Lehrer fordern Ermittlungen nach dem gewaltsamen Tod eines Kollegen
Oaxaca - Drei Jahre nach der Polizeiaktion gegen streikende Lehrer
in Oaxaca, die einen monatelangen Aufstand auslöste, hat in dem mexikanischen
Staat eine ähnliche Protestaktion begonnen. Mit der Schließung von Tausenden
Schulen fordern Lehrer Ermittlungen nach dem gewaltsamen Tod eines Kollegen.
Antonio Norberto Camacho war vergangene Woche erschossen worden, als in einer
Volksschule verschiedene Gewerkschaften aneinandergerieten. Bis zum Dienstag
besetzten Lehrer und Aktivisten zahlreiche öffentliche Büros und Gerichte,
außerdem soll es für 1,3 Millionen Kinder bis Freitag keinen Unterricht geben.
Der Lehrerstreik sei die einzige Möglichkeit, Druck auf die Behörden
auszuüben, sagte Gewerkschaftsvertreter Azael Chepi Santiago. Linksgerichtete
Gruppen unterstützen die Proteste in der Stadt Oaxaca. Mit gestohlenen Bussen
und Lkws wurden Straßenkreuzungen blockiert. "Wir werden die Stadt lahmlegen",
riefen Demonstranten am Dienstag.
Nach dem Polizeieinsatz gegen den Lehrerstreik im Juni 2006 begann ein fünf
Monate dauernder Aufstand, in dem linksgerichtete Aktivisten zentrale
Behördengebäude in Oaxaca besetzte und die Stadt zeitweise unter ihre Kontrolle
brachten. (APA/AP)