Wikipedia will Wörter nach Zuverlässigkeit einfärben

31. August 2009, 17:38
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"WikiTrust" soll für User künftig mehr Vertrauen schaffen - Vandalismus oder Falschinformationen sollen verhindert werden

Die Onlineenzyklopädie Wikipedia will für ihre Nutzer noch mehr Vertrauen schaffen und künftig jedes Wort in den Artikeln je nach Zuverlässigkeit farblich kennzeichnen. Ab Herbst soll es ein neues optionales Feature unter dem Titel "WikiTrust"  geben, das mittels Farbgebung anzeigt, wie vertrauenswürdig der Autor eines Artikels ist und wie lange der Beitrag bereits auf der Seite besteht. Damit will Wikipedia ein weiteres Mal der Kritik entgegen wirken, die Seite sei nicht mit zuverlässigen Informationen gefüllt, und verhindern, dass Vandalismus oder Falschinformationen in der Onlineenzyklopädie um sich greifen. Wie das Wired Magazine berichtet, haben Forscher von Wiki Lab an der University of California in Santa Cruz (UCSC) das System entwickelt, um die User jederzeit wissen zu lassen, wann Wikipedia-Informationen zuverlässig sind.

Kontrollen

Erst vergangene Woche hatte Wikipedia angekündigt - wie bei der deutschsprachigen Version schon seit längerem generell üblich - auch auf der englischen Seite redaktionelle Kontrollen zumindest für personenbezogene Artikel einzuführen. "Auf der deutschen Seite werden alle Änderungen an Beiträgen zunächst von Wikipedianern geprüft, bevor sie für die Allgemeinheit sichtbar werden", so Kolja Kreß von Wikimedia Deutschland gegenüber pressetext. Auch zu Personen-Artikel gebe es einige festgelegte Standards.

Einfach

Die neuen Farbkennzeichnungen funktionieren im Grunde nach einem simplen Prinzip. Je länger ein Artikel unverändert stehen bleibt, desto vertrauenswürdiger wird er von dem automatisierten Programm eingestuft. Texte von "fragwürdigen" Urhebern oder Quellen bzw. neu eingestellte Artikel sollen laut Wired mit einem knall-orangen Hintergrund unterlegt werden. Texte von "vertrauenswürdigen" Autoren werden heller gefärbt. Je mehr Personen einen neuen Beitrag ansehen und bearbeiten, desto mehr Vertrauen kann dieser hinzugewinnen, bis er schließlich von orange zu komplett weiß wechselt.

"Online-Zusammenarbeit wird immer zentraler in Hinblick darauf, wie Wissen geschaffen und gesammelt wird"

WikiTrust war als Erweiterung von MediaWiki, also für jeden der eine Wiki-Seite betreibt, bereits seit vergangenem November für im Test zugänglich. Nun soll das Tool auf die gesamte Enzyklopädie ausgeweitet und jedem registrierten Wikipedia-User zugänglich gemacht werden. "Online-Zusammenarbeit wird immer zentraler in Hinblick darauf, wie Wissen geschaffen und gesammelt wird", so der Computerwissenschaftler Luca de Alfaro, der das Wiki Lab an der UCSC sowie das WikiTrust-Projekt leitet. Es gebe immer mehr Services, die einfach nicht existieren könnten ohne ein Gewisses Maß an Nutzer-Empfehlung und Vertrauen in den Content. (pte)

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Posting 1 bis 25 von 29
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mrichter1
14
31.8.2009, 22:19

Bin ja gespannt, wie das neue System von diversen Admins ausgehebelt wird. :-)

Cybermichl v. Hohenfels zu Tiefentals
 
22
31.8.2009, 19:06
Als Quelle sowieso ungeeignet,

das ist nicht nur mein Credo.

Wikipedia ist lediglich Ausgangspunkt für weitere Recherchen, deshalb ist diese Wortfärbereien nur Augenwischerei, ein in Sicherheit wiegen, so ähnlich, wie man Virenscannern vertraut. Wer vorbehaltlos alles glaubt, was schwarz auf weis steht, dem ist eh nicht zu helfen.

Oder traut jemand den Schreibern und Kommentatoren hier in Standard...;)

Susi Wolf
01
Ich hätte da noch eine Frage an alle, die Wikipedia für eine unzuverlässigeQuelle halten:

Seid doch bitte so nett und behauptet die Unzuverlässigkeit von Wikipedia nicht nur als Euer "Credo" [(!) (C) Cybermichl], sondern gebt einmal eine nach Euren so hochgeschätzten Massstäben ZUVERLÄSSIGE Quelle an, die die Unzuverlässigkeit von Wikipedia auch zuverlässig belegt - und nicht bloß credomäßig behauptet.

Susi Wolf
01
Wer vorbehaltlos alles glaubt, was

so ein Cybermichl uber die Glaubwürdigkeit von Quellen so alles im Standard-Forum daherpsotet, dem ist eh nicht zu helfen!

Auf der Ebene von Faktenwissen (Biografien von Schauspielern, Filmografie von Hitchcock, Formelsammlung, etc...) ist die Wikipedia unschlagbar als umfassende Enzyklopädie.

Cybermichl v. Hohenfels zu Tiefentals
 
20
Ich hätte da eine Antwort auf Fragen derer, die nur oberflächlich lesen:

Hallo, liebe Susi und andere,

wo bitte schrieb ich von "unzuverlässig"?
Ich schrieb nur, dass Wikipedia lediglich als Ausgangspunkt für Recherchen genutzt werden soll. Warum? Weil Wikipedia (und andere Lexika) Sekundärquellen sind. Und wenn man Wikipedia genau anschaut, sind dort Verweise auf Primärquellen üblich, wenn nicht gar Pflicht. Und ich bleibe auch dabei, dass sie als Zitierquelle, wie ein anderer es schon anmerkte, nicht geeignet, bzw. erwünscht sind - zumindest nicht bei uns hier, in Bayern auf Schulen...

Also, bitte: Erst richtig lesen, denken und dann schreiben.

Susi Wolf
01
"Als Quellen nicht geeignet bzw. erwünscht"

Tja, das bringt die Sache auf den Punkt: als Quelle NICHT ERWÜNSCHT! Es handelt sich um ein prinzipielles Vorurteil, genauso, wie vor 70 Jahren in deutschen LandenJahren keine Quellen jüdischer Autoren "erwünscht" waren. Was erwünscht ist und was nicht - immer eine Frage der Ideologie.

Hier bei uns in Österreich kenne ich Wissenschaftler, die akzeptieren keine Diplomarbeit, in der das Wort "ich" vorkommt - ist auch nicht erwünscht, dass ein Studiosi einen eigenen Gedanken äußert oder gar eine eigene Position vertritt - wo käme man denn da hin! Statt dessen gilt es, alles mit "sauberen" Quellen (nix Wikipedia etc) zu belegen!

yomellamo
00

Ein Lexikon war noch nie eine "Quelle" fuer wissenschaftliche arbeiten... Warum sollte Wikipedia nun eine sein?

deboer
00
Wissenschaftliche Handbücher

Natürlich sind wissenschaftliche Lexika auch ein grundlegendes Hilfsmittel bei wissenschaftlichen Arbeiten. Da kenne ich z.b.: Routledge Encyclopedia of Philosophy, Stanford Encyclopedia of Philosophy, Encyclopaedia of Islam, Encyclopædia Iranica, Encyclopaedia Judaica, Encyclopaedia of the Qur?an, Encyclopaedia Aethiopica, Lexikon des Mittelalters etc.
Daneben gibt es ganz ähnliche Handbücher auch in der Medizin, Biologie, Rechtswissenschaft, Soziologie usw. Das sind wissenschaftliche Werke, deren einzelne Lemmata zumeist von führenden Wissenschaftlern auf dem jeweiligen Gebiet ausschöpfend dargestellt werden.
Was Du wohl eher meinst sind Konversationslexika, zu denen wohl auch Wikipedia zählt. In dem Fall hast Du schon recht.

Monopoly mit Hut
00

Die Wikipedia ist einfach genauso als Quelle zu betrachten wie andere Quellen auch. Bei JEDER Quelle muss man auf die Glaubwürdigkeit achten und sie entsprechend behandeln. Das ist aber kein Grund, die Wikipedia als Quelle einfach auszuschließen.

Jojo07
02
31.8.2009, 18:21

Naja, das ist ja ganz nett - aber einen Schluß darauf, ob der Artikel wirklich zuverlässig ist, ist damit kaum möglich. Denn: Auch 100.000 User, die etwas durchlesen, können irren!

Letztlich steht hinter diesem Verfahren die Auffassung, Wahrheit stelle sich über einen Mehrheitsbeschluss her (je mehr Leser einen Beitrag anklicken - und zustimmen, indem sie nichts ändern). Und das ist leider ein ganz großer und grundsätzlicher Irrtum! Würde dieser Wahrheitsbegriff stimmen und hätte er sich historisch durchgesetzt, hätten wir noch heute ein geozentrisches Weltbild.

Herzerzog Johann
00
Auch 100.000 User, die etwas durchlesen, können irren!

Ein Unsinn bleibt ein solcher, auch wenn die Mehrheit dafür ist!

Meine Wenigkeit mit viel Senf
02
Naja,

gewisse Details, die man in österreichischen Schulen im Geschichtsunterricht erfährt, sind von einer "demokratischen Geschichtsschreibung" nicht weit entfernt...

Thousand
00
38/39

... so ist es zum Beispiel immer wieder erstaunlich zu hören, wieviele Österreicher glauben, der zweite Weltkrieg hat 1928 begonnen...

Michael Bakunin
00

du meinst wohl 1938.
aber in wikipedia wirst du diese falschinformation sicher nicht finden.

Thousand
00
äh

ja, natürlich meinte ich 1938, danke für den hinweis

ich meinte auch nicht, dass das in wikipedia verbreitet wird, sondern dass das einfach ein in Österreich nicht ganz zufällig verbreiteter Irrglaube ist

MiNeum71
 
23
31.8.2009, 18:19


So gerne ich Wikipedia auch für Basics (Sportereignisse u.a.) nütze, so möchte ich dennoch folgendes festhalten:

Viele von jenen, die sich innerhalb der Wikipedia-Community engagieren, sind komplexbeladene Studienabbrecher, die das Horten "ihrer" Informationen als ihre heilige Mission ansehen, denen es nur darum geht, mit ihren Inhalten rechtzuhaben. Andere Bestätigungen im Leben erhalten sie nicht.

Jene Grüne Straßenkatze
00
...

Gibt es da Literatur oder ist das nur eine Behauptung?

Mich würde interessieren, was Menschen dazu bringt, viele Stunden für Wikipedia aufzuwenden. Vermutungen kann ich natürlich selbst anstellen, aber vielleicht hat das schon mal wer ernsthaft untersucht.

MiNeum71
 
00


Meine Behauptung beruht gänzlich auf meine Erfahrungen. Ich komme des öfteren bei Artikeln vorbei, die grammatikalisch oder inhaltlich falsch sind. Dennoch ist es kaum möglich, diese zu verbessern, da am Ende der Verfasser (der diese Änderung ja absegnen muß) meint, (wörtlich zitiert) "... ich gebe zu dieser Satz hat Musil'sche ausmaße aber er gefällt mir so wie er ist ..." oder "... ich weiß, es gibt mehrere Definitionen, wie der Kontinent heißen soll, aber ich finde, sie sind nicht schlüssig, ich bleibe bei Australien statt Ozeanien ..."!!!

http://derstandard.at/fs/124654... sten-Krise

Herzerzog Johann
01
"heilige Mission"

In Wikipedia läuft es genauso wie in diversen Foren (auch hier): Diskussionen und Debatten dienen nicht der sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema sondern sie müssen unbedingt "gewonnen" werden.

el gomero
01
31.8.2009, 18:19

"Je mehr Personen einen neuen Beitrag ansehen und bearbeiten, desto mehr Vertrauen kann dieser hinzugewinnen, bis er schließlich von orange zu komplett weiß wechselt."

D.h. also, wenn z. B. im Auftrag einer Pharma-Firma ein Artikel erscheint und viele Menschen ihn abfragen und gleichzeitig viele Korrekturen etwaiger dort aufgestellter falscher Behauptungen durchgeführt und von der Pharma-Firma wieder gelöscht werden, umso " mehr Vertrauen" schenkt die Wikipedia-Redaktion diesem Artikel.

Sehr merkwürdig: Warum dadurch das Vertrauen in einen solchen Artikel höher sein sollte, erschließt sich mir nicht.

Mr. Bubbles
16
31.8.2009, 17:50

[citation needed]

Kaiser Borax
12
31.8.2009, 18:50

[who?]

Alexander Reiter
14
31.8.2009, 19:14

In Popular Culture

Dagobert Drache
16
31.8.2009, 22:39
Sperrverfahren Mr. Bubbles, Kaiser Borax, Alexander Reiter

Genannte Benutzer ziehen öffentlich das Ansehen der Wikipedia in den Schmutz und verstoßen gegen WP:BNS, WP:AGF, WP:KPA und WP:AKÜFI. Sie haben auch nicht drölfzigtausend Bearbeitungen im ANR und sind deshalb eindeutig als Trolle und Vandalen zu erkennen. Beantrage deswegen gar keine WP:DM und auch keinen WP:VA, sondern gleich die lebenslange Sperre. Siehe WP:BS. Damit auf der deutschsprachigen Wikipedia wieder was weiter geht!

Der Wählerwille
 
16
31.8.2009, 22:57
es gibt btw keine schrebergartigere überreglementiertere WP

als die deutsche.

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