Südafrika startet umstrittenes Bussystem

31. August 2009, 17:23
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Wichtige Voraussetzung für Verbesserung des öffentlichen Verkehrs - Taxi-Unternehmer hatten gegen die Einführung protestiert

Johannesburg - Gut neun Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist unter starkem Polizeischutz in Südafrikas Millionenmetropole Johannesburg das neue Schnellbussystem BRT eingeführt worden. Das Milliardenprojekt ist eine der Voraussetzungen für die Durchführung des Turniers wurde bisher von der Taxi-Industrie mit zum Teil gewalttätigen Protesten und Streiks bekämpft. Die Branche - die mit ihren Minibus-Taxen bisher 70 Prozent des öffentlichen Nahverkehrs abdeckt - sieht trotz einer wirtschaftlichen Einbindung in das System nicht zu Unrecht handfeste Konkurrenz durch die Busse.

Am Montag wurde ein 25 Kilometer langer Abschnitt zwischen dem Township Soweto und Johannesburgs Stadtzentrum eröffnet. Ab Jänner sollen die zunächst 46 Busse aufs Dreifache aufgestockt werden. In der Endphase sollen sie einmal ein Netzwerk von 300 Kilometern abdecken und soll verschiedene Verkehrsträger besser miteinander verlinken. Ähnliche Projekte sind in Kapstadt und Port Elizabeth geplant, doch ist unklar, ob sie rechtzeitig zur WM in Betrieb gehen werden. In Johannesburg war das an sich fertigt Bussystem wegen des Widerstands anders als geplant nicht beim Confederations-Cup im Juni eingesetzt worden.

Die Taxi-Unternehmer hatten am Montag bei der Eröffnung des ersten Teilstücks in Johannesburg ihr Angebot so stark ausgedünnt, dass mehr Pendler als zunächst erwartet das neue Bussystem stürmten. Obwohl die Verantwortlichen daraufhin deutlich mehr Busse als geplant einsetzten, blieben viele Pendler außerhalb der Busstationen gestrandet. Zahlreiche Busfahrer hätten noch wenige Stunden zuvor Drohungen gegen Leib und Leben erhalten, berichtete eine Mitarbeiterin der Stadt im nationalen Rundfunk. (APA/dpa)

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    Start für Südafrikas neues Schnellbussystem in Johannesburg.

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