Brite soll Bawag fit trimmen

31. August 2009, 17:50
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Neuer Bawag-Chef outet sich als Rapid-Fan

Wien - "Ich bin mehr europäisch als britisch" , erklärt Byron Haynes, der per 16. September den Chefsessel in der Bawag PSK von David Roberts übernimmt. Er sei zwar britischer Staatsbürger, habe aber eine ungarische Ehefrau und lebe derzeit in Wien. Und da wird Haynes wohl noch einige Jahre stationiert bleiben. Sein Vertrag für den Vorstandsvorsitz läuft vorerst drei Jahre. Zusätzlich bleibt Haynes Finanzvorstand der Bank.

Sein Vorstandsmandat in der ehemaligen Gewerkschaftsbank hat Haynes vor rund einem Jahr angetreten. Heute heißt es in der Bank, sein Antritt hat "eine zentrale Rolle bei der Verbesserung der operativen und finanziellen Performance der Bank gespielt".

Dass nach der Rochade im Vorstand nach Roberts nun erneut ein Brite an der Spitze der Bank sitzt, wird von Insidern aber als klares Indiz dafür gesehen, dass der Bawag-Eigentümer - der Private-Equity-Investor Cerberus - eher einem Angelsachsen traut als einem Österreicher. Zudem gilt der 1966 in Enfield/London geborene Haynes als Profisanierer und die Bawag als noch nicht "über den Berg". Vorgänger Roberts hat in der Bank eine Sanierung eingeleitet, doch diese ist noch lange nicht beendet.

Der 43-Jährige ist Banker durch und durch. Nach dem Betriebswirtschaftsstudium heuerte Haynes zunächst beim Wirtschaftsprüfer KPMG an, wechselte später aber ins Bankfach. Die niederländische ABN Amro wurde für viele Jahre zu seinem Stammhaus - knapp zehn Jahre verbrachte Haynes dort. Nach der Übernahme durch die Royal Bank of Scotland ging es für ihn dort "nicht so recht weiter" . Es folgte der Wechsel nach Wien zur Bawag PSK.

Mit dem Deutsch hapert es zwar noch, sagte Haynes vergangenen Freitag in einer Pressekonferenz, aber ein paar Worte gingen schon ganz gut, und er sei bestrebt, Deutsch zu lernen.

Haynes outete sich auch als Fußball-Fan: Sein Herz schlägt für Rapid. Der Besuch des Fußball-Stadions könnte auf längere Sicht sein einziges Hobby sein. Denn Haynes hat die Bawag, die nach einer existenzbedrohenden Spekulationskrise an den US-Fonds Cerberus notverkauft werden musste, jetzt durch die Ausläufer der internationalen Finanzkrise zu steuern. Als neuer Chef der Bank soll er das Österreich-Geschäft ausbauen und die Bawag auf Profitabilität trimmen. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.9.2009)

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