Angebliche "Hass-E-Mails" von grünem Computer

31. August 2009, 13:22
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Oberösterreichischer Landtagswahlkampf: Alte Vorwürfe, neu erhoben

Linz - "Grüner Polit-Skandal im Landtagswahlkampf" titelte die Gratiszeitung "Heute" am Montag prominent auf der ersten Seite. "Hass-E-Mails" gegen Ausländer sollen demnach unter einem Decknamen vom Computer der Landesgeschäftsführerin der oberösterreichischen Grünen, Lätitia Gratzer, verschickt worden sein.

Das Problem dabei: Der Heute-Aufreger ist eigentlich von gestern, konkret aus dem Jahr 2007. Im Zuge der Ermittlungen gegen führende Köpfe des als rechtsextrem eingestuften "Bundes freier Jugend" (BFJ) tauchten erstmals die Anschuldigungen auf. Beim Prozess im Juni 2008 sagte ein Angeklagter aus, eine E-Mail, gesendet angeblich von einem grünen Computer, mit den Zeilen "Mein Bruder ist von Kanaken verdroschen worden! Könnt ihr was dagegen tun?" sei beim BFJ eingelangt.

Michael Tischlinger, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, dazu: "Wir haben damals die Vorwürfe geprüft, es war aber kein strafbarer Tatbestand erkennbar." Vonseiten der Grünen bestreitet man, je besagte Mails gesendet zu haben. "Wir prüfen jetzt medienrechtliche Schritte gegen 'Heute'" , kündigt Sprecher Rudi Leo an. (Markus Rohrhofer/DER STANDARD-Printausgabe, 1.9.2009)

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