01.09.2009

Wagenplatz zog wieder um

1. September 2009, 17:40

BewohnerInnen warten auf Steh-Erlaubnis, um sich winterfest machen zu können

"Wir sind in die Leberstraße 12 übersiedelt": Was wie eine fröhliche Nachricht klingt, wird bald von einer ernüchternden Feststellung abgelöst: "Wir können noch immer keine Anschlüsse bauen, weil wir nicht wissen, wie lange wir diesmal bleiben dürfen", sagt Wagenplatz-Bewohnerin Alex im derStandard.at-Gespräch. Die Gruppe bleibt nun bis auf Weiteres auf dem neu bezogenen Standort in Wien-Landstraße.

Vierter Stopp

Es ist der vierte Stopp jenes Teils des ehemaligen Wagenplatz Simmering, der nicht wie der Rest der Gruppe auf eine Freifläche an der Hafenzufahrtsstraße bei Freudenau gezogen ist. Grund der Trennung: Ein Teil wollte Grünraum, dem anderen war die Nähe zum Zentrum wichtiger. Der letzte Aufenthaltsort, ein Parkplatz unter der Südost-Tangente, musste wegen anstehender Bauverhandlungen geräumt werden.

"Selbstverwaltete Freiräume müssen Fixpunkte in einer Stadt wie Wien sein", ist Alex überzeugt.
Verhandlungen mit der Stadt Wien über ein Grundstück in der Lobau waren nach heftigen FPÖ-Polemiken gescheitert. (red, derStandard.at, 1.9.2009)

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toberfrau1
00
26.9.2009, 22:55

"..selbstverwaltete Freiräume müssen Fixpunkte einer Stadt wie Wien sein." Wer definiert, welche Flächen Freiräume sind? Was geschieht wenn ZWEI sich befugt fühlen, einen Freiraum zu verwalten?
Ach ja - Zauberwort Basisdemokratie! Es wird wohl eine Diskussion geben müssen, ob wir darüber abstimmen, welche Punkte zur Diskussion stehen. Ort und Zeit dieses Treffens erfahrt ihr sobald wir uns auf mindestens 2 Möglichkeiten geeinigt haben.
Habed'Ehre!

wunderfizz1000
32
der wiener zugang zu freiräumen

ist leider extrem veraltert und international nur mehr peinlich!

HomoFaber
01
an "Die dritte Seite der Medaille"

Eine Sache versteh ich nicht. Warum muss dass unbedingt ein Grund sein, der in Zukunft bebaut wird.
Kann man da nicht einfach ein Grundstück (also Baugrund) kaufen? Oder muss ich dann drauf auch was bauen?
Ist eine ernst gemeinte Frage und keine Polemik.

Zem
60

Hallo HomoFaber,

Baugrundstücke sind in der Anschaffung teurer als Grundstücke mit anderer Widmung.

Da Bauwägen die das ganze Jahr über bewohnt werden als Bauwerke gelten, weil sie durch die Schweerkraft mit dem Boden verbunden sind (nein ich hab nix geraucht!), bleibt dann eigentlich nur Bauland übrig.

Ein Baugrundstück für die 1-2 Jahre vom Kauf durch den Eigentümer bis zum eigentlichen Baubeginn zwischenzunutzen ist viel günstiger als die Aufnahme von eigenen Krediten. Sagt dir der Begriff "Trockenwohner" etwas?

Eine Zwischennutzung würde allen nutzen, der Grundstückseigner hat mehr Geld in der Tasche, die Baugrundstückkontingente blieben die gleichen und die Wägler hätten einen Platz.

gruß
Hans

Ascensionate
02

Der Vergleich mit Trockenwohnern ist mehr als holprig. Ich nehme an sie haben ihn nur dazu benutzt, um ein Beispiel einer Zwischennutzung anzuführen.

Dass Baugrund teuer ist, ist klar. Das ist er für jeden, nicht nur für Wagenbewohner. Das ist jedoch nicht der Punkt. Laut ihren eigenen Aussagen ist Geld ja nicht das Problem der Wagenplätzler.

Wieso kann es also kein normales (Bau-)Grundstück sein?

Zem
10

Ja, der Vergleich mit der Trockenwohnerei sollte genau das Beispiel einer Zwischennutzung anführen.

Ein Baugrundstück zu kaufen ist halt nicht einfach!

Für 3000 m² Baugrund gibst du laut immowelt etwa 2.000.000,- € aus. pro 100m² komme ich so auf Zinsen von 500-600€/Monat.

Selbst wenn sich die Wägler das Leisten könnten, und gestern ein Gelände finden würden, ist die Wahrscheinlichkeit groß das irgendwann das Bauaufsichtsamt Stress macht weil die Statik der Wägen nicht abgenommen wurde oder deren Bau nicht genehmigt worden ist.

Gewerbegrund würde im Kauf nur ein viertel von Baugrund kosten, aber so welchen hatten sie in Simmering auch schon angemietet.

gruß
Hans

Killa vomBilla
00
17.9.2009, 17:39
GELD

Was hilft Geld oder der Grund wenn so
Kaschperln in der FPÖ die Leut darauf gar nicht ausstehen kann und sie am liebsten verurteilt und im Arbeitslager sehen möchte.

Die MENSCHEN sind hier das problem
sie sind anders als diese Hirntoten blauzwerge mit den langen mäntel.


spiegelreflex
14

die tagträume sollen sich ihre "selbstverwalteten freiräume" in der wüste gobi nehmen. ansonsten: keinen cent diesen schmarotzern.

waldhansi
00
23.9.2009, 18:43

menschen wie sie, die von der thematik keine ahnung haben, sollten besser den mund halten! diese leute WOLLEN miete zahlen, dürfen es aber nicht, es geht also um die LEGALISIERUNG dieser wagenburgen. die stadt wien, der staat ö oder sonstwer würden ohnehin keinen cent zahlen.

parapente
04
"Selbstverwaltete Freiräume"

Was, wo leben die denn?
Sind das Nachkommen amerikanischer Siedler, die sich "Freiräume" angeeignet haben - oder wie?
Um "Freiräume" zu bekommen muss man erst die Indianer erschiessen!
Auf gehts!

Gerd Huber1
 
110
diese Grundhaltung

"mir steht einfach alles - ohne Gegenleistung - zu, wonach mir ist, " ist mM frech.

wenn einer Gruppe ein kostenloser Grund zum Wildcampieren zur Verfügung gestellt wird, wie soll das dann anderen verwehrt werden?

So gesehen könnte in einem Nachgeben der Stadt Wien der Grundstein für heimische Favelas gelegt werden.

Die dritte Seite der Medaille
72

Punkt eins: die wollen eh Miete zahlen, also erst informieren, dann gemein sein, das steht allen Menschen viel besser.

Und ja: Das ist genau das Problem, deshalb wäre es wichtig, sich über die rechtliche Seite Gedanken zu machen (befristete Mietverträge, wer ist verantwortlich, wieviele Leute könnten da wohnen... )

Aber gleich mal "Nein, das geht auf keinen Fall" ist ein bissi engstirnig. Die Leute tun ja keinen was, und wenn man die Geschichte als Anlass nimmt, sich mal zu überlegen, wie man Grundstücke, die auf Jahre hinaus mitten in der Stadt brach liegen, zu Geld machen kann, ohne dass es ein Risiko für den Vermieter wird, dann wäre das ein Gewinn für uns alle.

elchtester
16

nein, sie wollen eben nicht miete zahlen, von spenden an dubiose organisationen hat der eigentümer nämlich nichts.

Die dritte Seite der Medaille
61

Nein, da sind Sie falsch informiert. Das mit der Spende war eine Auswegslösung, da es (noch) keine rechtliche Möglichkeit gibt, brachliegende Grundstücke befristet zu mieten.

Bei dem ganzen Streit geht es darum, dass es zZ einfach keine rechtlichen rahmenbedinungen dafür gibt. Diese sollten geschaffen werden.

da es diese aber noch nicht gibt, kann die Stadt keine Miete kassieren, und damit die Leute da nicht umsonst wohnen, kam der Vorschlag mit der Spende. Damit sie eben nicht als Schmarotzer dastehen. Aber der neidische Wiener samt seinen hirnlosen Vollstreckern, heute, Krone und FPÖ hat es halt umgedreht..

Also: diese Leute wollen durchaus eine angemessene Miete zahlen.

Forumleser
04
Angemessene Miete?

Wer bestimmt den Preis?
Der Vermieter - nicht die Wagenplatztypen.

Die dritte Seite der Medaille
30

ich denke, verhandeln ist bei jeder Geschäftsbeziehung legitim. Gerade wenn es um ein komplett neues Produkt geht.

Peter Shaw
06

"...da es (noch) keine rechtliche Möglichkeit gibt, brachliegende Grundstücke befristet zu mieten."

Absoluter Schwachsinn, den sie hier (wissentlich) verzapfen. Natürlich kann man brachliegende Grundstücke befristet mieten bzw. pachten. Wieso sollte das nicht gehen?
Ihrer Logik nach müssten sämtliche Grundstücke in Österreich vom Eigentümer selbst genutzt oder aber unbefristet verpachtet sein.

Die Spende war erstens keine Lösung, denn sie wurde allein von den Wagenleuten bestimmt, ohne Einverständnis irgendeiner anderen beteiligten Partei, und zweitens kein Ersatz für eine Mite/Pacht, da sie weder dem Grundeigentümer zukam noch mit diesem vereinbart wurde.

Die dritte Seite der Medaille
61

ach Mausi, nicht aufregen. Nur weil man bloß 750 Zeichen frei hat, und deshalb kürzt, muss man nicht unwissend sein.
Die Spende war ein Vorschlag, keine Bestimmung, das Pronblem war, dass die Wagen Bauwerke zu sein scheinen, und dass Mieter diverse Rechte haben. (Und daher das Risiko, Mieter auf ein Grundstück zu lassen, dass man schon bald bebauen will, zu groß ist.. noch.. Man müsste rechtliche Rahmenbedinungen schaffen, damit sowas wirklich möglich ist.. aber meine Güte, bevor wir uns informieren, hetzen wir über die bösen Leute, die es wagen, nicht in Wohnungen wohnen zu wollen.

Peter Shaw
04

Hm, da ich weder Ihr Mausi bin, noch aufgeregt, nehme ich an, Sie lassen uns an Ihrem inneren Monolog teilhaben.
Der Umstand, dass Sie von sich als einer Gruppe sprechen, die in der Rechtschreibung erkennbare Erregung und die inhaltliche Verbiegung der Tatsachen um dem Weltbild treu zu bleiben, lassen darauf schließen.

Sehr amüsant aber diese Stelle:
"das Pronblem war [...] dass Mieter diverse Rechte haben."
Ich denke da stimmen etliche Vermieter mit Ihnen überein.

Die dritte Seite der Medaille
80

Freut mich, dass sie amüsiert sind. Wenn Sie es schaffen wieder von der persönlichen Ebene runterzukommen und sachlich zu argumentieren, dann glaube ich Ihnen vielleicht sogar, dass sie ernsthafte Argumente abgesehen von Neid und Vorurteilen haben.
Gesetzt den Fall, Sie schaffen es, diese zu artikulieren.

Gerd Huber1
 
08
die frage ist nur, wie viel miete wollen sie zahlen

den ortsüblichen Preis oder eine symbolische.

von der gemeinde wurde ein schönes grundstück angeboten. Das war aber zu teuer. und genau diese einstellung finde ich als frech.

Die dritte Seite der Medaille
60

Es gibt keine ortsüblichen Mietpreise für BEFRISTETE (= Sie könnten jederzeit gehen müssen, weil man einen Bauherren gefunden hat, der da was bauen will) Baugrundstücke, auf denen man nicht bauen darf.

Und ich hab auch mal eine Wohnung nicht genommen, weil mir die Miete zu teuer war, war das auch frech?

Verhandeln wird ja wohl noch erlaubt sein. Ich finde es ehrlich gesagt frech, dass man diesen Leuten, nur weils vor ihnen keiner gemacht hat, nicht zugesteht, auch ihre Vorstellungen im Bezug auf den Preis mit einzubringen.

parapente
16
Ich hab auch Vorstellungen


über "Meinen Preis" beim Wohnungskauf. Aber der nützt mir eben nix!
Kommts endlich zurück auf die richtige Welt, oder schliesst euch Zigeunern an!

Die dritte Seite der Medaille
20

nanana.. wir wollen doch dem Monopolhalter das Recht zugestehen, alleine den Preis zu bestimmen?
Da sind wir doch schon lange drüber hinaus, oder?

Peter Shaw
07

Was ist denn Ihrer Meinung nach ein "Baugrundstück auf dem man nicht bauen darf"?
Was "befristet" bedeutet haben sie ganz offensichtlich auch nicht verstanden.

Und zu Ihrer Wohnungsgeschichte: Habe sie sich auch erstmal schon in der Wohnung breitgemacht, obwohl sie gar nicht zu Vermietung stand, haben dann den Besitzer solange angepenzt bis er endlich einwilligte zu vermieten, haben ihn dann noch vollgesudert, dass ihnen der absolut günstige Mietpreis viel zu hoch ist (und währenddessen natürlich gar nichts bezahlt) und sind dann weitergezogen und haben das gleiche Spiel von vorne begonnen, dann war es allerdings frech, wenn nicht mehr...

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