Hunderte Flüchtlingskinder in England in Haft

31. August 2009 19:23

470 Kinder, ein Großteil davon jünger als fünf Jahre, saßen im Juni in Großbritannien in Asylhaft.

Diese vom Innenministerium veröffentlichten Zahlen entfachten im Königreich eine heiße Debatte.

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London - In Großbritannien wurden Ende Juni 470 Migrantenkinder in "Immigration Detention Centers" festgehalten. In diesen Haftzentren werden Flüchtlinge und illegale Einwanderer eingesperrt, was in den vergangenen Jahren vielfach für Kritik sorgte.

Viele der betroffenen Kinder waren jünger als fünf Jahre, berichtete die Zeitung The Guardian am Montag. Die diesbezüglichen Zahlen wurden erstmals vom Innenministerium herausgegeben, ihre Veröffentlichung war von Kinderrechtsorganisationen und Parlamentsmitgliedern mehrfach eingefordert worden. Die meisten der Mädchen und Buben stammten aus Konfliktregionen wie Simbabwe, Sri Lanka, dem Kongo oder dem Sudan.

Die 470 Minderjährigen waren zusammen mit ihren Familien eingesperrt worden. Rund ein Drittel war mehr als 28 Tage in Haft. Nach vier Wochen muss der für Einwanderung zuständige Minister eine Autorisierung für eine Haftverlängerung unterzeichnen. Al Aynsley-Green, Englands Kinderbeauftragter, bezeichnete diese Umstände als "sehr beunruhigend".

Aufenthaltsdauer gestiegen

Auch dass 225 der festgehaltenen Kinder in den Folgemonaten nicht abgeschoben wurden, sondern bleiben durften, wirft Fragen auf. "Wenn ihnen erlaubt wurde, nach ihrer Freilassung hier zu bleiben, warum mussten sie dann überhaupt das Haftprozedere durchlaufen?", meint Aynsley-Green. Er hatte bereits vor einigen Monaten einen Report veröffentlicht, wonach die Durchschnittsaufenthaltsdauer von minderjährigen Kindern in solchen Auffanglagern gestiegen sei.

The Guardian berichtet von einem Fall, bei dem ein Kind an posttraumatischen Stresssymptomen leide. In einem weiteren Fall sei ein Kind noch sieben Monate nach der Haft traumatisiert gewesen.

Der konservative innenpolitische Oppositionssprecher Damien Green bezeichnete die Bemühungen der Regierung, Alternativen zur Inhaftierung von Migrantenkindern zu finden, als "dürftig": "Es wäre besser und billiger, Kinder nicht für Wochen und manchmal Monate einzusperren. Andere Länder scheinen besser darin zu sein, Alternativen zu finden."

Nur als "letztes Mittel"

Der britische Grenzschutz darf Kinder nur als "letztes Mittel" und für so kurze Zeit wie möglich in Haft nehmen. Das Innenministerium wehrte sich gegen den Vorwurf, dagegen zu verstoßen: "Der Grenzschutz ist sich seiner Verantwortung gegenüber Kindern bewusst, aber diese Aufgabe steht neben unserer Pflicht, die Gesetze zur Einwanderung und zu Asylfragen durchzusetzen." (spri, AFP/DER STANDARD-Printausgabe, 1.9.2009)

Kommentar posten
13 Postings
Güle, güle Hojaç Bey!
 
07.01.2010 23:06
Mr. Scrooge...

...geht um im nebeligen, victorianischen London.
Aber kein Grund zur Selbstzufriedenheit, wir haben die Schottermitzi.

Lorelei Sonnenschein
16.11.2009 16:19
...was ich daraus erkennen kann...

...dass die Ka**e wirklich am Dampfen ist, dort wie da, unschuldige Kinder einsperren...weit haben wir es gebracht! Falls es Gott gibt, ist es Zeit um Vergebung zu betteln!!!

Auswandern...ich arbeite daran, lieber weniger Materielles als Mitmenschen ohne Herz, Verstand und (Mit-)gefühl!

R.M. S.
19.12.2009 14:36

Und wie heist dieses sagenumwogene Land bevölkert von Menschen mit Herz, Verstand und Mitgefühl?

Lorelei Sonnenschein
17.11.2009 10:40
...Nachtrag

...um der Wahrheit Genüge zu tun...ich bin mir 100% sicher, dass es Gott/Liebe (oder wie auch immer betitelt) gibt...und ich bin lange weg von der kath. Kirche!

Philosophia
12.09.2009 10:16
Zeigt sich mit Kindereinsperren der Überfüllungszustand der Erde?

Können wir nur mit Territorienherrschaft und der absoluen Gewalt darüber auskommen?

Eine Herrscherschicht wird durch freien Wahlen Herrschaft und Sklaventum nicht abgeschaffen.

Da müssen wir selber die besten Waffen benutzen die wir haben. Unseren Verstand.

Wieso lassen wir "Verwesern" unser halbes Leben so organisieren, dass uns das kleinere Stück vom Kuchen, den wir erarbeiten, verbleibt?

Ist Mitsprache im Webzeitalter nicht machbar oder gewollt verhindert?

Fragen die irreal erscheinen wie die Unendlchkeit oder Religionswahn.

Was müssen wir beachten? Keine Parteidebberl zu sein wäre schon der Weg aus der Grokonellen Abzockerei.

Aussteiger1
31.08.2009 19:56
Jaja, aber Österreich ist ja so schlimm,.......

........dass alle Standardposter auswandern wollten, als der Fall einer Familie mit zwei Kindern bekannt wurde!

quid pro quo
12.09.2009 23:31

"...........dass alle Standardposter auswandern wollten, als der Fall einer Familie mit zwei Kindern bekannt wurde!..."

Dass England von den Standardpostern nicht angeprangert wird zeigt, dass diese tatsächlich ausgewandert sind.

In welches Land sind denn die eingewandert?

human ic
01.09.2009 15:44

na is eh voll super da und vorallem die landschaft so schön..

merz1
 
01.09.2009 12:32

ja österreich ist schlimm. aber nicht nur österreich.
aber momentan ist nationalstolz wieder ziemlich in-wie man an ihrem post und den grünen stricherln erkennen kann.

quid pro quo
12.09.2009 23:28

"...ja österreich ist schlimm..."

Österreich ist nicht schlimm. Österreich ist ein super Land mit tollen Menschen.

Warum verunglimpfen Sie unser Land?

Mad_Max86
 
01.09.2009 13:06
Es ist halt die Frage

was schlimmer ist. Der Nationalstolz mancher Österreichern, oder der "Nationalhaß" mancher Österreicher.

Beide Gruppen denken nationalistisch. Letzere meinen halt nur immer sie seien so weltoffen, sudern dann aber auch gegen Nationen, in diesem Fall eben gegen die eigene. Ich kann da keinen groben Unterschied zwischen beiden Gruppen erkennen.

quid pro quo
12.09.2009 23:25

"...Es ist halt die Frage
was schlimmer ist. Der Nationalstolz mancher Österreichern, oder der "Nationalhaß" mancher Österreicher..."

Für mich ganz klar: Der Stolz auf seine Nation ist besser. Ist in (fast) allen Ländern so, warum nicht auch in Österreich?

little django
 
01.09.2009 08:43

es ist hier wie dort schlimm.
und nur weil es dort öfter vorkommt macht es die sache bei uns net besser.
bisher kam man bei uns ja auch ohne kinder-einsperren durch. warum sollte sich das jetzt ändern? seh keinen grund

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