Transgene Lachse sollten von der Natur ferngehalten werden

31. August 2009 17:11

Zoologe: Tiere sollten vorerst ausschließlich in geschlossenen Systemen im Binnenland gezüchtet werden

Göteborg - Transgene Lachse könnten die kommerzielle Fischzucht revolutionieren - vor allem weil sie überdurchschnittlich schnell wachsen, aber auch weil sie sich als besonders widerstandsfähig erweisen. Doch das kann auch zu Nachteilen führen: Schwedische Forscher warnen davor, dass die genetisch veränderten Fische, wenn sie zufällig in die freie Natur gelangen, immense Schäden an natürlich vorkommenden Fischpopulationen anrichten. Der Zoologe Frederik Sundström vom Department of Zoology an der Universität Göteborg rät dazu, solche genetisch veränderten Fische ausschließlich in geschlossenen Systemen im Binnenland zu züchten, bis wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, dass es keine Gefahr für Wildbestände gibt.

"Giftsammler"

Fünf Jahre lang hat Sundström an der Studie mit transgenen pazifischen Lachsen gearbeitet. Der Forscher hat das Freikommen von solchen Fischen in einem geschlossenen Kreislauf - der dem eines Flusslaufes nachgebildet war - simuliert. "Die gentechnisch veränderten Lachse hatten größere Auswirkungen auf die Umwelt als andere herkömmliche Zuchtlachse", berichtet Sundström. Die transgenen Fische überlebten besser, als es zu Nahrungsengpässen kam, und zeigten sich resistenter gegen Temperaturänderungen. "In dem man den Lachsen Gene von anderen Lebewesen einbaut, wachsen sie schneller, sie sind resistenter gegen Krankheiten und vertragen zudem kälteres Wasser", so der Wissenschaftler. In den Versuchen zeigten sich die transgenen Lachse auch als resistenter gegen Umweltgifte. "Der Fisch akkumuliert die Gifte, die dann der Konsument verzehrt." Bedenken gebe es zudem auch darüber, dass höhere Wachstumshormonwerte im Fisch zu Problemen bei Menschen führen.

Sundström ist auch der Frage nachgegangen, was passiert, wenn sich transgene Lachse mit herkömmlichen paaren. "Wenn sich die transgenen Fische mit den natürlichen Beständen kreuzen, könnten sie die natürliche Population auslöschen", erklärt der Forscher. Natürlich sei die Imitation der freien Natur in einem Labor sehr kompliziert. Daher sei es schwierig vorherzusagen, wie sehr die transgenen Fische die natürliche Umgebung tatsächlich beeinflussen. "Die Frage können wir nicht vollständig beantworten", räumt der Zoologe ein. Notwendig sei jedoch ein internationaler Konsens über Sicherheitsvorkehrungen, bevor man mit der Zucht solcher genetisch veränderter Fische beginnt. Ein Option wäre etwa die Zucht in geschlossenen Anlagen an Land. Da könnte zumindest ein versehentliches Auskommen verhindert werden. "Zumindest fruchtbare Fische müssten unbedingt in geschlossenen Systemen bleiben", rät der Experte.

Fischzuchtindustrie schon in den Startlöchern

Die Studie wurde von der EU mitfinanziert. Bisher hat noch kein Land der Welt die kommerzielle Zucht von transgenen Fischen erlaubt. In den USA und in der EU gibt es allerdings zahlreiche Anmeldungen für solche Vorhaben. "Daher ist es sehr wichtig, sich mit den eventuellen Risiken schon vorab zu beschäftigen", meint Sundström abschließend. (pte/red)

Kommentar posten
25 Postings
Tompkins, Mr. Tompkins
 
03.09.2009 23:56
Wieviele ...

... Splatter braucht es eigentlich, um den Leuten klar zu machen, daß das nicht funktioniert. Oder schauen die nur Heimatfilme?

h 90
01.09.2009 14:54

und ich hab Transgender Lachse gelesen.

NONE
01.09.2009 10:58

Zwei Probleme:

- ökologischer Einfluss

- patentierte Information (Gensequenzen)

Beide sind ein Problem, und Firmen gehören in die Pflicht genommen. (Letzter Punkt gehört sowieso komplett reformiert, das dies nicht geschehen wird ist aber ebenso sonnenklar, und schon aus diesem Grund sollten alle Hebel dagegen verwendet werden.)

ChesneyB
01.09.2009 11:48
Patente

Schauen Sie doch mal, was mit den Softwarepatenten los ist: das können Sie vergessen. Dazu ist der Einfluß der Industrie auf die Politik viel zu groß. Leider!

eh' wurscht
01.09.2009 09:24

Das kriegt keiner mehr unter Kontrolle.

dajonny
01.09.2009 00:31

und mit ziemlicher Sicherheit wird es irgendwann passieren - auf Wiedersehen herkömmliche Lachs!

denkansatz
31.08.2009 23:04
Transgene Lachse muss man abschoten

Genveränderter Mais und Getreide kann angebaut werden, ohne Schaden an unveränderter Pflanze/Frucht/Tier/Mensch entsteht.

Irgendjemand belügt/pflanzt hier die Menschheit offensichtlich.

Ich glaube jedenfalls den schwedischen Forschern

zensur passiert
01.09.2009 10:56
keine Ahnung was eine Schot ist!

aber blauäugigen nonsens von sich geben

Tom_Bombadil
01.09.2009 09:58
Sorry, aber das ist jenseits von naiv.

Ohne Schaden - tut mir leid, Dein Weltbild zu zerstören, aber mach Dich mal über das Soja oder den Raps schlau. Und das sind keine Tiere, die sich aktiv bewegen können.
Da ist verdammt viel Geld dahinter. Geld, das nicht Du verdienen wirst sondern das man Dir aus der Tasche ziehen will. Und wenn Du so naiv bist, auch wird.

ChesneyB
01.09.2009 11:51

"Und das sind keine Tiere, die sich aktiv bewegen können."

Schon mal was von Pollenflug gehört? Das ist übrigens eine Taktik von Monsanto: das Saatgut wird patentiert, die Bauern, die es kaufen, müssen wegen der Lizenz Knebelverträge unterschreiben und die Bauern, die keinen Vertrag haben und deren Felder durch Pollenflug verunreinigt wurden, werden (leider mit Erfolg) verklagt, sodaß auch die vermehrt dazu getrieben werden, den Mist zu kaufen.

joergipoergi
01.09.2009 11:34

Stimmt schon, das Posting war an Unleserlichkeit kaum zu übertreffen, aber ich denke dennoch, dass wenn man seine Brille abnimmt (die ideologische), man auch denn Sinn erfassen kann... Wenn man das mal geschafft hat, seid ihr beide einer Meinung.

Regis 1
01.09.2009 11:24
Und das sind keine Tiere, die sich aktiv bewegen können.

und die samenkörner?

Der, der es besser weiß
01.09.2009 21:21

Die können sich auch nicht aktiv bewegen, nur passiv.

Rol and
31.08.2009 21:29
dass es keine Gefahr für Wildbestände gibt.

wenn man wüsste, welche Fragen man beantworten müsste.
Da man das aber nicht weiss bestätigen die Experten, dass es keine Gefahr gibt.
Passiert dann (sehr oft) doch etwas hat man schon genug Geld verdient und tut ganz auf unschludig.
Aber wir wollen es scheinbar so.

herr_rechtsausleger
31.08.2009 21:21

braucht nur ein einziger reiher nen fisch krallen und seinen laich im nächsten wasserl rausschei*en.
und schon is die kacke am dampfen...

khaleb
31.08.2009 20:54
Tja, da die Gene verändert wurden sind es keine Lachse mehr

Lachs auf die Verpackung zu schreiben ist daher Betrug,
und wenn was anderes draufsteht hat sich das Thema von selbst erledigt.

GevatterTod
01.09.2009 10:50
nicht-sterile Nachkommen = gleiche Art

da mit Wildlachsen zeugungsfähige Nachkommen - daher Lachs.
Pferd und Esel -> sterile Nachkommen -> verschiedene Arten.

Gendo
01.09.2009 10:29

Negativ ein oder zwei Gene zu verändern macht aus einem Lachs noch keinen nicht Lachs (bitte Nachlesen was eine neue Art macht und was nicht), der Unterschied zwischen einem Dackel und einem Bernhardina ist gentisch und morphologisch auch nicht null und dennoch ist es immer noch die selbe Art!
Und gentechnisch veränderte Narungsmittel werden wohl als solche gekenzeichnet sein müssen.

NONE
01.09.2009 11:01

Haarspalterei.

Fakt ist das jegliche Manipulation eine 100%ige Kennzeichnungspflicht haben muss. Und jeder Lobbyist der dagegen auftritt muss weit weggehalten werden von der Rechtssprechung.

Abgesehen davon habe ich eine Frage - was ist wenn sie im Zellkern eines Lachs die komplette Information eines menschlichen Zellkerns haben? Macht das Vorhandensein dieser Information den Lachs zu einem Menschen?

Gendo
01.09.2009 12:26

Uff von Zellbiolgie oder Genetik haben sie nicht viel Ahnung oder?

Was die Manipulationen angeht, die Natur macht die Ständig und wenn sie eine Kuh auf die Alm treiben hat sie höhre Chancen Mutaent zu produzieren als wenn sie immer im UV freien Stall bleibt (also auf Almkuffleisch steht nun poteneller Mutant oder was?)


Das mit der Art ist keine Haarspalterrei sondern schlichtes biologisches Wissen, was ist eine Art und was sind zwei Arten (nach der Oben erbrachten Vorschlag gäbe es zig Menschenarten!!)

Laura Hansen
31.08.2009 20:31

Kann man denn bitte diese Lachse unfruchtbar herstellen???
Na servas....

chancen
31.08.2009 19:52

Herr und Meister, die Not ist groß,
die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht wieder los.

filicado
 
02.09.2009 18:07

das klassische motiv unserer aera leider ein wenig ueberstrapaziert wenn es um technologie geht

denn es ist die zivilisation der geist den wir gerufen haben und nicht biotechnologie, die kann uns am ende vielleicht helfen bevor es zu spaet ist

hlg
31.08.2009 19:30
uii super...

jetzt braucht man nur mehr nachrechnen wieviel co2 das einspart...

und die alten lachse werden verboten.

siehe glühbirne ;-)

Tom_Bombadil
01.09.2009 10:03

Fast, die werden wahrscheinlich dann als Schädlinge deklariert ...

Es scheint, daß wir uns lieber schon drauf einstellen sollten, das ist wohl nicht mehr aufzuhalten.

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