Erstmals Stammzellen in defekte Herzklappe transplantiert

2. September 2009, 16:53

Minimal-invasiver Eingriff bei Patient mit Herzmuskelschwäche

Rostock - Ärzte am Universitätsklinikum in Rostock haben erstmals körpereigene Knochenmark-Stammzellen in eine defekte Herzklappe transplantiert. Bei dem Patienten, der an einer schweren Herzmuskelschwäche litt, konnten über einen nur vier Zentimeter langen Schnitt am seitlichen Brustkorb die Zellen gezielt in den erkrankten Herzmuskel eingespritzt werden, wie der Direktor der Klinik für Herzchirurgie, Gustav Steinhoff, am Mittwoch mitteilte.

Die neue Operationstechnologie unter Einsatz einer Videokamera im Herzen sei für die betroffenen Patienten besonders schonend gewesen, da sie ohne die übliche großflächige Öffnung des Brustkorbes auskomme, erläuterte Steinhoff. Von den jährlich etwa 8.000 Operationen bei derartigen Schädigungen könnte seiner Ansicht nach der größte Teil mit einer minimal-invasiven Methode durchgeführt werden.

Zukunftshoffnung

Der Eingriff in Rostock erfolgte unter Leitung des Herzchirurgen Andreas Liebold, der sich mit dem Ausgang der Operation überaus zufrieden zeigte: "Die Kombination der kardialen Stammzelltherapie mit innovativen, minimal-invasiven Operationsmethoden eröffnet völlig neue Behandlungsstrategien."

Der behandelte Patient konnte nach Auskunft der Universitätsklinik bereits entlassen werden. Die Rostocker Ärzte erhoffen sich von der neuen Therapie einen wirkungsvollen Ansatz für Patienten mit Herzmuskelschwäche. Bisher gibt es allerdings noch keine echten Beweise, dass eine Stammzelltherapie bei Herzschwäche wirkt. (APA/AP)

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