Jährlich 1,2 Millionen Kinder Opfer von Sexhändlern

31. August 2009, 20:49

In Österreich vor allem Minderjährige aus Osteuropa - Gefasste Händler sind hauptsächlich Inländer

1,2 Millionen Kinder und Jugendliche werden jedes Jahr zum Opfer illegaler Sexhändler. "Österreich - als Tor zu Osteuropa - nimmt dabei die Rolle eines Ziel- und Transitlandes ein", betonte Ecpat-Geschäftsführerin Astrid Winkler am Montag. Gemeinsam mit UN.GIFT und dem Unternehmen "The Body Shop" startete das Bündnis in Österreich und zahlreichen anderen Staaten eine internationale Kampagne unter dem Motto "Stoppt Sex-Handel mit Kindern und Jugendlichen".

In Österreich gab es laut Winkler in den vergangenen Jahren vor allem Opfer aus Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Moldawien, der Ukraine, Russland und Weißrussland. Auch aus Serbien, der Slowakei, Nigeria und der Monoglei wurden Opfer verschleppt. Während manche Mädchen und Buben sowie Erwachsene im Inland bleiben, werden andere nach Deutschland und Nordeuropa weiter transportiert. Frauen aus Afrika würden beispielsweise häufig von Italien nach oder über Österreich weitergehandelt, Betroffene aus der Ukraine oder Weißrussland seien hingegen meist für Italien bestimmt.

Unter den in Österreich gefassten Menschenhändlern finden sich laut Bundeskriminalamts-Daten hauptsächlich Inländer (15 Prozent), gefolgt von Slowaken (elf Prozent), Ukrainern (zehn Prozent) und Serben (neun Prozent). 39 Prozent der Täter sind unter 30 Jahre alt, etwa 13 Prozent von ihnen weiblich.

Schmutziges Geschäft

Ein Opfer würde Menschenhändlern in einem Industrieland pro Jahr rund 67.200 US-Dollar (47.085 Euro) einbringen, in ärmeren Regionen seien es etwa 10.000 US-Dollar (7.007 Euro), so ein internationaler Ecpat-Bericht. Die Regierungen würden zu wenig gegen diese Form der Kriminalität unternehmen, es fehle nach wie vor auch an ausreichenden Daten, um das Problem überhaupt erfassen zu können, kritisierte Winkler. Einen kleinen Einblick für Österreich gäben die Erfahrungen der Initiative "Drehscheibe" in Wien, die sich um Minderjährige ohne Vormund kümmere. Pro Jahr würden in dieser Zufluchtsstätte 100 bis 700 Mädchen und Buben betreut, etwa zwei Drittel davon dürften Menschenhändlern entkommen sein.

Weltweit habe der Anteil minderjähriger Menschenhandels-Opfer zwischen 2003 und 2007 von 15 auf 22 Prozent zugenommen. Nicht nur Pädophile, jeder Sexmarkt-Kunde könne durch seine Nachfrage Menschen- und Kinderhandel fördern, hieß es bei der Pressekonferenz. Laut Ecpat-Schätzungen tragen etwa 4.500 Österreicher - davon 90 Prozent Männer - zum Ausbau des Sexhandels mit Kindern bei.

Wachsendes Gewerbe

Menschenhandel ist laut Ecpat das drittgrößte und am schnellsten wachsende kriminelle Gewerbe weltweit - nach dem Handel mit Waffen und Drogen. 79 Prozent der Delikte zielen auf sexuelle Ausbeutung ab, zugenommen habe im Vergleich zum internationalen Handel vor allem der Markt innerhalb von Landesgrenzen. Problematisch sei, dass weltweit eine immense Steigerung der Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen zu beobachten sei. Dieser werde vor allem durch Faktoren wie Armut, korrupte Behörden, Diskriminierung aber auch Naturkatastrophen gefördert. Die Wirtschaftskrise sorge in diesem Zusammenhang für ein noch größeres Risiko bei ohnehin gefährdeten Gruppen.

Mit der gemeinsamen Kampagne soll zunächst vor allem die Öffentlichkeit wachgerüttelt werden. Problematisch sei, dass man die Opfer nicht finde, betonte Winkler. "Die Kinder müssen ja irgendwo sein." Oft würden sie in Wohnungen unbemerkt von Nachbarn eingesperrt. Andere würden in Schubhaft oder wegen eines von den Tätern erzwungenen kriminellen Delikts vor Gericht landen, ohne als Opfer erkannt zu werden. Hier müsse man sensibilisieren, so die Kampagnenführer. Daher sollen im ersten Jahr vor allem Schulungen für Personen von Sozialarbeitern bis Polizisten veranstaltet werden, die darauf aufmerksam machen, wie man Betroffene erkennt und gegen Kinderhandel vorgehen soll. (APA)

Link:

www.ecpat.at - Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung

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Erwin Wolfram
31

Wollte nur nachfragen:

Mit Sexhaendler meinen Sie aber nicht die Untrnhmen, die die Arbeit in Maschinen auslagern und die Werte des Westens in Prozeduren verpackt weltweit implementieren um ihre Pensionisten ernaehren zu koennen und das auch noch als Werbung verkaufen?

miesmut
04

Der Grossteil der gefassten Händlerinnen sind Inländerinnen (15%), die übrigen sind Ausländerinnen (85%)?
Grossartig, liebe Schreiberinnen!


_kalisto_
00
in D machen sie es schon richtig!

...einfach ein großes STOP-schild aufstellen und es gibt keinen kindermißbrauch mehr!

Juergen Hoffmann
 
00

in Bälde wird es auch kein Nazi-Propaganda mehr geben, dann keine Pro-Ana-Seiten und in nicht ferner Zukunft keine Kritik mehr an der Politik. Deutschland, Italien, Iran und China arbeiten schon an einer weltweiten Lösung!

A.B. Artig
 
26
ein wenig mehr von der Binneni-bekämpfungsenergie in Soziales investiert und schwupps könnte die Welt besser werden!

Ich weise die im forum reichhaltig vorhandenen Wixxer drauf hin, dass das Hauptproblem des Artikels mitnichten das BinnenI- sondern das grauenhafte Schicksal vieler Frauen und Kinder beiderlei Geschlechts ist. Der Endabnehmer ist zu 97% männlich.Der Verkäufer auch, ausser bei der Nigeriaconnection, wo der Menschenhandel hauptsächlich von Frauen geleitet wird.

Hellcat
01

Woher soll der durchschnittliche Binnen-I-Verwender überhaupt wissen, ob es zum Beispiel genug Universitätsprofessorinnen gibt, damit die Schreibweise "UniversitätsprofessorInnen" korrekt ist?

ChesneyB
32
ein wenig mehr von der Binneni-propagierungsenergie in Soziales investiert und schwupps könnte die Welt besser werden!

Wir von den Binnen-I-Ablehnern sind es nicht, die mit dem Schwachsinn angefangen haben!

cipf
 
31

Uigerle, was Sie alles wissen *staun*

A.B. Artig
 
00

Bleed, dass Sie so wenig wissen.war alles nach zu lesen bzw. Sehen.

AlBundyFan
 
01
ganz besonders traurig,daß es soviele menschen mit solchen neigungen gibt.

besonders schlimm ist aber,daß solche verbrechenopfer sich aus scham niemanden anvertrauen können, weil es soviele menschen mit miesem charakter gibt.

was bei NK im großen passiert(weil sie bekannt ist wird sie von ganz österreich beschimpft und ausgelacht)passiert im kleinen genauso ... da wird man halt nur von nachbarn, familienmitglieder oder sonstigen bekannten ausgestoßen als opfer.

wenn die österreich insgesamt ihren charakter ändern würden,würde vielleicht viel mehr opfern geholfen werden können.....

die frage ist außerdem-wieviele dieser kinder werden nicht nur missbraucht sondern auch beim sexualakt getötet?ansonsten bräuchte man ja nicht dauernd nachschub.

Erinnerung1
 
01
Getötet...?

Eine berechtigte Frage.
Ebenso berechtigt ist die Frage, wie viele der von Ihnen beschriebenen Opfer wirklich beim Sexualakt ums Leben kommen oder wie viele auf der Reise ohne Wiederkehr noch einen Zwischenstopp als menschliches Ersatzteillager (= Organ"spender", unfreiwillig) einlegen müssen...

Bedenkenheger
 
02
Hauptsache, man darf als kritische/r KonsumentIn nicht mehr in gewisse Internet-Seiten hineinschauen, ohne sich nach der juristischen "Glanzleistung" § 207a StGB

selbst schuldig zu machen.
Es hätten Laien ja etwas Verdächtiges im Hinblick auf das Quälen Unmündiger (Kleinkinder!) finden können, was ihnen anzeigenswert und auch öffentlich aufzeigenswert erschienen wäre... ! Und was dem einen oder anderen Opfer vielleicht dann weiters Leid erspart hätte.

Das darf jetzt nicht mehr sein.

Die Vertuschungsklüngel, die weiß Gott an Grausigerem interessiert ist als am Betrachten unbekleideter Siebzehneinhalbjähriger kann nunmehr fein unter sich bleiben.

:-(((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((

Stahl_____666
03
.

Also Kinder und Sexhändler ist schon etwas unglücklich ausgedrückt. Ein Sexhändler ist die Beate Uhse die ja grundsätzlich nix Böses macht.
Aber jemand der Kinder an Perverse verschachert ist ein Kinderhändler und sollte auch als solcher tituliert werden.

cipf
 
00

Las unlängst ein Buch von Karl Emil Franzos (so um die 1900) worin jener die Existenz von "lebenden Grammatiken" - sprich, Kindern und Jugendlichen beiderlei Geschlechts - anspricht, die von gutsituierten zwecks Missbrauch angekauft wurden.
Es hat sich also wohl nix geändert.
Knapp 100 Jahre später und alles ist gleich.
Es scheint wohl mehr Willen, sich so eine "lebende Grammatik" zuzulegen zu geben, denn diesen Missbrauch abzuschaffen.

Ganerc-Callibso
00
Griechen

soweit ich mich erinnere, war das auch bei Römern und Griechen "ganz normal"

die Frage ist, wie kann man effektiv dagegen vorgehen?

cipf
 
00

Ich frage mich langsam, ob das nicht Menschheitsimmanent ist.
Das wäre zumindest eine Erklärung.
Zu Ihrer Frage - ich weiß es nicht.

zhang sanfeng
00

ich hoffe, dass wir keine immanenz brauchen, um das zu erklären.
es ist schlimm genug, dass der missbrauch durch die generationen weitergereicht wird. die meisten kinderschänder wurden als kind selbst missbraucht.

Sukram's Panopticum
 
01

Der letzte Satz stimmt leider nicht. Ich sag deswegen leider, weil es deswegen vielleicht einen "Grund" gäbe. Aber die Studien zeigen, dass die meisten Kinderschänder keine vorhergehenden Missbrauchstraumata erlebt haben. Die Täterprofilierung ist in dieser Hinsicht nicht so eindeutig, wie man es gerne hätte.

zhang sanfeng
00

öha.
eventuell hänge ich da veralteten theorien an...
... - könnten sie mir mit quellen aushelfen?

Lord Chaos
02
Fortsetzung


Laut dem Artikel steigt die Nachfrage auf dem Sexmarkt durch Armut, Korruption, Naturkatastrophen usw. Kann mir das bitte jemand erklären?
Diese Faktoren fördern zweifellos die Anzahl an potentiellen Opfern, aber die Nachfrage?

Zarathustra
00

Ein paar kranke Seelen sind ja nach dem Tsunami gleich nach Thailand aufgebrochen um billige Prostituierte abzukriegen.

zhang sanfeng
00

gute frage...
... - möglicherweise weil durch den preisverfall viele nun "kaufen" statt "mieten" in erwägung ziehen?

Lord Chaos
08


Tut mir leid, aber die Qualität des Artikels ist unter jeder Kritik. Angefangen bei der Aussage dass hauptsächlich Inländer die Täter seien (bei einem Anteil von 15% !!!!). Weiters werden Horrorzahlen genannt (1,2 Millionen Opfer/Jahr) Wo? Alleine in Ö? In Europa? Weltweit? Wenn man sich den Artikel genauer durchliest, beklagen die Autoren, dass es keine Erfassung der Opfer gibt. Woher kommen dann die zahlen? Phi mal Daumen? Gependelt?

Busson
 
00

Ich gebe Ihnen Recht, dass 85% der Täter, ganz egal woher sie stammen, Nichtösterreicher sind.

Was die 15% nicht entschuldigt, die kriegt man vielleicht auch besser.

georgum
42
Geh bitte

Schleichts euch doch bitte mit dem ekelhaften Binnen "I".

Warum haben manche Frauen anscheinend so einen Minderwertigkeits Komplex , dass ewig auf dem Thema herum geritten wird ?
Ist genau so wie mit den Fluchtweg Schildern, auf denen das gezeichnete Figürchen ja auch einen Rock tragen soll.

Als würden Frauen das nocht als Fluchtweg erkennen können wenn das nicht so wäre.

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