Von fragwürdiger Ver­wendung von Geldern nichts gewusst

31. August 2009, 23:29
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ÖOC-Präsident gab nach Vorstandssitzung bekannt, dass gegen Ex-General Jungwirth Anzeige erstattet wird

Wien -  Der Vorstand des Österreichischen Olympischen Komitees hat am Montagabend nach einer mehrstündigen Sitzung beschlossen, dass gegen seinen ehemaligen Generalsekretär Heinz Jungwirth Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingebracht wird. Jungwirth war im Februar nach über 25 Jahren in der ÖOC-Führung zurückgetreten, nachdem Gerüchte über finanzielle Ungereimtheiten während seiner Amtszeit und fragwürdige Geldströme rund um die gescheiterte Salzburger Olympia-Bewerbung für 2014 bekanntgeworden waren. Rücktritte von in die Kritik geratenen Vorstandsmitgliedern blieben aus.

Das ÖOC werde Sachverhaltsdarstellungen einbringen, sagte Präsident Leo Wallner in der Zeit im Bild 2. Einzelne Vorstandsmitglieder werden persönlich Anzeige erstatten, da sie sich als Mitglieder des Olympischen Fördervereins, der zur Unterstützung der Salzburger Olympia-Bewerbung installiert worden war, von Jungwirth getäuscht fühlen. "Es entsteht der Eindruck, dass eine grobe Täuschung erfolgt ist", sagte Wallner.

Der ÖOC-Chef betonte, er habe von fragwürdiger Verwendung von Geldern nichts gewusst. Man erliege immer wieder Täuschungen, im konkreten Fall sei er sehr enttäuscht. Sein Vertrauen sei missbraucht worden. Wallner, der nach Auftauchen der Vorwürfe auch selbst in die Kritik geraten war, könnte im November auf einer außerordentlichen ÖOC-Hauptversammlung abgewählt werden.

Einer konkreten Antwort auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt wich er aus. "Ich habe nicht gesagt, dass ich keinen Grund sehe, persönliche Konsequenzen zu ziehen (...) Es ist nicht meine Art, die Flucht zu ergreifen (...) Ich nehme an, dass ich im Dezember noch im Amt bin", sagte Wallner. Der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden, meinte, dass Personen, die mit der Sache befasst waren, die Konsequenzen ziehen müssen. (APA)

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