Deutschland

Billigflieger für Gutbetuchte

31. August 2009, 13:57

Europas erste Low-Cost-Anbieter für Geschäftsreisende Jetbird geht in Deutschland an den Start

Köln - Mit der irischen Fluglinie Jetbird (gegründet 2006) startet in Köln der erste europäische Low-Cost-Anbieter für Geschäftsreisende. Die Preise sollen beim privaten Charteranbieter um bis zu 50 Prozent unter denen etablierter Anbieter liegen. Das Unternehmen mit Basis am Flughafen Köln/Bonn will mit vier Flugzeugen starten, bis Jahresende soll die Flotte auf acht Flugzeuge ausgebaut werden. Jetbird betreibt nur ein Flugzeugmodell - den Very Light Jet des Typs Embraer Phenom 100.

Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer ist der viertgrößte Hersteller der Welt, und fliegt derzeit mit der neuen Phenom 100 durch Europa - einem Zweistrahler für vier Passagiere, der Maßstäbe bei den Business Jets setzen soll. Denn die Phenom gehört zu einer neuen Flugzeugklasse, den sogenannten Very Light Jets (VLJs).

Niedrigere Kosten

Die Maschinen zeichnen sich dadurch aus, dass sie von nur einem Piloten geflogen werden dürfen, mit einem Höchstabfluggewicht von 4,5 Tonnen leichter als andere Geschäftsreiseflugzeuge sind und zum Start nur 900 Meter Piste brauchen. Außerdem können die Fluggäste bis zu 2000 Kilometer weit befördert werden - bei wesentlich niedrigeren Betriebskosten als bisher üblich.

Das Konzept von Jetbird ähnelt dem jeder anderen Billigfluglinie. Weil nur ein Flugzeugtyp im Einsatz ist, kann die Firma bei Schulungen für Piloten und bei der Wartung sparen. Außerdem verzichte Jetbird auf den Plüschteppich, wie Deutschland-Chef Siegfried Römer in der Financial Times" erklärt. Außerdem bekommen die Passagiere zwar Kaffee, aber keine Snacks - wodurch die Cateringausgaben minimiert werden. Zu den Hauptaktionären Jetbirds gehören die irische Private Equity-Gesellschaft Claret Capital, sowie ein Investor aus dem Nahen Osten.

September starten Flüge ab Köln-Bonn; München und Berlin sollen 2010 folgen. (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2
Ganerc-Callibso
00
wär schon spannend mit so einem Ding zu fliegen

was sind denn so die Ticketpreise (falls mal so eine Line ab Wien fliegt)?

o+
00

Direkt auf ihrer Website...

Als Beispiel: VIE/AMS/VIE inkl. aller Steuern und Gebühren 7.220,63, macht pro Passagier 1.805,16.

Gleiche Strecke, gleiche Zeiten AUA Tarif "Business Flexibel": 931,08 pro Passagier. Allerdings ist da als Catering vermutlich ein bisserl mehr als nur 1 Kaffee dabei.

FatFaceRicky
00

Naja, wers braucht. Mir geht nichts über meine Gulfstream 650.

Alexander Neumaier
00
Abgesehen davon, daß ein Vielfaches kostet

Der hat noch nicht einmal seinen ersten Flug als Prototyp absolviert.
Bislang gibt es von dem nur ein paar Computersimulationen und einen Showcase für Kunden.
Vor 2014 wird der nicht zu haben sein.

Siegfried Lenz
00

Fliegen mit nur einem Piloten hilft sicher auch beim Sparen, ist aber auch ohne die eher mythologische Fischvergiftung ein Risikofaktor. Zwei Piloten sehen mehr als einer und für einen einzelnen Piloten wird vor allem beim Anflug auf kleinere Flugplätze mit schlechterer Infrastruktur die Workload doch ziemlich hoch.

Jessas Na
01

das problem mit der mythologischen fischvergiftung haben sie geschickt ausgemärzt indem sie einfach kein essen servieren ;)

KomaPoster
00
Die allergrößte Mehrzahl an Flugbewegungen gibts durch Single-Pilot Maschinen.

Auch im Businessbereich regt sich keiner über Heli-Carrier mit nur einem Piloten auf.

Siegfried Lenz
00

Das ist aber auch weit vom Safety-Niveau einer Airline entfernt. Wenn man zwecks erhöhter Flexibilität oder Erreichbarkeit von Sekundär- oder Tertiärzielen um 50-100% mehr zahlt als in der Business Class, dann will man vermutlich auch ein entsprechendes Sicherheitsniveau haben.

Gerhard Müller
00
Habe die Preise verglichen

mit der Mali-Air aus Graz. Die haben anderen Service, durchaus einen kleinen roten Teppich und kosten genauso viel. Oder wenig, je nachdem wie man das sehen will.

Alexander Neumaier
00
Nicht übel

Die rechnen mit knapp EUR 2200 pro Flugstunde für bis zu 4 Passagiere.
Das ist zwar bei Vollbesetzung immer noch doppelt so teuer als die durchschnittliche Business Class, aber immer noch knapp genug dran, um als Alternative zu gelten.
Wobei die Frage nach der Größe des Kundenstocks immer noch gestellt werden muß.
Um profitabel fliegen zu können brauchen die einen Umsatz von zumindest EUR 1 mio. pro Maschine und Jahr.
Zumindest, wenn die die Maschinen zum Listenpreis, rund EUR 4 mio., gekauft haben.
Den zu schaffen wird in einer Wirtschaftskrise ziemlich aufwendig.
Aber die Idee hat etwas Positives an sich.

Gerhard Müller
00
Der Listenpreis ist ca. 2 Mio. Euro

und nicht 4 Mio.

Alexander Neumaier
00
Interessant

Uns hat man die Maschine im Februar für umgerechet EUR 4 mio. angeboten.
Die war aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht zertifiziert, daher haben wir uns für einen HondaJet entschieden.
Ist möglicherweise auch eine Frage der Ausstattung bzw. der Zulassung.
Aber Danke für die Information, auch wenn sie ein wenig spät kommt, der HondaJet hat dann doch ein wenig mehr gekostet.

Mork vom Ork
00

interessant wenn man 2-4 mio für ein investitionsgut hinblättert und sich beim PReis um 50% bzw 100% verschätzt ;)

Alexander Neumaier
00
Das müssen Sie aber

dem Anbieter, in diesem Fall dem Hersteller, klarmachen, nicht mir.

net-diver
 
00
Hmm...

... ist der HondaJet schon lieferbar, bzw. wie lange ist die Lieferzeit?

Alexander Neumaier
00
Nachsatz

Aber dafür dürfen wir uns als ein Mitglied der First Customer Familie betrachten und schon mal die Simulationen und Zertifizierungskurse machen.

Alexander Neumaier
00
Offizieller Lieferbeginn ist erst Ende 2011

Wir haben zwar seit 3 Wochen einen solchen, aber bislang leider nur auf dem Papier.
Vertraglich fixiert und zu 50% bezahlt.
Ursprünglich sollte der bis Mitte/Ende 2010 geliefert werden, aktuell gibt es aber kein entgültiges Lieferdatum.
HondaJet hat vor ein paar Monaten wieder seine Termine geändert.
Unser Preis, vertraglich festgesetzt ist aber noch der alte Preis von USD 3.6 mio., nach den neuen Preisen wird das wohl jenseits der USD 4 mio. sein.
Mehr als die laufende Abschreibung der Investmentkosten kann ich da leider noch nicht bieten.

net-diver
 
00
Ja...

... so ähnlich dachte ich mir das schon.

Wir sind hier allerdings noch in der Evaluierungphase.

KomaPoster
00
Wer will schon Versuchskaninchen für einen Hondajet spielen.

Profis fliegen auf Embraer.
Gut aufgebaute Produktfamilie. Bewährte Technik. Guter Gebrauchtmaschinen Markt.

Bei Honda stellt sich halt die Frage ob es wirklich Sinn macht ein Early Bird zu sein. Abgesehen davon: Die aufgestellten Triebwerke sehen bescheuert aus und man kann sich fragen pb die Aufhängungen an den Tragflächen nicht zum Problem werden.

Alexander Neumaier
00
Na ja

es gibt eine ganze Menge Flugstunden diverser Prototypen und die haben ja klaglos funktioniert.
Ich mache mir da nicht wirklich große Sorgen.
Die Optik hat einen Gewöhnungseffekt, aber auch den Vorteil, daß die Maschine eine ziemlich leise Kabine hat.

o+
00

Warum sollten die Aufhängungen mehr Problem sein wenn sie oberhalb statt unterhalb der Tragflächen angebracht sind? Die Gondelträger sehen zumindest auf den Modellaufnahmen genau so aus wie die der hängend angebrachten Triebwerke. Die Kräfte, die wirken, sind vermutlich auch die selben - Schub nach vorne oder hinten. Ist vermutlich egal ob die jetzt ober- oder unterhalb angebracht sind, sieht man vom unterschiedlichen Trimmverhalten ab.

Dr. Seltsam
 
00
Schräg!

Wo gibt es denn sowas?
Ich miete mir einen Privatjet und muss dann ein Jausensackerl auf die Reise mitnehmen?!

Stahl_____666
01
.

Du hast da etwas falsch verstanden - das ist ein Privatjet mit 4 Sitzplätzen, also Du, Koch, Kellner und der Sommelier. Also nix Jausensackerl.

ranchorelaxo
01

her mit der kerosinsteuer...jetzt erst recht!

johngillis
03
31.8.2009, 21:03

klar, eine packung tuc und ein kitkat sind die größten ausgaben für die fluggesellschaft

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.