Mehr als 150 Mitarbeiter nehmen "Handshake"

31. August 2009, 18:28
51 Postings

ORF: Ziel erreicht - 60 Prozent des Nettogehalts, Abfertigung sofort, drei Monatsgehälter extra, keine Konkurrenzklausel

Wien - "Die Telefonleitungen glühen im Personalbüro", hieß es Montag in der TV-Anstalt: letzter Meldetag für vorzeitige Pensionierungen, "Golden Handshakes". Wer noch keine Unterlagen zur Entscheidung hatte, kann sich noch Zeit lassen. Intern rechnete man mit 150 Abgängern, die das Sparziel in Geld erreichen könnten. Quasi amtliche Listen werden noch Tage brauchen. der STANDARD liefert einen ersten, groben Überblick. 

Franz Kössler bleibt

Viele Kandidaten überlegten bis zuletzt, etwa TV-Wissenschaftschefin Gisela Hopfmüller. Geht sie, könnte der ORF ihre Hauptabteilung mit der Religion unter Gerhard Klein vereinen. Das sparte einen ganzen Hauptabteilungsleiter. Hopfmüllers Mann, Eco-Chef Franz Hlavac, geht regulär kommendes Jahr in Pension.

Weltjournal-Chef Franz Kössler überlegte es sich zuletzt anders - und bleibt vorerst. Eugen Freund, dem man die Freude an seiner Arbeit anmerkt, wurde auch schon als Abgänger gehandelt. Unterschrieben hat er aber längst noch nicht.

Ernest Hauer (Ö1-Info) hat den vorzeitigen Abschied bestätigt. Maria Rennhofer (Ö1-Kultur). TV-Betriebsrat Joe Lesnik wurde rückwirkend höhergestuft, zum Nachkauf von Versicherungsjahren, sagte er.

TV-Information

Eine Reihe Chefs vom Dienst der TV-Information steht vor dem Absprung: Reinhard Penninger (ZiB 1), Thomas Fuhrmann; Klaus Keintzel gilt als Kandidat.

Aufbruch auch in den Landesstudios, etwa Christine Brunnsteiner (Steiermark heute) und Bert Brandstetter (Chef vom Dienst von Radio Oberösterreich).

Direktoren ausgenommen

Bis Juni 2010 müssen alle ORF-Männer ab 65 und Frauen ab 60 in Pension - Direktoren ausgenommen. Darunter fallen etwa Ö1-Chef Alfred Treiber, ORF-Chefredakteur Walter Seledec, Ex-Administrationschef Wolfgang Buchner, TV-MagazinChef Johannes Fischer, Gabriele Flossmann (TV-Kultur). Susanne Scholl (ORF Moskau) geht mit 1. September. Dokufilmerin Helene Maimann dürfte frei für den ORF weiterarbeiten, hieß es intern. 

Ziel laut ORF erreicht

Mehr als 150 Mitarbeiter dürften das Handshake-Angebot des ORF, dessen Frist am Montag endete, unterschrieben haben. Das ökonomische Ziel sei jedenfalls erreicht, sagte ORF-Kommunikationschef Pius Strobl der APA. Wie viele Personen das Angebot tatsächlich in Anspruch nehmen, kann erst in einigen Wochen mit Sicherheit beziffert werden. Einige Mitarbeiter hätten sich erst am Montag gemeldet.

"Wir gehen davon aus, dass bis Dezember alles abgeschlossen ist." Einen gemeinsamen Stichtag, an dem die "Handshaker" das Unternehmen verlassen werden, gibt es nicht. Der Zeitpunkt ist individuell verschieden, voraussichtlich dürften die letzten Mitarbeiter im Frühjahr 2010 gehen, erklärte Strobl. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 1.9.2009/online ergänzt)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Personeller Aderlass im ORF-Zentrum.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wer geht, wer bleibt.

Share if you care.