Dalai Lama-Besuch

Peking sagt mehrere Gespräche mit Taiwan ab

1. September 2009, 14:40

Aus Protest - Kuomintang schickt Delegation nach Peking

Peking/Taipeh - Die Volksrepublik China hat aus Protest gegen den Taiwan-Besuch des Dalai Lama mehrere geplant gewesene bilaterale Treffen abgesagt, die eigentlich die verbesserten Beziehungen zwischen dem Festland und der Insel verdeutlichen sollten. Es ist die erste größere Krise im Verhältnis zwischen Peking und Taipeh seit dem Amtsantritt des taiwanesischen Präsidenten Ma Ying-jeou vor 15 Monaten. Die regierende Nationale Volkspartei (Kuomintang/KMT) schickte einen Gesandten nach Peking, der die Haltung der Regierung erläutern sollte, wie der stellvertretende KMT-Generalsekretär Chang Rong-kung in Taipeh erklärte.

Aus Protest hat Peking Besuche von Wirtschafts- oder Finanzvertretern abgesagt oder herabgestuft. Auch über die historische Aufnahme von regulären Linienflügen zwischen beiden Seiten am Montag wurde entgegen früherer Praxis in Chinas Staatsmedien nur zurückhaltend berichtet.

Das tibetische Exil-Oberhaupt ist Gast der oppositionellen Demokratischen Fortschrittspartei (DPP), die für die Eigenständigkeit der Insel eintritt, während die KMT die staatsrechtliche Zugehörigkeit zu China verficht. Die Kuomintang wurde von dem Arzt Sun Yat-sen ins Leben gerufen, der 1912 nach dem Sturz des Kaisertums die chinesische Republik begründete. Bis zu ihrer Niederlage im Bürgerkrieg gegen die Kommunisten vor sechzig Jahren hatte die Kuomintang ganz China autoritär regiert; nach dem Sieg der Kommunisten 1949 zog sich die Nationalregierung von Diktator Tschiang Kai-schek auf die Insel zurück. Die Nationalisten betrachteten sich weiter als legale Regierung der Republik China, während in Peking die Volksrepublik China errichtet wurde. Bis 1971 hatte die nationalchinesische Regierung den UNO-Sitz Chinas inne.

Der Dalai Lama ist am Dienstag mit der taiwanesischen Unabhängigkeitsbefürworterin und Oppositionsführerin Tsai Ing-wen zusammengetroffen. Anschließend betete er mit rund 15.000 Menschen im Stadion der südtaiwanesischen Stadt Kaohsiung für die Opfer des Taifuns "Morakot". Um den Schaden für die Beziehungen zwischen Taipeh und Peking möglichst gering zu halten, wurde eine zweite buddhistische Gebetszeremonie für Taifunopfer am Donnerstag in Nordtaiwan abgesagt.(APA/AP)

 

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Posting 1 bis 25 von 27
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Ingrid Goeschl
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Unfassbar, dass Leute mit so einem infantil-lächerlichen trotzigen Kindergartengehabe ein Riesenland wie China regieren und damit die Schicksale von Millionen Menschen beeinflussen.

WischUndWeg
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Komisch, mir fällt bei "infantil-lächerlich" immer nur der Dalai Lama ein!

bomp funebre
02

komisch eben..

Lukas Chen
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Eile mit Weile

Mas KMT Regierung will Taiwan so schnell wie moeglich mit China wiedervereinigen, denn Ma stammte aus Honkong, und auf seinem Vaters Grabstein ist mit dem letzten Wunsch seines Vaters geschrieben: "Taiwan muss mit China wiedervereinigen"; Ma Ying-jeou ist ein gehorsamer Sohn, so ist sine Politik mit China auch selbstverstaendlich. Der Dalai-Besuch hat das Tempo der Wiedervereinigung abgebremst, eine gute Strategie der Oppostion Partei Dpp.

Hardcoreboson
21
uebrigens ist es ziemlicher unsinn

hier eine achse: KMT-KP vs DL-DPP heraufzubeschwoeren. traditionell kan die KMT mit den DL sehr gut. so hat auch Ma noch im Maerz 2008 (nach den unruhen in tibet) gesagt 'das der DL in taiwan immer willkommen ist'. ende 2008 hat er seine position geaendert in (sinngemaess): 'taiwan heisst alle religioesen fuehrer willkommen, allerdings ist es in der jetzigen situation nicht klug den DL einzuladen' - das pikante dabei: es gab kritische reaktionen nicht nur aus dem pan-green-camp sonder eben auch aus den eigenen reihen.

Die 'policy' die Ma im moment faehrt unterscheidet sich kaum von jener im westen: den DL nicht offiziell einladen, und wenn er kommt 'dann in seiner funktion als religioeser fuehrer'. das macht man des geschaefts zu liebe ...

Kuaile Long
 
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"Achse" 2

Nachdem die DPP den Dalai Lama eingeladen hatte war es auf einmal nicht mehr möglich diesen zu Empfangen. Erst nachdem das Volk Druck machte, da es schon von der Regierung beim Taifun Marakot im Stich gelassen wurde und internationale Rettungsteams von Ma nicht ins Land gelassen wurde (es starben 600 Menschen), gab Ma dem Druck nach. Ein Treffen mit dem DL ist auch nicht mehr möglich.
Und warum muss Ma sich bei Treffen mit chinesischen Vertretern selber denunzieren und betitelt sich nicht als "Präsident Ma" (???) sondern als "Herr Ma"? (???) Wo bleibt da das Gespräch auf Augenhöhe? So verleugnet er nur seine Position als Präsident Taiwans und gibt sich als "Vertreter einer Region".

Hardcoreboson
00
also

ich sehe hier keinen wesentlichen unterschied zwischen dem wie sie Ma verhaelt, verglichen mit dem wie sich die westliche welt verhaelt. Ma will China nicht veraergern, weil er der Meinung ist das es wirtschaftlich fuer Taiwan vom Vorteil ist. Die Opposition kritisiert das - was eine opposition nun mal tut. Wie war das den in Frankreich? Im prinzip doch auch nicht anders. Nun sind daher alle oppositionsparteien der westlichen welt mit dem DL verbuendet und alle regierungsparteien die sich wirtschafltihce vorteile versprechen einer achse KP-xx zuzuordnen? wohl kaum.

beowulf2
 
21

Ma spricht meines Wissens Hu und Wen auch mit "Herr" an.
Nach ihrer Logik müssten Hu und Wen also auch ihre Position verleugnen und sich als "Vertreter einer Region" herabwürdigen, oder?
Da beide Seiten sich offiziell als rechtmässige Herrscher ganz Chinas sehen, ist das weglassen der Titel vorerst einmal eine gute Basis um Gespräche führen zu können.
Diese ganze künstliche Aufregung seitens der DPP, ist wie so vieles, nur populistisches Affentheater. Sorry, für den harten Ausdruck.

Hardcoreboson
00
sehen sie hier sieht man halt wieder mal ihren bias ...

Die DPP war tatsaechlich in den letzten jahr furchbar populistisch - keine Frage. Aber wie kann es sein das sie bei der ganzen propaganda und noch viel staerkeren populismus der KP in china immer so blind sind???? Was die KP sagt halten sie immer fuer bare muenze. Wenns CCTV oder xinhua bringt das ist es fuer sie 'fakt'.

beowulf2
 
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Blödsinn. Die KP hat ihre eigene Agenda, Ziele und Standpunkte das bestreite ich auch nicht.

Aber ich habe wenigstens eine Ahnung davon welche die sind im Gegensatz zu ihnen.
Und da ich die Motive der verschiedenen Seiten kenne, kann ich eine Spur besser beurteilen was abgeht als sie.
Sie verfangen sich selbst in "Ideologien" und haben kein klares Bild von der Sachlage.
Sonst würde ihnen auffallen, dass der Dalai Lama Besuch ein politisches Spiel der DPP war um die Beziehungen zum Festland zu verbessern (Motiv - Unabhängigkeitsbestrebung und die ist in Gefahr, wenn die Seiten sich annähern)
Genauso wie die Spritzenattacken in Xinjiang. Die als zufällige Aktion einzelner Spinner abzutun ohne Bezug auf die Spannungen, zeigt wieder einmal wie voreingenommen sie sind.

Hardcoreboson
02
interessant auch das sie zwar

sofort einen zusammenhang zu kadeer finden wollen, umgekehrt aber keinen zu Hu's korrupten (partei-)freund in xinjiang (was ironischerweise sogar im artikel steht).

eigenartig wie sie dann doch immer wieder mal zuerst den 'aeusseren einfluss' sehen aber nie hausgemachte probleme der KP ...

Hardcoreboson
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'ideologien'

wenn sie der meinung sind das weil ich fuer rechtsstaatlichekeit, gegen korruption, fuer einen gewissen ausgleich zwischen land und stadt (bzw rechtliche unterschiede fuer verschiedene hukou besitzer) und zwischen den ethnen und solche sachen als ideologie bezeichnen, dann haben sie recht.

verschiedene blickwinkel ... das waer mir bei ihnen wirklich noch nicht aufgefallen. wie kommt es das so viele meiner festlandchinesischen freunde und bekannten eine so grosse bandbreite an meinungen zeigen, waehrend sie uns hier immer genau eine richtung verklickern?

wenn die wissen welche ziele, agenden und standpunkte die KP hat, dann wissen sie mehr als die KP - so geschlossen sind selbst dort nicht die reihen... (gott sei dank!)

Kuaile Long
 
02

Vielen Dank für die Blumen, beowulf2,

den Vorwurf darf ich gerne an Sie zurück werfen. Leider muss ich feststellen, dass ihre Meinung wohl so starr ist, dass eine sachliche und weitest gehend emotionsfreie Diskussion nicht möglich ist. So wie es oft bei Ideologien der Fall ist.

Kuaile Long
 
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Titel

Korrekt, um wirklich von Gesprächen auf Augenhöhe sprechen zu können, müssten die chinesischen Vertreter ebenfalls auf ihre Titel verzichten, was sie nicht tun.

Sie können das gerne als Affentheater bezeichnet, brauchen sich aber nicht scheinheilig dafür zu entschuldigen. Wenn Sie es ernst meinen würden mit der Entschuldigung, würden Sie das Wort gar nicht erst verwenden.

Es geht hier grundsätzlich um das Gesagte und das Umgesetzte der neuen Regierung. Ein Wahlversprechen das nicht eingehalten wird hat in Taiwan nun mal weit verheerende Folgen als in Europa.

beowulf2
 
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Gleiche Augenhöhe - wo ist das Problem? Da beide, zumindest offiziell, den Alleinvertreteranspruch auf ganz China haben, können sie sich beide wohl schlecht gegenseitig mit Mr. President of China anreden. Deswegen die Kompromisse Chairman (für Ma), General Secretary (Hu) oder Mr. (für beide)

aus wiki:
Consistent with the 1992 Consensus, Chen did not call Ma as "President", instead calling him "Mr. Ma". In what may be considered a "related fashion", in 2008 when KMT ex-politian Lien Chan met Hu Jintao in Peru, Lien did not call the PRC President Hu Jintao "President" but instead used his title "General Secretary," which refers instead to Hu's post as the head of the Chinese Communist Party.

Kuaile Long
 
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Wenn Taiwan schon mit China sich verschmelzen muss, dann muss das auf gleicher Augenhöhe geschehen. Ebenso sollte diese Verschmelzung demokratisch legitimiert werden.

Zum Punkt Titel: Es ist eben nicht auf Augenhöhe geschehen, denn der Präsident der ROC wurde "Mr." genannt, und der Präsident der VRC "General Secretary". Alles was nicht zur chinesischen Regierung bzw. zur KP gehört, muss sich der KP unterordnen. Das macht es schwer sich der politischen Position der KP irgendwie zu nähern. Ob als Privatperson, Partei oder Staat.

beowulf2
 
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Zum Mr. und General Secretary. Ma war zu diesem Zeitpunkt noch nicht Obmann der GMD. Nachdem er zu diesen gewählt wurde, kamm vom Festland die Gratulation inklusive Anrede mit neuem Titel. Jetzt reden sich beide mit "General Secretary" an.

Nix da mit Unterordnung. Ma hatte zu diesem Zeitpunkt keinen vergleichbaren Titel und daher Mr.

Kuaile Long
 
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Aber beide waren Präsidenten eines Landes und das ist die Grundlage ihren Treffens. Annäherungen der beiden Ländern. Und weil diese Länder fast gleiche Gebiete beanspruchen, können sie sich beide nicht Präsident nennen. Aber man kann irgendeinen Titel nehmen, der dem anderen auch gegeben wird. Das heißt dann auf Augenhöhe.

beowulf2
 
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"Aber man kann irgendeinen Titel nehmen, der dem anderen auch gegeben wird. Das heißt dann auf Augenhöhe."

Was ja genauso passiert ist. Oder hätten "Titel" erfunden werden sollen? Machen sie mal da ein paar Vorschläge, damit sie merken wie unrealistisch die Idee ist.
Übrigens ist Xiansheng inzwischen auf Taiwan eine unhöfliche Anrede geworden? Nach meinem Wissen ist das eine sehr respektvolle Anrede.
Reden wir klartext - die Oppositionspartei DPP hat sich darauf nur aus einem Grund gestürzt und ein Problem kreiert, was eigentlich gar keins ist: Sie wollten durch den geforderten Titel "Präsident" unterstreichen, dass Taiwan ein eigener Staat und ergo unabhängig ist.


ps. Seien sie/wir froh, dass die nicht tongzhi (Genosse) gesagt haben.

Kuaile Long
 
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Tut mir leid, aber einfach beide "Mr." zu nennen oder beide "General Secretary" ist nicht zu viel verlangt. Und das ist nicht passiert.

beowulf2
 
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Aber genau das ist ja passiert.

Übrigens haben Hu und Ma sich noch nicht einmal getroffen. Wenn sie sich treffen, werden sich beide mit "General Secretary" anreden, da kann ich sie beruhigen. (vielleicht sogar gegenseitig mit Mr. nur um die DPP zu ärgern ;-)

Hardcoreboson
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da stimme ich sehr damit ueberein.

Eine Sache ist 'ob' Taiwan nun wie sie sagen 'verschmelzen' soll. Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen in Taiwan.

Allerdings so weit ich das beurteilen kann, gibt es in Taiwan kaum jemanden der der Meinung waere Taiwan sollte moeglichst schnell Provinz Chinas werden mit kommunistischer Zentralregierung (und womoeglich aehnlich schlechter demokratischer lage, wie in HK).

Am Festland wird es ja gerne so dargestellt als waere zwischen KMT und KP alles eitle wonne und die warten nur mehr drauf endlich befehle von beijing entgegenzunehmen ...

beowulf2
 
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Woher wollen sie bitte wissen, wie es auf dem Festland "dargestellt" wird?
Und kommen sie mir nicht, dass haben sie im chinesischen Fernsehen gesehen.
Geben sie mir ein Link (auch auf chinesisch) der ihre "Sichtweise" argumentativ rechtfertigt.

Kuaile Long
 
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"Achse"

So sehr es Hardcoreboson widerstrebt, aber diese Achse scheint es zu geben.
Die KMT - vor der Wahl - war versprach Taiwan eine wunderbare eierlegende Wollmilchsau: Die Status Quo-Erhaltung, eine Verbesserung der Wirtschaft, Entschärfung der innenpolitischen Spannungen und und und.
Leider schafft es Mas Regierung nicht, sich an wenigstens eines davon zu halten. Die KMT arbeitet an einem politisch-wirtschaftlichen Handelsabkommen (ECFA), dessen Inhalt nicht transparent debattiert wird und welches trotz Verlangen des Volkes nicht zur Volksabstimmung freigestellt wird.
...

Hardcoreboson
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was sie schreiben stimmt ja alles

allerdings gibt es trotzdem keine klare achse zwischen zwei bloecken. das liegt einfach schon daran das die KMT bzgl DL hier selbst keine klare Linie hat. Selbst Ma hat ja noch im Maerz 2008 gemeint der DL sei in Taiwan immer willkommen.

Nun und wie siehts mit KMT-KP aus? In der KMT bekennt man sich zwar zu einen china, aber wohl kaum zur KP. Regelmaessig gibts da die Forderung nach der Aufarbeitung von 1989.

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