Bildungsstandards und Zentralmatura deutlich teurer als erwartet

1. September 2009, 14:22

Verdoppelung des BIFIE-Budgets - Datenschutz soll ausdrücklich gesetzlich verankert werden

Wien - Die Entwicklung und Einführung der ab 2014 geplanten teilzentralen Reifeprüfung sowie die Umsetzung der ab 2011 geplanten Bildungsstandards werden deutlich teurer als geplant. Das geht aus einem am Dienstag von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) zur Begutachtung ausgesendeten Gesetzesentwurf hervor, mit dem das Basisbudget des für die beiden Projekte verantwortlichen Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE) in den Jahren 2010 bis 2012 von derzeit 6,5 Mio. Euro pro Jahr auf 13 Mio. Euro pro Jahr verdoppelt werden soll.

Der zusätzliche Auftrag für das BIFIE, die standardisierte, kompetenzorientierte Reifeprüfung zu planen und zu implementieren, sowie die "gegenüber der ursprünglichen Planung deutlich gestiegenen Kosten der Bildungsstandards" für die 4. und 8. Schulstufe würden die höhere Dotierung notwendig machen, heißt es in den Erläuterungen zum Entwurf für eine Novelle zum BIFIE-Gesetz 2008. Zu den Kernaufgaben des BIFIE zählen neben Bildungsstandards und Reifeprüfung die frühkindliche Sprachförderung, der Nationale Bildungsbericht, die Evaluierung der Neuen Mittelschule und die Umsetzung und Auswertung internationaler Bildungsstudien wie PISA. Der Finanzbedarf des Instituts wird dafür 2010 und 2011 jeweils 15,1 Mio. Euro betragen, 2012 auf 18,65 Mio. Euro und 2013 auf 20,12 Mio. Euro ansteigen und 2014 17,54 Mio. Euro ausmachen.

Mehrkosten bei Zentralmatura und Bildungsstandards

Die Entwicklung und Umsetzung der neuen Reifeprüfung an allgemeinbildenden (AHS) und berufsbildenden höheren Schulen (BHS) wird zwischen 2009 und 2014 demnach insgesamt 29 Mio. Euro kosten. Bisher hatte man für die Entwicklung von elf Klausurgegenständen für die AHS in den Jahren 2009 bis 2013 mit Kosten in Höhe von 13,7 Mio. Euro gerechnet. In den bisherigen Kostenschätzungen waren die Aufwendungen für die Entwicklung von Kompensationsprüfungen bei einer negativen Beurteilung (Kosten: 500.000 Euro pro Jahr 2012 bis 2014) sowie für die Entwicklung von neun Klausurgegenständen im BHS-Bereich (13,8 Mio. Euro von 2010 bis 2014) nicht enthalten.

Auch die Bildungsstandards werden deutlich teurer: Wurden bei Verankerung der Standards im Schulunterrichtsgesetz ursprünglich noch 16,45 Mio. Euro in den Jahren 2009 bis 2012 geschätzt, sollen nun in diesem Zeitraum 24,11 Mio. Euro notwendig sein und 2013 und 2014 jeweils weitere neun Mio. Euro dazu kommen. In Summe liegen die Kosten damit bis 2014 bei 42 Mio. Euro. Die Gründe für die Verteuerung liegen laut Erläuterungen in den Änderung des Überprüfungs-Designs, den nun vorliegenden präziseren Kostenschätzungen und dem erst jetzt erkennbaren Ausmaß an notwendigen begleitenden Unterstützungsmaßnahmen.

Datenschutzgrundsätze sollen im Gesetz verankert werden

Nachdem es bei den Testungen zu den Bildungsstandards und beim PISA-Test in diesem Frühjahr Kritik von Eltern an Zusatzfragen, Befürchtungen hinsichtlich der Anonymität und Testboykott-Aufrufe gegeben hat, soll nun mit der Gesetzesnovelle "die Verpflichtung zur Wahrung der Grundsätze des Datenschutzes" ausdrücklich verankert werden. Zugleich soll klargestellt werden, dass Schüler nur an Überprüfungen der Bildungsstandards, damit zusammenhängenden anonymen Kontexterhebungen sowie an nationalen und internationalen Bildungsvergleichsstudien verpflichtend mitzuwirken haben. An anderen Erhebungen des BIFIE müssen die Schüler nur dann teilnehmen, wenn dies von der Unterrichtsministerin angeordnet wird.

Ministerium: Budgeterhöhung durch mehr Aufgaben

Für das Unterrichtsministerium ist die Anhebung des Budgets des Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE) nicht auf eine Verteuerung der geplanten Maßnahmen im Zusammenhang mit neuer Matura und Bildungsstandards zurückzuführen. Das höhere Budget sei einerseits auf zusätzliche Aufgaben und andererseits auf interne Umschichtungen im Budget zurückzuführen, betonte ein Sprecher von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) am Dienstag gegenüber der APA.

So seien etwa mit der Entwicklung der teilzentralen Matura im Bereich der berufsbildenden höheren Schulen (BHS) neue Aufgabenfelder dazugekommen. Die Kosten dafür müssten aufgrund der schnelleren Umsetzung vorgezogen werden. Die höheren Aufwendungen bei den Bildungsstandards beträfen Mittel, die unter anderem Titel bereits im Ressort selbst geplant gewesen seien und künftig beim BIFIE budgetiert würden, etwa im Bereich Lehrer-Fortbildung. Dies sei eine sauberere Lösung, weil damit die Budgetierung beim BIFIE konzentriert würde, betonte man beim Unterrichtsministerium. (APA)

 

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Teure, heiße Luft !

Im BIFIE sitzen viele rote Günstlinge mit gedüngten Häuptern, aus denen Gras wächst ;<) www.bifie.at Die verzocken jetzt 13 Millionen Euro !
Die Zentralmatura wird eine Nivellierung nach unten bewirken !
Wie einst das Orakle zu Delphi verbreitet BIFIE nebuloses, pseudowissenschaftliches Geschwafel, welches erst von ihren Gesandten erklärt werden muß. Bildungsstandards sehen anders aus !

die grundlegende Frage müsste lauten: darf man sein Kind, wenn es alles schon früher kann, auch mit 15, 16 antreten lassen?
gerade bei der englischmatura sind die standards so niedrig bemessen, dass man nach einer soliden hauptschulausbildung ohne probleme maturieren kann.

NEIN..
warum?
Ganz einfach weil eine bestimmte Stundenzahl notwendig ist um in einem Fach überhaupt antreten zu dürfen ;)
Wissen alleine reicht da nicht...

wenn man bedenkt, welche qualitativen verschlechterungen durch die halbseidene konzeption zentralmatura angebahnt hat, dann wird es sogar noch viel teurer werden.

beispiel: Fragen werden zentral vorgegeben, korrigieren muss sie aber wiederum der Klassenlehrer. bei Unklarheiten bei der Beurteilung von Aufgaben muss der Lehrer Wien zu Rate ziehen. Man schafft unnötige Doppelgleisigkeiten, die die Schüler und Lehrer bezahlen müssen.

Wen bitte soll noch überraschen, dass die Frau BM nicht rechnen kann? Sie hat das doch hinreichend bewiesen!

Das Skylink der Bildungspolitik...

Welche Bildung haben unsere Bildungspolitiker und Bildungsbeamte wenn sie nichteinmal richtig Kosten kalkulieren können..

Super Vorbild für die Jugend.....!!!!

Klingt verdächtig, die plötzliche Kostensteigerung...da wird's wieder Freunderlverträge geben usw. - die Politik mischt sich munter wieder ins Geschehen ein.

Warum muss man das zahlen...sollen die Leut im Bifie einfach 2h mehr gratis arbeiten...

ja, genau. die sollen einfach ihre stunden "umschichten", diese Faulisten!

Die Kosten steigen zwar,

die Reifeprüfung wird aber sicher billiger.

billliger: qualitativ oder finanziell?

qualitativ

Wenigstens gibt es bald ein Gesetz, dass sicherstellt,

dass sich das Bifie wenigstens an die Gesetze hält.

Peinlich: "das".

Halten wie üblich zuviele auf politischen Versorgerposten die Hände auf?

anders sind die hohen Kosten ja nicht zu erklären!

ein paar aficiondas

wird sie noch haben, die ministerin.

Der Tag, an dem diese unfähige Person hinter dem Schreibtisch eines SPÖ-Versorgerpostens verschwindet und uns somit weitere Fotos und verbale Ergüsse von ihr in den Medien erspart bleiben, wird ein erfreulicher. Bleibt nur zu hoffen, dass sie dann nicht durch den Totalversager Hahn ersetzt wird.

Man hörte...

...bereits, dass Susanne B. aus Wien nachfolgen sollte.

Da schau her!

... wird teurer als erwartet! Wer hatte das gedacht! Die Inkompetenz dieser Sesselkleberin wird immer peinlicher. Lief das bei der Kommunalkredit auch so? Kredite vergeben, die notleidend werden und dann achselzuckend zugeben: Die Tilgungen fallen niedriger aus als erwartet, aber Papi Staat wird uns schon aus der Patsche helfen.
Im Schulbereich phantasiert Schmied von einem neuen System, das nicht finanzierbar ist bzw. die Lehrer zahlen sollen, während sie nicht einmal die Miete für die BIG Immobilien aufbringen kann und die Zahlungen gestundet werden müssen!
Wann erbarmt sich Faymann endlich dieser tragischen Existenz und verschafft ihr einen Schreibtischposten in der AK?

Weil ja im Schulbereich die Verwaltung weniger werden soll:

Auch das ist Verwaltung.

aber das ist sinnvoll und bringt mehr information und qualitätskontrolle als der apparat den wir uns jetzt leisten.

Und das auf Grund wessen?

mit anderen worten: diesmal +4 stunden

mindestens!

Was ist, wenn alle zukünftigen Berechnungen ebenfalls derartig schief laufen, z.B. die Zentralisierung der Bildungsverwaltung?

PS: Im Übrigen bin ich gar nicht so heftig gegen eine Verschlankung der Verwaltung, wie manche Poster mir tw. sehr untergriffig vorwerfen. Diese könnte durch viel stärker nach Wien verlegt werden, allein meine bisherigen, zugegebenermaßen sehr subjektiven Erfahrung, dies allerdings über viele Jahre und auf mehreren Ebenen - sprechen zunächst einmal dagegen. Es gälte ale Erstes bestehende Strukturen zu vereinfachen, das ginge und würde und würde weniger Porzellan zerschlagen.

PS: Bis dato kann nichts anderes erkennen als ein parteipolitisch günstiges Zeitfenster, um die Macht im Schulwesen an sich zu reißen.

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