Kongolese will "Tim und Struppi" verbieten lassen

31. August 2009, 14:52
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Wegen kolonialherrschaftlicher und rassistischer Stellen will ein in Belgien lebender Kongolese den Band "Tim im Kongo" verbieten lassen

Paris - Ein Kongolese will den Comic-Band "Tim im Kongo" verbieten lassen. Das Album aus der Reihe "Tim und Struppi" des belgischen Zeichners Hergé vermittle ein erniedrigendes und entwürdigendes Bild der Schwarzen im Kongo, zitiert die französische Tageszeitung "Le Parisien" den in Belgien lebenden Buchhalter Bienvenu Mbutu. Deswegen wolle dieser jetzt in Frankreich juristisch gegen den Verlag vorgehen.

Mbutu kritisiert, dass der Anfang der 30er Jahre zum ersten Mal veröffentlichte Comic auch in der überarbeiteten Version noch "rassistisch" sei und Vorurteile gegenüber Kongolesen verfestige. Die Schwarzen würden präsentiert, als wenn sie dumm wären und keine Qualitäten hätten.

In der ersten Ausgabe des Comics hatte sich der junge Reporter Tim in der ehemaligen belgischen Kolonie Kongo alles andere als politisch korrekt benommen. Eine Szene zeigt ihn als Aushilfslehrer in einer afrikanischen Dorfschule. "Heute bringe ich Euch etwas über Euer Vaterland Belgien bei", erzählt er den "Negerkindern" in der Ursprungsversion. Später korrigierte der belgische Comiczeichner und -autor Herge (1907-1983) die allzu kolonialen Stellen. Nun gibt Tim den Kindern eine Mathestunde, und die erwachsenen Kongolesen reden auch nicht mehr nur in Infinitiven.

In Belgien hat Mbutu bereits 2007 Klage gegen den Verlag Moulinsart eingereicht. Das Verfahren läuft noch. Das Pariser Blatt "Le Parisien" berichtet, die Stadtbibliothek von Brooklyn in New York habe den Comic bereits aus dem Regal nehmen lassen. Auch dort habe es Klagen gegeben. (APA)

Link:
Tim im Kongo (Wikipedia)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Tim und Struppi, im französischsprachigen Original: "Les Aventures de Tintin et Milou"

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