gefordert. Netanyahu hat erklärt, Israel werde keine neuen
Siedlungen bauen, besteht jedoch bisher auf "natürlichem Wachstum" in
bestehenden Siedlungen. Die Palästinenser haben als Bedingung für
eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen einen umfassenden
Siedlungsstopp gefordert.
Israelische Zeitungen schrieben am Donnerstag, es zeichne sich
eine Einigung auf einen zeitweiligen Siedlungsbaustopp im
Westjordanland ab, einschließlich der großen Siedlungsblöcke. Die USA
forderten dabei eine einjährige Pause, während Israel bisher nur zu
einer sechsmonatigen Auszeit bereit sei. (APA)