Flatrate-Trinken und Koma-Saufen

31. August 2009, 17:23
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Universität Rostock will Betroffenen mit Ratgeber helfen

Rostock - Schlagzeilen über Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendlichen, über Flatrate-Trinken und Koma-Saufen haben die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Problem des Alkoholmissbrauchs bei Kindern und Jugendlichen gelenkt. Über Hintergründe und Auswege informiert der neue Ratgeber "Wenn Jugendliche trinken. Auswege aus Flatrate-Trinken und Koma-Saufen: Jugendliche, Experten und Eltern berichten", teilt die Universität Rostock in einer Aussendung mit.

Jünger und extremer

In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich die Alkoholproblematik bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich verschärft. Tatsächlich ist der Alkoholkonsum bei den Unter-20-Jährigen seit den 1970er-Jahren jedoch kontinuierlich zurückgegangen. Deutlich zugenommen hat aber der Anteil derjenigen, die sich bis zum Vollrausch betrinken. Seit 2000 hat sich die Zahl der Jugendlichen bis 20 Jahren, die mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten, von 9.500 auf 23.000 mehr als verdoppelt. „Der Einstieg in den Alkoholkonsum findet immer früher statt. Heute macht die Hälfte aller 12-Jährigen bereits erste Erfahrungen mit Alkohol", so Rainer Thomasius, einer der Herausgeber.

Situation richtig einschätzen

Die Eltern sind in der Regel die ersten, die mit dem Problem konfrontiert werden, wenn ihre Kinder auf Partys, bei Sportveranstaltungen oder auch im Familienkreis mit Alkohol in Berührung kommen. Bewegt sich der Alkoholkonsum noch im Rahmen des "Normalen" oder ist er schon als gefährlich einzustufen? Für Eltern gilt: Anzeichen erkennen, Handeln, aber nicht überreagieren.

Der neue Ratgeber gibt wichtige Orientierungshilfen. Zahlen und Fakten bieten umfangreiches Hintergrundwissen. O-Töne betroffener Kinder, Jugendlicher und Eltern helfen, die eigene Situation richtig einzuschätzen. Die Suchtexperten erklären, wie Eltern, Lehrer und Jugendbetreuer ihre Schützlinge auf das Thema Alkohol ansprechen können - ohne Vorwürfe oder Peinlichkeiten - und zeigen Wege aus der Alkoholfalle. (red, derStandard.at)

Der Ratgeber ist in enger Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) entstanden. Herausgeber sind die Suchtexperten Rainer Thomasius vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Frank Häßler vom Universitätsklinikum Rostock, sowie der Geschäftsführer der DGKJP, Thomas Nesseler. 

Wenn Jugendliche trinken
Trias Verlag, 159 Seiten, 18,50 Euro
ISBN: 978 3 8304 3521 1

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    foto: verlag
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