Haushaltskunden

Gaspreise um bis zu 15 Prozent überhöht

02. September 2009 17:38
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    Foto: apa/dpa/norbert foersterling

    Zu wenig Wettbewerb bringt mit sich, dass die Gaspreise für Haushaltskunden höher sind, als sie sein müssten. Der Energieregulator will den Versorgern genauer auf die Finger schauen.

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Die nach den Ölpreisrekorden im Vorjahr eingetretene Verbilligung wurde von den Energieversorgern nur zum Teil an die Haushalte weitergegeben

Die Gaspreise für Haushaltskunden sind deutlich höher, als es aufgrund des Preisniveaus beim Gasimport gerechtfertigt wäre. Der Chef der E-Control, Walter Boltz, schätzt den Spielraum für Preissenkungen auf zehn bis 15 Prozent. "Ich hoffe, dass die Botschaft bei den Energieversorgern angekommen ist, sonst müssen wir uns andere Mittel überlegen", sagte der Energieregulator dem STANDARD.

Der Importpreis für Gas, eine wichtige Kalkulationsgröße für die Gasverteilunternehmen in Österreich, ist seit vergangenem Herbst stark zurückgegangen - von mehr als drei Cent je Kilowattstunde (kWh) auf etwa 1,80 Cent je kWh.

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Wien - Österreichs Energieversorger verdienen sich mit dem Verkauf von überteuertem Gas ein schönes Körberlgeld. Diesen Eindruck hat zumindest der Regulator der Branche, Walter Boltz, nach Studium diverser Preiskurven gewonnen. "Es zeigt sich klar, dass die Gaspreise, die den Haushaltskunden verrechnet werden, im Durchschnitt um zehn bis 15 Prozent höher sind, als sie sein sollten" , sagte Boltz dem Standard.

Tatsächlich ist der Importpreis für Gas seit vergangenem Herbst stark zurückgegangen - von mehr als drei Cent je Kilowattstunde (kWh) auf etwa 1,80 Cent je kWh (siehe schwarze Linie in der Grafik).

"Wir sind dort, wo wir im März 2007 waren" , sagte Boltz. "Und die Spotmarktpreise sind noch tiefer" . "An Großkunden wurden diese Preisreduktionen weitergegeben" , sagte Boltz. "Die würden sich sonst selbst mit Gas eindecken." Bei den Haushaltskunden sei davon noch nichts gelandet, für Boltz ein "Hinweis dafür, dass sich die Lieferanten sehr sicher sind, dass die Kunden nicht zu einem anderen Anbieter wechseln, egal wie viel sie zahlen." Das sei eine denkbar schlechte Voraussetzung für einen Wettbewerb um faire Preise. "Ich hoffe, dass die Botschaft ankommt, sonst müssen wir uns andere Mittel überlegen" , sagte der Regulator.

In der Branche weist man darauf hin, dass viele der Unternehmen erst heuer im Frühjahr die Gaspreise gesenkt haben. "Wir haben gesagt, dass wir den Markt beobachten und die Preise weiter senken, sollte der Ölpreis auf dem tiefen Niveau bleiben" , sagte der Sprecher der Energie Allianz, Peter Koller. "Inzwischen hat sich der Ölpreis aber fast verdreifacht." Eine Preissenkung sei folglich "aus heutiger Sicht" nicht absehbar.

Stromverbrauch sinkt

Die Energie Allianz, ein Zusammenschluss der Vertriebsgesellschaften von Wien Energie, EVN und Bewag/Begas, zählt knapp 2,1 Mio. Gasanschlüsse. Wien Energie, die allein auf knapp eine halbe Million Gaskunden kommt, hat Anfang Februar den Gaspreis um einen einstelligen Prozentsatz gesenkt, EVN in zwei Schritten (Jänner und März) um insgesamt 18 Prozent. Koller: "Das zeigt, dass billigere Einstandspreise sehr wohl weitergegeben werden."

Der Chef der E-Control lässt das nicht gelten. "Das ist ein belieb-tes Spiel. Zuerst wird der Preis kräftig angehoben. Nach einer gewissen Zeit wird der Preis gesenkt, aber weit weniger als die vorhergehende Anhebung. In Summe zahlen die Haushalte zu viel," sagte Boltz.

Tatsächlich hat Wien Energie den Gaspreis Mitte November 2008 um 21 Prozent erhöht, EVN hat die Preise bereits Anfang November um 28 Prozent hinaufgeschnalzt. Auch andere Gasversorger haben in der Hochpreisphase des Vorjahres kräftig zugelangt, die steirische Gas Wärme etwa hat die Preise um 25,7 Prozent angehoben.

Beim Strompreis sieht Boltz derzeit eher wenig Spielraum nach unten. Anders als bei Gas habe es bei Strom nie diese starken Ausschläge nach oben gegeben.

Infolge der Wirtschaftskrise ging der Stromverbrauch im ersten Halbjahr 2009 um rund fünf Prozent zurück. Bis Jahresende könnte sich das Minus auf sieben Prozent erhöhen, glaubt der Präsident des Verbands der Elektrizitätsunternehmen, Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Regulator Boltz glaubt, "dass wir ein paar Prozent Energieverbrauch im Industriesegment auf Dauer verloren haben." (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.9.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 110
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energie-information
 
03.09.2009 17:39
Europäische Energiepreise

Da in einigen vorangegangenen Postings die Stichworte Europa und EU gefallen sind, interessiert vielleicht den oder die eine/n oder andere/n ein europäischer Vergleich der Energiepreise. Und wo Österreich dabei z.B. liegt (Wien z.B. aktuell bei den Energiepreisen für Strom an viert- und für Gas an sechst-teuerster Stelle).

Diesen europäischen Vergleich gibt es monatlich aktualisiert unter: http://www.e-control.at/de/konsum... ugust-2009

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Daniel Hantigk
E-Control
http://www.e-control.at

Reiner D
03.09.2009 11:14
Ratlosigkeit

Was ich bei den Ausführungen der E-Control und den Postings nicht verstehen kann ist, dass allenthalben übersehen wird, von welchen Geflechten die Gasversorger durchzogen sind.

Die großen Versorger in Österreich sind zu guten Teilen in Händen des Staates, bzw. in den Händen der Landesregierungen. Die Besetzung der Vorstände funktioniert nicht ohne Zustimmung der Länder. Die Erträge der Versorger laufen zu guten Teilen in die Schönrechnung der Haushalte.

Es gibt also keinen Grund, erstens die Gaspreise dem freien Markt auszusetzen und zweitens Wettbewerb zuzulassen. Das wird auch die E-Control wissen und ist entsprechend zahnlos.

Den Postern kann man nur empfehlen, den Landeshauptleuten in den Hintern zu treten. Vorher geht da nix!

Achmo Ledbid
03.09.2009 12:35
es braucht..

..wieder klare regulierungsrichtlien von der EU. die staatseigenen regulierungsrichtilinien samt eigenrichteter econtrol ist zu wenig zahnlos zu den staatsnahen energieversorgunsgbetrieben. wieder ein mal ein beispiel, dass die EU deren bürger vor den taten/untaten deren eigener staaten schützen muss.

Dorian Gray
03.09.2009 11:10
Aja da gint ja das schöne Erfolgsmodell von Güssing!

http://www.energiesystemederzukunft.at/results.html/id4307
http://derstandard.at/fs/122639... d=11261382

Die sind von BEWAG,EVN und Konsorten unabhängig.
Das Geld bleibt in der Region und geht nicht via EVN,BEWAG nach NahOst bzw Russland.
(Wobei man ka nicht weiß wer ärger ist EVN oder NahOst)

Dorian Gray
03.09.2009 11:04
Die wahren Aussauger im schönen NÖ sind nicht die EU!

Die heißen EVN und Raifeisen und gegen das von der Fam. Pröll geführte Kartell ist die Camorra bzw. die Oligarachen Russland eine unaorganisierter harmloser Haufen.

Kleinhirn
03.09.2009 10:51
liberalisierung ist gut für den Kunden

Die tolle liberalisierung(ist zwar Strom aber es rennt ca. in die selbe Richtung)

Man beachte den Punkt Kritik:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stro... b%C3%B6rse

Die Sichere Gewissheit, das manipuliert wurde(USA):
http://www.leuschner.business.t-online.de/energie-c... 030410.htm

Aber in Europa kann das nicht passieren. Deswegen wird pro Tag das doppelte Volumen vom Verbrauch gehandelt. Ich Verkaufs dir um 3 Euro, der Sepp kaufts um 4 Euro, ich kaufs vom Sepp um 5 Euro, und dem Kunden muss ichs wegen den hohen Preisen an den Energiebörsen um 6 Euro verkaufen, muss ja auch von was leben. So einfach wie in dem Bsp. rennts zwar ned, aber wie kann die Nachfrage um 100% höher sein als der Verbrauch?

zizero
03.09.2009 11:40
Polemik gegen den liberalisierten Markt

mehr ist das nicht, was sie bringen. Der Fall "Enron" ist allseits bekannt, hier wurde systematisch betrogen, wobei die Verantwortlichen nun dafür büßen müssen, die sitzen nämlich mehr als 20 Jahre hinter Gittern.

Eines ist jedenfalls sicher: Wettbewerb, eine Liberalisierung des Strom/Gasmarktes führt im Vergleich zu den bisherigen gängigen Monopolen (Oligopolen) langfristig definitv zu Preisvorteilen auf Kundenseite.

Warum galuben's, ist es in Österreich so günstig zu telefonieren? Exakt, weil es eine Unmenge an Anbietern gibt, die sich gegenseitig den Preis ruinieren, um Kunden zu aquirieren.

Also, ich bin froh, dass die "Wien Energie" Konkurrenz bekommt/hat. Der Konsument muss halt auch wechseln, dann fallen auch die Preise!

Gerhard1967
03.09.2009 12:18
Gas mit Telefonieren vergleichen ...

... heißt Äpfel mit Birnen vergleichen.

Wo sehen Sie die Konkurrenz?

Liebe Grüße

zizero
03.09.2009 12:40
ich vergleiche nicht birnen mit äpfel

ich habe lediglich anhand der telecombranche zu erklären versucht, dass ein mehr an wettbewerb zu preisvorteilen auf kundenseite führt. (kleinhirn behauptet ja das gegenteil)

dass die österreichischen energieanbieter noch immer zu wenig konkurrenz haben, ist offensichtlich. ansonsten wären die sinkenden preise schon lange an den endverbraucher weitergegeben worden.

Data100
03.09.2009 10:50
Etwas ganz neues.

Da wird immer nur geschwafelt und gehandelt wird nicht.
Ja, ja der freie zügellose Markt wird schon alles richten. Für wen ist halt die Frage.

MCU
03.09.2009 10:33
Beinahe keine Übereinstimmung mit dem Importpreis!!

Man sehe sich mal die Grafik genauer an:
Abgesehen von der Kelag scheinen alle anderen österr. Gaslieferanten nur Abzocker zu sein. Irre Preisanstiege, während der Importpreis stagniert oder sogar sinkt!!

Snow Henry
03.09.2009 10:21
na dann haz

i afoch nicht mehr. Fasslrap ist angesagt!

papst benedikt
03.09.2009 10:17

es ist aber nichts neues, dass konzerne innerhalb der unkontrollierten marktwirtschaft ihre profite zu einem beträchtlichen teil durch ständige manipulations- und betrugsversuche am kunden zu machen versuchen.
das ist überhaupt nichts neues nur wollen wir das nicht sehen. weil wir alles, was unser wunderbares, überlegenes, alternativloses "schlaraffenlandwirtschaftssytem" ausbrütet, lieber anbeten als anschauen....

Aufreger
03.09.2009 10:14
Nur nicht aufregen, lieber ernsthaft überlegen auf eine andere Heizung umzusteigen (so möglich)...

langfristig muss jeder bestrebt sein von einer Energiequelle loszukommen die zwar sauber verbrennt, deren Erhalt jedoch von der Gnade diktatorischer Systeme (Russland, Iran) abhängt und die bei uns dann gleich nocheinmal durch Quasimonopolisten vertrieben werden welche hauptsächlich als Versorgungspostenmaschinerien für abgehalfterte Landespolitiker dienen.

Olivier Merle
03.09.2009 09:59

surprise, surprise

chester nori
03.09.2009 09:06
warum so eine aufregung

irgendwer muss doch für das überleben der oligarhen und öl(gas)scheichs sorgen

stellen sie sich einmal vor, wenn die vielen kinder dieser spezies nicht mehr mit den luxusyachten urlaub machen können und (allgemein) in luxus leben können

wär doch ein skandal!

aus diesem grund legen wir alle GERNE zusammen und zahlen via gas, sprit, öl usw.

Die andere Meinung
 
03.09.2009 10:08
lesen ftw

und wers nicht kann, solls mit schreiben gleich lassen..

es geht hier um preise, deren reduzierung vom importeur nicht an die verbraucher weitergegeben wurden - also keine reiche oligarchen, ausser sie meinen die vom verbund resp. omv ..

tramezzino
03.09.2009 10:58

auch nicht omv sondern z.b. wien energie.

hans wurst
 
03.09.2009 08:47
Auf die Roaminggebühren stürzen sich die EU-Komissare brav,

und dort funktioniert es.

Und was ist mit den überteuerten Gaspreisen in Europa? Wird da etwa einfach effektiver geschmiert?

natoll
03.09.2009 12:29

EU? es sind die landegesellschaften, rot und schwarz gefärbt, rein österreichisch die hier abcashen.

dann wieder nach der EU zu schreien ist ziemlich lächerlich.

hans wurst
 
03.09.2009 14:13

Nach der EU um Hilfe zu schreien ist dann nicht lächerlich wenn man die Hoffnung in die Vernunft der heimischen Politik bereits aufgegeben hat.

Unsere provinzielle Bananenrepublik braucht die EU. Dringend.

Eine Kreatur
03.09.2009 11:44
plötzlich soll sich die eu also doch um alles kümmern?

und das noch gleichzeitig? aber hauptsache raunzen, was die eu nicht alles unsinniges vorgibt ..

eigentlich immer nur raunzen und schimpfen, aber die eigentlich verantwortlichen alle paar jahre wieder wählen und ihnen selbstverliebt an den lippen hängen und alles glauben, was die von sich geben und daherschwafeln ..

hans wurst
 
03.09.2009 11:49
Kritik geht an den falschen

Ich begrüße die EU-"Einmischung" in den Bereichen Roaminggebühren, Nichtraucherschutz etc.

Ich überleg mir sogar auf europäischer Ebene wen ich wähle und - jessas - wähle anders als national.

Ihre Kritik geht an den Falschen.

Mad_Max86
 
03.09.2009 08:33
Die erste

Maßnahme wäre mal die 12-Monatsbindung zu verbieten, die es bei fast allen Anbietern gibt. Es bringt nämlich nix, wenn man nur 1 mal im Jahr wechseln kann. Man muss wechseln können, sobald ein Anbieter erhöht und nicht erst 5 Monate später.

Homo Austriacus
03.09.2009 09:39
Die Bindung ist rechtlich irrelevant

denn beim Wechselprozess kann gemäß den Marktregeln der "neue" Lieferant auf dem Wechsel "beharren", und bisher hat noch kein "alter" Lieferant einen Kunden wegen Nichteinhaltung der Bindung geklagt.

Gilt für Gas und Strom.


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