Neue Väter

Selbstgekürte Superpapas

01. September 2009 17:55

Das öffentliche Zurschaustellen bestätigt, dass es immer noch Männer gibt, die glauben, es sei eine außergewöhnliche Leistung, auch einmal die Windeln zu wechseln

Volle Windeln stinken, die Sandkiste liegt nicht am Ende der Welt, und Kinderbetreuung kann durchaus anstrengend sein - die sogenannten neuen Väter haben vordergründig Neues entdeckt. Und sie verarbeiten ihre Erlebnisse in Büchern, Blogs und Berichten. Dabei drängt sich der Eindruck auf, es gehe mehr um das Ego des Erzeugers als um dessen Beziehung zu den Sprösslingen. Beim momentanen Wettbewerb, der beste (und natürlich auch coolste) Vater der Welt zu sein, wähnte ein solches Role-Model die Vaterkarenz sogar schon als mögliches neues "Statussymbol".

Warum eigentlich? Die geleistete Betreuungs-"Arbeit" ist nichts Außergewöhnliches. Die erledigen meist Frauen - immer schon, ganz ohne Ordensverleihung. Sie wird auch nicht besonders, nur weil einige Männer sich endlich stärker einbringen. Mütter muss dieses neue Väter-Gerede gehörig nerven. Männer, die in Karenz waren und dies als Selbstverständlichkeit betrachten, übrigens auch.

Wenn schon etwas besonders ist, dann ist es das Faktum, dass noch immer nur fünf Prozent der Väter in Karenz gehen. Das gehört geändert. Vielleicht wird das einkommensabhängige Kindergeld wirken. Das öffentliche Zurschaustellen der Möchtegern-Superpapas bestätigt jedoch nur eines: dass es immer noch Männer gibt, die glauben, es sei eine außergewöhnliche Leistung, auch einmal die Windeln zu wechseln. Versäumtes oder lange Zeit Abgelehntes aufzuholen ist jedenfalls kein Grund für Prahlerei. (Peter Mayr, DER STANDARD, Printausgabe, 2.9.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 198
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Dr. Berger, Frauenarzt
03.09.2009 10:38
Unsere Frauen haben da wirklich noch viel gutzumachen.


Welcher Mann möchte nicht auch mal gerne eine Zeitlang, ja vielleicht sogar Jahre mit den süssen Kleinen abhängen, allein: finden Sie mal eine Frau die sich eine Familie leisten kann - und will!

Stattdessen ergreifen sie en masse schlechtbezahlte Berufe, die sie in Teilzeit ausüben - und schieben die Schuld an der "Einkommenschere" dann jammernd den Männern zu.

Und haben sie gute Jobs, suchen sie sich Männer die noch mehr verdienen...

Liebe Damen, IHR müsst Euch ändern.
WIR sagen Euch schon wies geht. :-)

dagmar v.
03.09.2009 12:15
was meinen sie mit "abhängen?

haben sie schon einmal kleine kinder versorgt, gleichzeitung mahlzeiten zubereitet und wenn man schon daheim ist, gleich geputzt und gewaschen? ersetzen sie einmal eine mutter nur für einen tag!
einen halbtagsjob kann man nur noch im idealfall unterbringen.
das meint ein großmutter von 3 enkelkindern, die oft um hilfe gebeten wird.

Lectrice
04.09.2009 10:30

Das ist ein Forumstroll, der auch durch x Nickwechsel immer wieder zu erkennen ist, da immer dieselben dämlichen Satzerln aus seiner Tastatur fliessen.

johannes stadler
 
02.09.2009 21:51
Das Problem ist hauptsächlich der Einkommensverlust wenn die (besser verdienende) Väter zu Hause bliebe

Auch wenn Väter grundsätzlich bereit sind in Karenz zu gehen, wird wohl am Ende des Tages die Realität siegen und meistens der Einkommensverlust zu hoch sein - gerade in einer Zeit wo zusätzliche finanzielle Belastungen zu tragen sind. Solange das Kind gestillt werden muss, wird wohl ohnehin kaum ein Vater in Karenz sein - und danach wird in der Mehrzahl der Fälle der einkommensschwächere Elternteil daheim bleiben. Zumindest in meinem Bekanntenkreis ist das so.

Und in einem mir bekannten Fall hat ein arbeitsscheuer Immer-Wieder-Arbeitsloser die Väter-Karenz nur dazu genützt um überhaupt noch eine weitere Zeit eine soziale Absicherung zu bekommen. Um die Kinder hat sich dann nach wie vor die Mutter gekümmert.

Little Willy
03.09.2009 08:19
Sie meinen sicher Ihren Kontrahenten Meyer mit seinem Verein

In der Ganzen Woche hat er sich ja im besten Licht dargestellt. Da hat er wohl alle getäuscht?

johannes stadler
 
04.09.2009 19:15
Lügner haben kurze Beine



nur weil etwas in einer Zeitung steht, muss es nicht stimmen….
Insbesondere, wenn nur eine Seite zu Wort kommt ….
und dann auch noch überhaupt keine Beweise für diese Behauptungen existieren, vielmehr das Gegenteil wahr ist….


ist einmal der Ruf (strafrechtlich) ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert….

. Diogenes
02.09.2009 18:01
Kein Grund zur Prahlerei

Gerade der Artikel lässt den Verdacht aufkommen, dass hier ein frisch gebackener Papa der in der privilegierten Situation ist sowohl seinem Beruf als auch seinen Vaterpflichten nachgehen zu können, sich vor Begeisterung ob seiner eigenen Heldentat
kaum noch halten kann. Das es keine Kunst ist,
zwischen dem Wechseln voller Windeln und dem
wärmen des Griessbreis noch schnell ein paar Zeilen
in die Tasten zu hauen ist ihm offensichtlich nicht
in den Sinn gekommen. Würde ich von den Qualitäten als Journalist auf seine Vaterqualitäten
schliessen, dann würde ich sagen er kann nicht
mal eine volle Windel von einer sauberen unterscheiden.

jaws
02.09.2009 15:57

Ich glaub, dass es gut ist, wenn ein Mann über seine Erfahrungen in der Karenz schreibt. Mir wurscht, wenn er sich dabei kaum noch einkriegt vor lauter Begeisterung über sich selbst.

Alles, was dazu geeignet ist andere Männer dazu anzuregen sich ebenfalls "heldenhaft" in die Betreuungsverantwortung zu stürzen, ist m.E. gut.

Little Willy
02.09.2009 19:37
Alles was Frauen dazu bringt eine Familie zu versorgen (wollen)

ist zu begrüssen. Bloß, die wollen nicht.

An den Männern liegt es jedenfalls nicht.

clementinchen
02.09.2009 15:16

ich persönlich versuche ja meine jahrtausendealte erbschuld durch selbstgeißelung mit vollen windeln zu büßen.
und weil es sich finanziell nicht ausgeht dass ich länger in karenz gehe stelle ich die videos meiner selbstgeißelung ins internet.
und weil ein video 4.99 kostet kann ich später mal meinem sohn den therapeuten zahlen, der ihm erklärt warum sein papa sich bei jeder kopftuchträgerin für die kreuzzüge entschuldigt.

Barney_Stinson
02.09.2009 14:48
der anteil der männer, die sofort und ohne zögern auf karenz gehen würden

ist mit sicherheit weit höher als 5%... ich kenn kaum wen, der nicht sofort für eine zeitlang auf 50h arbeit pro woche verzichten würde um sich um das kind zu kümmern.

nur ist es schlicht und ergreifend in den allermeisten fällen nicht leistbar.
da nutzt es auch nichts, die bloßen zahlen immer und immer wieder runter zu beten um den männern zu zeigen wie schlecht sie sind.


ich hab meiner frau schon öfters vorgeschlagen als hausmann zuhause zu bleiben während sie arbeiten geht. sie meint dann immer "das ist toll, dann komm ich heim, alles ist gemacht und ich muss nichts mehr tun".
darauf erklär ich ihr dann immer, dass sie dann, genauso wie ich jetzt, die hälfte zu machen hat und schwupps ist das thema vom tisch.

jaws
02.09.2009 15:36

Jetzt mal Hand aufs Herz: Du übernimmst die Hälfte der gsamten Arbeit im Haushalt sowie evtl. der Kinderbetreuung?

Barney_Stinson
02.09.2009 16:34
ich mache was anfällt, wenn es anfällt und am wochenden mit sicherheit mehr als die hälfte, schließlich "habe ich da ja frei"

in % aufzuteilen fällt da ein bisschen schwer.

aber hand aufs herz: einen haushalt zu führen halte ich schlicht und ergreifend nicht annähernd für einen full time job.
niemand der die 50-60h woche als normal bezeichnet wird von einem haushalt großartig geschockt sein.
ich hätte also auch kein interesse daran 50% zu fordern, schließlich ist das meiner ansicht nach klassische arbeitsteilung mit der ich gut zu recht komme.

ich finds nur immer wieder lustig wie frauen der meinung sind, sie wollen arbeiten dann brauchen sie zuhause nichts mehr machen und der mann kümmert sich um alles, gleichzeitig aber mit voller überzeugung fordern, dass berufstätige männer nach der arbeit zuerst den haushalt (mit)machen.
ganze männer - halbe halbe und so

Little Willy
03.09.2009 08:24
Prozentrechnen kommt nicht so gut an


Das muss man so beschreiben, dass man es erfühlen kann.

soledad juntos
 
02.09.2009 21:46

Wenn Sie "Hand aufs Herz" zu denen gehören, die sich an der Hausarbeit maßgeblich beteiligen, dann finde ich das sehr erfreulich. Ich kenne jedoch einige Männer, die nicht mal ihren Teller wegtragen nach dem Essen - denn sie arbeiten ja die ganze Woche. Dass die dazugehörigen Frauen ebenfalls arbeiten gehen, ist nicht einmal irgendwie diskussionsrelevant für sie.

Der Haushalt alleine ist heutzutage wirklich kein Fulltime-Job mehr (es sei denn, man bewohnt eine 30-Zimmer-Villa samt Park drumherum), ein Haushalt mit Säugling oder kleinen Kindern wächst sich hingegen schon mal aus, das werden Ihnen auch karenzerfahrene Männer bestätigen können!

Poldi Fesch
02.09.2009 17:23
:) das kommt

drauf an. Natuerlich ist Haushalt fuehren kein full time job aber Frauen neigen dazu, ihn dazu zu machen. Sicher, wenn ich glaub ich musz jeden Tag staub saugen u. einmal im Monat die Fenster putzen, dann schon

soledad juntos
 
02.09.2009 23:33

Net amal dann! Glauben´s mir, ich sprech aus Erfahrung ;-)
Bin aber mittlerweile geheilt vom Mr. Proper-Syndrom

Poldi Fesch
03.09.2009 01:34
ich koennt

verschiedene Lebensabschnittspartnerinnen vorstellen die das schaffen :)) Der Beziehungskrisen gab es mehrere, deswegen

politisch verfolgt
02.09.2009 16:04
wenn seine frau

hausfrau, also nicht erwerbstätig ist: wieso sollte er? er geht ja nicht den ganzten tag spazieren, sondern leistet im beruf etwas. sie leistet daheim etwas. ist doch ausgeglichen. warum soll er ihr die hälfte davon abnehmen?

Bippi
02.09.2009 14:46

Umgekehrt wärs nicht genauso?

Sollen ruhig ein bisserl prahlen, die neuen Superpapas, immerhin machen sie's besser als viele ihrer Zeitgenossen - also, warum nicht stolz sein drauf?

Der Artikel dient offensichtlich einzig und allein dem Autor - und zwar Frust, welcher Art auch immer, abzulassen.

Peinlich und sexistisch!

Markus D. Hartbauer
 
02.09.2009 14:36
Ruinös

"Vielleicht wird das einkommensabhängige Kindergeld wirken."

... bei uns leider nicht. Wir haben es mehrfach durchgerechnet und würde ich - was ich eigentlich gerne täte - zu Hause bleiben, wäre das ruinös für die Familie. Das kanns ja auch nicht sein.

Ist-Situation: Männer verdienen in Ö mehr als Frauen (bitte kein Philosophicum wie unfair das ist, sehe ich nämlich genau so), wird die Frau karenziert, geht es sich aus, entfällt das Einkommen des Mannes (oder wird auf 2KEUR/m gedeckelt, wie dies beim geplanten e.a.Kindergeld der fall ist) kannst schon mal die Mietzahlungen einstellen ...

Leider ...

Little Willy
02.09.2009 19:46
Sogar Betriebsräte lachen über die "Einkommensschere"


Lesen Sie mal ein Qualitätsmedium, etwa die Wiener Zeitung.

http://tinyurl.com/mm6m8b

ChesneyB
02.09.2009 14:49

"bitte kein Philosophicum wie unfair das ist, sehe ich nämlich genau so"

Ich nicht. Das ist nämlich selbst verursacht. Informationen (aus Deutschland; bei uns aber sicher auch so) gibt es z.B. hier: http://www.manndat.de/index.php?id=43

Tethys
02.09.2009 14:48

Bei meinem Liebsten und mir würde der Entfall eines Einkommens gleich heftig ausfallen - wir verdienen annähernd dasselbe.
Er könnte die Familie im Moment nicht alleine erhalten - ich auch nicht. Und da sind wir sicher nicht die Ausnahme.
Der Wunsch wäre, dass jeder ein Jahr daheim bleibt: so haben beide etwas vom Nachwuchs - und keiner läuft Gefahr nicht mehr in seinen Job zurückkehren zu können. Da wir beide in der IT-Branche sind, wäre es unmöglich, die vollen 2 Jahre daheim zu bleiben. Finanziell sowieso.

Aber wenn man sachlich durchrechnet und bespricht und auf die Wünsche des anderen eingeht, können auch schwierige Situationen bewältigt werden.

Dr. Berger, Frauenarzt
03.09.2009 10:46
Wir sprechen hier von Heteropaaren.


Als Frau würden Sie sicher um etwa 40% schlechter verdienen.

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